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Vice Blog

Der französische LSD-Trip

Im Jahre 1951 wurden ahnungslose Bewohner der französischen Stadt Pont-Saint-Esprit plötzlich von psychotropischen Halluzinationen befallen. Nicht umsonst war das Acid, der Dealer dieser Kleinstadt, par excellence. Aber um meine...
27.8.10

Im Jahre 1951 wurden ahnungslose Bewohner der französischen Stadt Pont-Saint-Esprit plötzlich von psychotropischen Halluzinationen befallen. Nicht umsonst war das Acid, der Dealer dieser Kleinstadt, par excellence. Aber um meine Quellen zu schützen, werde ich jetzt nicht zu viel verraten.

Damals war Acid als LSD-25 bekannt, eine zufällige Erfindung des Chemikers Albert Hofmann aus dem Jahre 1938. Eines Tages bekam die US-Regierung davon Luft und versuchte die Droge während des kalten Krieges als Wahrheitsserum einzusetzen. Nach dem es klar geworden war, dass die „Wahrheit" nicht wirklich auf der langen Liste der Nebenwirkungen stand, hatte die CIA beschlossen, LSD als potentielle Waffe einzusetzen. Dies war die Geburtsstunde des berüchtigten MK-ULTRA Projektes.

Die bizarren Ereignisse in der Stadt Pont-Saint-Esprit, bei denen Menschen von allen Sinnen verlassen wurden und sieben sogar starben, überschnitten sich mit dem Interesse der CIA an LSD. Damals machten die Ärzte einen seltenen, giftigen Pilz, der sich angeblich im Brot festgesetzt hatte für das Geschehene verantwortlich.

Der Enthüllungsjournalist Hank Albarell verfolgte seit langem die Geschichte von LSD und entdeckte neulich eine Akte, die pikante Details ans Licht bringt. Das besagte Dokument trug einen ziemlich verworrenen und höchst verdächtigen Namen: "Re: Pont-Saint-Esprit and F. Olson Files. SO Span/France Operation file, inclusive Olson. Intel files. Hand carry to Belin-tell him to see to it that these are buried." Albarelli entwirrte die Fachsprache und so wurde klar, dass Olson für Frank Olson stand, einen Wissenschaftler, der während des Pont-Saint-Esprit Vorfalls für die CIA geforscht hatte. Belin, für David Belin, einem Mitglied der Rockefeller Kommission, die sich mit der Aufdeckung von Fehltritten der CIA beschäftigte.

Als Albarelli die beiden Namen hatte, schloss sich der Kreis. Also muss Frank Olson Belin gebeten haben die Akte zu "begraben", da er darüber besorgt war, dass die CIA-Experimente an den Bewohnern der kleinen französischen Stadt auffliegen könnten. Der Freedom of Information Act enthüllte ein weiteres Dokument, aus dem ein anderer Fehlschlag der CIA hervorging. Ein Agent des schweizerischen Pharmakonzerns Sandoz (dem übrigens die LSD Patente gehören), offenbarte im betrunkenen Zustand, dass das Point-Saint-Esprit „Geheimnis" noch mehr zu bieten hat.

An dieser Stelle werden die Fakten etwas mager. Die CIA soll Acid in die Tanks mit Frischwasser gemischt und somit die Frischwasserzufuhr vergiftet haben. Dafür wurden bei Sandoz um die 10 Kilogramm des Zeugs bestellt. Sandoz erklärte jedoch, dass sie nur über eine Gesamtmenge von 10 Gramm verfügen. Jahre vergingen bis eines Tages der Militärforscher Dr. Jim Ketchum in seinem Büro einen Stahlbehälter mit LSD fand. Niemand konnte ihm erklären, woher die Kapsel kam und wohin sie nach einer kurzen Zeit auch wieder verschwand. Und jetzt eure Aufgabe: Findet den Behälter und bringt ihn bei uns vorbei.