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Hat Giovanni di Lorenzo die AfD um Stimmen betrogen?

Giovanni di Lorenzo hat zugegeben, dass er doppelt gewählt hat. Jetzt ist auch klar, warum die AfD wieder nicht die absolute Mehrheit erreicht hat. Millionenfacher Wahlbetrug!
27.5.14
Foto: Moritz Kosinsky | Wikipedia | CC BY-SA 3.0 DE

Giovanni di Lorenzo, der Chefredakteur der Zeit, hat kurz nach der Europawahl bei Günter Jauch ausgeplaudert, dass er zweimal gewählt hat: einmal mit seinem italienischen Pass im italienischen Konsulat, einmal mit deutschem im deutschen Wahllokal. Genial, Giovanni! Und obwohl die Ankündigung zuerst nur für Erstaunen sorgte (und für wütendes Grummeln bei Wolfgang Schäuble), wurde ziemlich schnell klar, dass di Lorenzo offiziell Wahlbetrug begangen hatte.

Chapeau! Mit 200 % Wahlbeteiligung liegt Giovanni di Lorenzo deutlich über dem gesamteuropäischen Durchschnitt.

— Jörg Thomann (@Thomann_J) May 26, 2014

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Auch wenn ihm das offensichtlich nicht bewusst war (obwohl er das vier Tage vorher in seiner eigenen Zeitung hätte nachlesen können), hat di Lorenzo sich eigentlich strafbar gemacht. Denn auch wenn man zwei Wahlbenachrichtigungen geschickt bekommen hat, darf man nur einmal wählen—nur leider ist das unmöglich zu kontrollieren. Di Lorenzo hat sich mittlerweile entschuldigt und versprochen: „Ich lasse nächstes Mal eine Wahl weg.“ Trotzdem lacht das ganze deutsche Internet über di Lorenzo. Aber ist der Chefredakteur wirklich „weltfremd wie Marie Antoinette“, wie ein Blog meint? Oder steckt dahinter ein perfider Plan?

Denken wir mal nach: In Europa leben an die acht Millionen Menschen mit zwei europäischen Pässen, theoretisch könnten sie alle ihre Stimme doppelt abgeben. Und wenn nicht alle acht Millionen danach zu Günther Jauch rennen und davon erzählen, wird man es womöglich auch nie herausfinden!

Aber gegen wen richtet sich dieser millionenfache potenzielle Betrug? Wer stellt eine so große Bedrohung für die etablierten Parteien dar, dass man eine so weitreichende Verschwörung anzetteln müsste? Ganz klar: die AfD. Zumindest wenn man den AfD-Wählern zuhört, die sich jetzt auf ihren Facebook-Fanpages in Rage reden, wenn sie an die Millionen Stimmen denken, um die sei bei dieser Wahl betrogen wurden.

Obwohl nicht ganz klar wird, wie eine Zweitstimme in einem anderen europäischen Land der AfD schaden soll, haben die Facebook-Rambos keinen Zweifel, dass es sich um Betrug handelt. Genau wie bei der Bundestagswahl ist klar, dass die AfD ein viel besseres Ergebnis als die eigentlich schon beeindruckenden 7 Prozent hätte einfahren müssen—wenn die etablierten Parteien nicht alles tun würden, um Volkes Stimme unter den Teppich zu kehren! Schließlich ist ja völlig klar, dass das Ergebnis viel zu niedrig ist, wie dieser User mit einem schlagenden Argument zu belegen weiß:

Tatsächlich, die Fanpage der AfD hat mehr als 118.195 Likes auf Facebook. Mehr als die Seiten der SPD (72.651) oder der CDU (82.394), aber lange nicht so viele wie Tokio Hotel (3,5 Millionen) oder Lukas Podolski (4,4 Millionen). Könnte man den perfiden Doppelwählern also einfach das Handwerk legen, indem man nach einer Facebook-Wahl Lukas Podolski und Tokio Hotel ins Europa-Parlament einziehen lässt? Vielleicht gibt es aber noch andere, rechtsstaatlich unbedenklichere Möglichkeiten, dem Betrug ein Ende zu setzen? Dieser empörte Wähler hat eine Idee:

Dieser Empfehlung, der mit ordentlich deutscher Großschreibung soviel Nachdruck verliehen wurde, ist die AfD Sachsen dann auch gleich nachgekommen, indem sie immerhin mal Strafanzeige gegen Giovanni di Lorenzo gestellt hat. Die sächsische AfD Landesvorsitzende Frauke Petry ließ keinen Zweifel: „Dieser Rechtsbruch ist nicht hinnehmbar und muss geahndet werden“, erklärte sie.

Ein AfD-Anhänger in Pinneberg nahm die Dinge gleich selbst in die Hand und beobachtete die Auszählung so genau, dass die Wahlhelfer Überstunden machen mussten. „Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, erklärte der Wahlhelfer Klaus-Peter Günther dem Pinneberger Tagblatt. Der ältere Herr habe solange behauptet, es würden Stimmen unterschlagen, bis man ihn aus dem Wahllokal warf. Daraufhin rief der Mann anscheinend selber die Polizei, ob die sich um die Betrüger kümmerte, ist nicht bekannt. „Unsere Wahlhelfer waren völlig verunsichert“, erklärte eine andere Wahlhelferin. Zu Recht! Vor dem gerechten Zorn der aufgebrachten AfD-Wähler sollten sich alle Betrüger in Acht nehmen!

Vor allem, wenn sie verblendete, selbstgerechte Bilderberg-Bastarde sind. Die sollen nur aufpassen, dass sie nicht wegen Volksverrat an die Wand gestellt werden! Also, lieber aufpassen, dass die AfD beim nächsten Wahlgang genug Stimmen bekommt, sonst gibt es richtig Ärger für Herrn di Lorenzo. Natürlich könnte man das Problem beheben, indem man ein europaweites Wahlrecht schafft, dass solche Dopplungen verhindert. Oder: Man könnte vorsorglich gleich allen Deutschen mit Zweitpass das Wahlrecht entziehen, dann wählen auch nur noch solche Deutsche, denen unser Land wirklich am Herzen liegt. Denn: „Freunde wir haben nur Eins !!!!!“ wie auch der Herr oben bemerkt hat. Welchen Weg würde die AfD wohl wählen, um sich vor der Betrugswelle zu schützen?

Wer mehr Eindrücke vom demokratischen Verständnis der AfD-Wähler gewinnen möchte, kann das auf diesem Blog tun, von dem auch der Großteil der hier gezeigten Screenshots stammen.