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Kaffee

Zu viel Kaffee führt nicht zu Herzrhythmusstörungen

Wer schon einmal eine durch (zu viel) Kaffee verursachte Panikattacke hatte und fest daran glaubt, dass sein Herz deswegen schon einmal einen Schlag ausgesetzt hat, für den gibt es gute Neuigkeiten: alles nur Einbildung.
24.9.15

Für alle, die schon einmal eine durch Kaffee verursachte Panikattacke erlebt haben und schwören könnten, dass ihr Herz einen Schlag ausgesetzt hat, bringt dieser Artikel, der kürzlich in der Online-Fachzeitschrift BMC Medicine veröffentlicht wurde, beruhigende Neuigkeiten.

In diesem Artikel werden die Ergebnisse einer Studie zusammengefasst, bei der der Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und absoluter Arrythmie—der kompliziertere Name für Vorhofflimmern, also wenn die beiden Vorhöfe des Herz sich entweder zu schnell oder zu langsam zusammenziehen—untersucht wurde. AF, wie es in Anlehnung an die englische Bezeichnung Atrial fibrillation oft abgekürzt wird, ist die am häufigsten vorkommende Herzrhythmusstörung.

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„Das ist die bislang größte Prospektivstudie über den Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und dem Risiko einer absoluten Arrythmie. Wir haben keine Beweise gefunden, dass ein hoher Kaffeekonsum das Risiko für Vorhofflimmern erhöht", sagte die leitende Autorin der Studie und Epidemiologie-Professorin am Karolinksa-Institut in Schweden, Susanna Larsson, in einer Stellungnahme. „Das ist wichtig, weil es zeigt, dass Leute, die gerne Kaffee trinken, ihn ohne Bedenken zumindest in Maßen konsumieren können, ohne das Risiko fürchten zu müssen, eine Herzrhythmusstörung zu bekommen."

Larssons Team beobachtete 41.881 Männer und 34.594 Frauen über einen Zeitraum von 12 Jahren. Während der Nachbeobachtungszeit griffen sie auf das schwedische Register für Krankenhausentlassungen zu, um festzustellen, welche Patienten Vorhofflimmern bekamen. Von den rund 75.000 Patienten waren 4.311 Männer und 2.730 Frauen davon betroffen. Zwischen ihrem Leiden und ihrem Kaffeekonsum, der aufgezeichnet wurde, konnte keine statistisch bedeutende Verbindung hergestellt werden.

Im Gegenteil deutet die Studie darauf hin, dass Kaffee sich sogar positiv auf die Herzgesundheit auswirken könnte. Larsson und ihre Co-Autoren sahen sich sechs weitere Studien an, deren Resultat zeigte, dass „niedriger Koffeinkonsum, jedoch nicht moderater oder hoher, mit einem geringeren Risiko für AF in Verbindung gebracht wurde", schreiben sie in ihrem Artikel.

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Eine weitere interessante Erkenntnis ihrer Studie war die Tatsache, dass Männer und Frauen Koffein nicht auf dieselbe Art und Weise verarbeiten. „In geschlechtsspezifischen Analysen wurde Kaffeekonsum bei Männern mit einer unbedeutenden positiven Assoziation assoziiert, aber bei Frauen mit einer unbedeutenden umgekehrten Assoziation", schrieben sie in BMC Medicine. „[Um sagen zu können,] ob Männer empfindlicher gegenüber einem hohen Kaffee- oder Koffeinkonsum sind, bedarf es weiterer Studien."

Mal abgesehen von den süchtig machenden Eigenschaften von Kaffee und der gelegentlichen Panikattacke, hatten Wissenschaftler bisher Schwierigkeiten, Nachteile von Kaffee nachzuweisen. Stattdessen reiht sich diese Studie in weitere Forschungsberichte ein, die auf die gesundheitlichen und anderen Vorteile von Kaffee und Koffein hindeuten: Kaffee kann bei einem Jetlag helfen, wirksam gegen eine Marihuanaabhängigkeit sein, die Stimmung aufhellen und das Krebsrisiko senken.