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geschichte

Essen und Rassismus in den USA—ein Gespräch mit Michael Twitty

MUNCHIES US-Chefredakteurin Helen Hollyman trifft Michael Twitty, einen Kulinarik-Historiker, dessen Arbeit sich um die Sklaven-Küche aus der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg dreht. Er benutzt Essen, um öffentlich über die Rassenproblematik zu...
9.3.15

Diese Woche porträtierte die Chefredakteurin von MUNCHIES US in ihrem Artikel „Mouth Full of South" den Kulinarik-Historiker Michael Twitty, der—in beliebiger Reihenfolge—orthodoxer Jude, Afro-Amerikaner und homosexuell ist. In seiner Arbeit konzentriert sich Twitty auf die Südstaaten-Küche aus der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg, aus der beliebte Klassiker wie BBQ-Schweinefleisch, hoecakes (eine Art Maisbrot) oder biscuits stammen. Aber wie Twitty seinen Gästen der „Southern Discomfort Tour"—Veranstaltungen, bei denen Twitty historische Mahlzeiten auf ehemaligen Plantagen in den Südstaaten serviert—erklärt, wird nur wenig darüber gesprochen, dass diese amerikanischen Klassiker von schwarzen Sklaven kreiert und perfektioniert wurden.

„Ich verwende Essen als ein Medium, um als Schwarzer die Rassenproblematik zu thematisieren", sagt Twitty im Artikel. „Es gibt eine Art Absprache im Süden, dass man nicht über diese Problematik spricht. Wir können über Jesus, über Football oder Essen sprechen, nur nicht darüber."

Durch seine Arbeit—die Tour, aber auch durch sein Cooking Gene Project und seinen Blog Afroculinaria—will Twitty dieses Thema enttabuisieren. Helen Hollyman hat mit ihm gesprochen, um mehr über seine Bemühungen zu erfahren, die Rassenprobleme der USA durch Essen zu thematisieren.