Gerade noch rechtzeitig, bevor die Mission der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA zum Kometen 67P/Churyumov–Gerasimenko in rund drei Wochen zu Ende geht, hat die hochauflösende Kamera des Orbiters Rosetta nun doch noch den seit Mai 2015 verloren geglaubten Landeroboter Philae in den Weiten des Weltalls entdeckt—und zwar eingeklemmt in einer dunklen Ritze.
Auf dem Foto, das Rosettas OSIRIS-Kamera aus einer Distanz von 2,7 Kilometern geschossen hat, sieht man den gecrashten Korpus von Philae sowie zwei seiner drei Beine deutlich auf der Oberfläche des Kometen 67P (der von Weltraumfans auch zärtlich „Tschuri” genannt wird).
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Matt Taylor, der an der Rosetta-Mission als Projektwissenschaftler mitarbeitet, sagte gegenüber Motherboard: „Philae war die Kirsche auf dem Rosettakuchen, der wiederum zu einem wirklich riesengroßen Wissenschaftskuchen herangewachsen ist. Philae sollte die Ergebnisse auf den Boden der Tatsachen stellen. Und jetzt wissen wir exakt, wo sich dieser Boden befindet…”
Das Foto wurde am Sonntagabend zur Erde übertragen und zuerst von Cecilia Tubiana vom Göttinger Max Planck Institut für Sonnensystemforschung, Mitglied des OSIRIS-Kamerateams, untersucht. „Bei nur einem Monat Restlaufzeit der Rosetta-Mission freuen wir uns wahnsinnig, endlich ein Bild von Philae ergattert zu haben—und noch dazu in dieser faszinierenden Detailtreue!”, so Tubiana in einer Pressemitteilung.

Ein weiteres Bild von Philae in situ. Bild: ESA/Rosetta/MPS for OSIRIS Team MPS/UPD/LAM/IAA/SSO/INTA/UPM/DASP/IDA
2014 hatte der Rosetta-Orbiter den Landeroboter Philae in Richtung des Kometen 67P geschossen, doch nur drei Tage später kommunizierte er schon nicht mehr—seine Batterien waren platt. Die Wissenschaftler der ESA schlossen daraus, dass Philae abgeprallt sein musste und nun irgendwo in einem Graben oder unter einem eisigen Überhang verschmorte, wo kein Sonnenlicht seine Solarpaneele berühren konnte, um ihm neuen Saft zu geben. Diese Hypothese hat sich als korrekt herausgestellt: Das nun aufgetauchte Rosetta-Foto zeigt deutlich, wie gut Philae im Versteckspielen wirklich war.
Der Komet Tschuri hat jetzt eine Weltkarte
Das letzte Mal wurde der Landeroboter gesichtet, als er Tschuris Boden in einer Region namens Agilkia berührte. Dann prallte Philae ab und flog für rund zwei Stunden weiter durchs All, bis er schließlich in seiner letzten Ruhestätte landete; einer Region, die man Abydos nennt.
Zum Abschied meldete sich Philae im Juli 2015 noch einmal in Richtung Erde—und zwar per Tweet. Die jüngsten Versuche der ESA, im Januar dieses Jahres Kontakt mit dem Landeroboter aufzunehmen, scheiterten kläglich. Um Strom zu sparen, gab die ESA im Juli letztlich den Roboter schweren Herzens auf und schaltete Rosettas Kommunikationssystem ab, mit dem der Orbiter zuvor Kontakt zu Philae halten konnte. Der verunglückte Roboter raste derweil auf dem Kometen 520 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt in die Weiten des Weltalls und ward für immer verloren geglaubt.
„Diese erstaunliche Entdeckung ist das Ergebnis einer langen und extrem mühsamen Suche”, so der Rosetta-Missionsmanager der ESA, Patrick Martin. „Wir dachten, dass Philae für immer verloren sei. Es ist unglaublich, dieses Bild in den letzten Zügen der Mission doch noch eingefangen zu haben.”
Ende dieses Monats wird Rosetta seine Mission mit einem kontrollierten Absturz auf die Kometenoberfläche beenden und sich somit Philae anschließen. Mögen sie beide nach ihrem ausgiebigen Abenteuer durch unser Sonnensystem auf dem Kometen 67P in Frieden ruhen.
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