So kannst du in deutschen Kneipen gegen Trump saufen

Der Aufstand gegen "The Donald" hat jetzt das passende Getränk – den Mexikaner aus Hamburg.

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März 7 2017, 6:00am

Party in Hamburg | Foto: DMTRJ, aus: Hamburg ist ein Paradies

Du willst politisch sein, aber Parteiarbeit ist dir zu verstaubt, für Demos ist das Wetter zu scheiße und überhaupt: Was soll das alles überhaupt bringen? Und so gipfelt dein politisches Engagement im Reposten eines Trump-Memes und biergetränkten Elogen darüber, dass die Welt kaputt ist. Aber aufgepasst: Jetzt kannst du beim Frustsaufen politisch sein.

Du musst dir nur einen Mexikaner bestellen. Wer das Getränk nicht kennt: Es ist eine Mischung aus Tomatensaft, Korn und Tabasco, das nach Ketchup-Schnaps schmeckt und noch 15 Minuten nach Verzehr in der Kehle brennt. An die 40 Kneipen in Deutschland verkaufen jetzt "Soli-Mexikaner" – auch als ironische Anlehnung an Trumps Vorhaben, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu bauen und in den Staaten lebende Mexikaner abzuschieben. Mit dem Erlös unterstützen die Kneipen die Proteste gegen den G20-Gipfel. Das Mexikaner-Geld soll Flyer, Plakate und Technik der 2. Aktionskonferenz gegen den G20-Gipfel bezahlen.

Die Idee mit dem Promille-Protest kommt aus Hamburg. Johannes Meier fing auf der Reeperbahn mit dem Promille-Protest an und rief Wirte überall auf der Welt dazu auf, mitzumachen. "Es hat schon total die Eigendynamik entwickelt", sagt Meier zu VICE, "sogar Bars aus Barcelona und Kopenhagen verkaufen jetzt Mexikaner." Das Rezept bekommen sie aus Hamburg. "Auf unserer Website steht das Originalrezept aus dem Steppenwolf, der Reeperbahn-Kneipe, die den Mexikaner vor 30 Jahren erfand", sagt Meier.

Aber die meisten Kneipen, die bisher mitmachen, kommen noch aus Hamburg. Und das hat einen Grund: Am 7. und 8. Juli 2017 treffen sich dort die 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer zum G20-Gipfel. In der Vergangenheit wurden die Gipfel immer von heftigen Protesten und Ausschreitungen begleitet – gegen den Kapitalismus, gegen Autokraten und soziale Ungerechtigkeit.

Ein Blick auf die diesjährige Gästeliste verrät, dass auch Hamburg von Protesten nicht verschont bleiben wird. Im Gegenteil, denn sowohl Trump als auch Putin und Erdoğan reisen an. Die Hamburger Polizei rechnet mit mindestens 100.000 Gegendemonstranten. Neben einer Großdemonstration am 8. Juli sind Menschenketten, ein "Gipfel der globalen Solidarität" und mehrere Aktionskonferenzen in den Monaten vor dem G20-Gipfel geplant – hauptsächlich von linken Gruppierungen.

Wenn du zu faul für Aktivismus bist, aber den Protest trotzdem unterstützen willst, kannst du immer noch gegen Trump saufen. Ein Mexikaner in deinem Rachen für jeden Mexikaner (und jeden anderen), den Trump abschieben will, oder erst gar nicht in sein Land lässt.

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