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Wahre Einblicke mit Alex Sturrock

Letzte Woche eröffnete Alex Sturrock seine Ausstellung No Comfort in Peckham London. Es wurden Monitore aufgebaut, auf denen Bilder gezeigt wurden, die live von Handys aus der ganze Welt geschickt wurden. Es lief besser als erwartet.
10.11.10

Letzte Woche eröffnete Alex Sturrock seine Ausstellung No Comfort in Peckham London. Es wurden Monitore aufgebaut, auf denen Bilder gezeigt wurden, die live von Handys aus der ganze Welt geschickt wurden. Es lief besser als erwartet, es kamen Bilder von einem Skaterboy aus Kabul, von Kindern aus einem Armenviertel in Zimbabwe und von einem kanadischen Typen, der nach alten Pfandflaschen sucht. Wir fragten Alex, wie man auf die Idee kommt eine Fotografie-Austellung zu eröffnen, in der die Bilder von Handys aus der ganze Welt kommen.

Ben Depp; Port-Au-Prince, Haiti

Vice: Kannst du uns erklären, um was es in deiner Ausstellung geht?

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Alex Sturrock: Guy Gormley fragte mich, ob ich nicht etwas für die Galerie Brickhouse machen möchte. Da fing ich an mir Wege zu überlegen, wie man Fotos von Handys verwenden kann. Ich mag das Ungewisse, wenn man keine richtige Kontrolle hat, was am Ende dabei herauskommt. Es gibt so viele Bilder, die uns die Massenmedien um die Ohren hauen, die haben alle nicht diesen Glanz. Sie wirken einfach unecht. Guy und ich überlegten wie wir wirklich „live“ ausstellen können. Ich fand es cool mit leeren Wänden zu beginnen und einfach abzuwarten welcher Inhalt kommt.

Wie bist du mit deinen Handy-Fotografen in Kontakt getreten?

Zuerst wurde viel Zeit ins Email schreiben investiert. Ich unterhielt mich mit Preston Rolls, ein engagierten Fotografen aus Zimbabwe. Er erzählte mir von den Kids, die ganz begeistert von der Idee waren. Als ich dieses Feedback bekam, gab es für mich kein Zurück mehr. Plötzlich spürte ich eine große Verantwortung diesen Kindern gegenüber, ihr Leben zu veröffentlichen.

Preston Rolls; Mufakose, Harare, Zimbabwe

Wie hat das ganze, technisch gesehen, funktioniert?

Es gibt Orte auf der Welt von denen wir nicht wirklich wissen, was dort eigentlich passiert. Und genau von diesen Plätze wurden Fotos gemacht. Die Bilder werden dann direkt an den Computer in der Galerie geschickt, wenn dort etwas neues eintrifft, wird es chronologisch geordnet und in eine Dia-Show eingefügt.

Leslie Knott; Kabul, Afghanistan

Welches waren die wichtigsten Schwerpunkte innerhalb der Ausstellung?

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Preston Rolls schickte ein Bild aus einem Armenviertel in Zimbabwe, dort leben 50% der Bevölkerung mit dem HI-Virus und die Hälfte der Kinder sind Waisen. Dann gab es noch Ben Depp, der Material einer Zwangsräumung, aus Haiti bereitstellte. Hala Al Safadi war im Gazastreifen unterwegs. Jake Simkin, Leslie Knott und Elliot Woods schickten Bilder aus Kabul und Ian Willms aus Toronto.

Was passiert den spektakuläres in Toronto?

Ein Mann namens Don lebt dort auf einer Müllhalde. Um sich Essen zu kaufen sammelt er Pfandflaschen. Er gräbt dort tiefe Tunnel und laut der Legende wurden schon einige Menschen lebendig begraben.

Ian Willms; Toronto, Canada

Grauenvoll…

Ja das stimmt schon, trotzdem waren die Bilder künstlerisch sehr ästhetisch. Solange der Gehalt stimmt, kann man alles fotografieren.

Was hat es mit den Storys in Kabul auf sich?

Diese Bilder zeigten etwas völlig anderes. Da kamen Bilder von echten schlimmen Plätzen, doch trotzdem erzählen sie warme Geschichten. Das Foto mit dem Skater zeigt, dass er trotz dieser Scheiß-Situation eine gute Zeit hat. Während die Bilder aus Simbabwe eher intim sind. Egal welche Stimmung geschaffen wird, beim Betrachten wird man immer Teil davon. Es ist ein sehr seltener Einblick, der einem geboten wird.

Jake Simkin; Kabul, Afghanistan

An dieser Stelle möchte ich Nan Goldin danken. Zu Beginn dachte sie, es würde nicht viel passieren, aber seit sie in die Breche gesprungen ist und mich unterstützt hat, ist alles perfekt gelaufen.