50 Dinge, die du diesen Sommer in Zürich unbedingt noch machen musst
Foto von der Autorin
Stuff

50 Dinge, die du diesen Sommer in Zürich unbedingt noch machen musst

Der restliche Sommer dauert mit ihnen zwar auch nicht länger, wird aber umso intensiver.
3.8.16

Das Wetter scheint sich vor einigen Wochen endlich entschieden zu haben, dass der Sommer auch in Zürich ankommen darf. Das bringt vor allem drei sehr tolle Dinge mit sich: Sonne, Sonne und Sonne. Doch Sommer heisst leider nicht nur, den ganzen Tag am Letten zu brutzeln und die lauen Nächte besoffen draussen zu verbringen, sondern auch, dass dein Facebook-Feed mit einfallslosen Sommertipps von Online-Medien zugespamt wird. Listen mit Titeln wie "Die besten Insider-Tipps für einen Sommer in Zürich" wollen dir zeigen, wie toll Dinge wie Street Food Festivals, Üetlibergspaziergänge oder die Street Parade sein können.

Anzeige

Doch all das ist für dich natürlich nicht wirklich etwas Neues. Deswegen haben ich und meine Redaktionskollegen unsere Köpfe zusammengesteckt und einen Versuch gestartet, dir eine wirklich neue Sammlung von Dingen zu erstellen, die du im Sommer in Zürich machen musst.

1. Statt dich und dein aufblasbares Einhorn auch noch die mit Gummitieren und Schlauchboote verstopfte Limmat runtertreiben zu lassen, nimm lieber die kurze Reise nach Eglisau auf dich, um genau das gleiche (nur mit weniger Leuten und mehr Wasser) auf dem Rhein zu tun.

2. Bevor du überhaupt daran denkst, dich unter das Fleischbad am Oberen oder Unteren Letten zu mischen, suchst du dir besser einen der 1.200 Brunnen der Stadt aus und verbringst den Tag mit genug Riesling und Bier im kleinen Nass.

3. Ist dir ein Brunnen-Dipping innerhalb der Stadt zu exhibistionistisch, gibt es auch in den Wäldern ganz nette Becken.

4. Oder du kühlst dich nachts und nackt im Brunnen ab.

Dieser Garten hat genug Platz für ein Becken

5. Schenk deinen Freunden mit dem grossen Garten ein Planschbecken für Erwachsene und schon hast du dich erfolgreich selbst zur Poolparty bei ihnen eingeladen.

6. Ob ihr im Planschbecken schlussendlich nackt seid oder doch noch etwas Stoff anhabt, solltet ihr untereinander und vielleicht mit den Bünzlinachbarn genauer ausmachen.

7. Wenn dir Exhibitionismus grundsätzlich zusagt, geh unbedingt auf dem Zürichsee nackt Pedalo fahren. Und immer schön aufstehen und winken, wenn Linienschiffe vorbeifahren.

Anzeige

8. Werde beim Date am Türlersee oder Greifensee zum Romantiker. Falls du den Greifensee wählst musst du dir am nächsten Tag nur begrenzt Sorgen machen—das sind Entenflöhe und keine Filzläuse, die für das Jucken zwischen den Beinen verantwortlich sind.

Im Greifensee hat's meistens mehr Enten als Schwimmer

9. Gratuliere, du hast den Pokémon-Hype überstanden! Geh in den neu entdeckten Pärken auch einfach so spazieren. Der Rieterpark zum Beispiel ist ganz schön und meist recht leer.

10. Lass die Drogen gleich zu Hause, wenn du am Wochenende vor hast, in einen überhitzten Club zu gehen. Spar dir die psychedelischen Substanzen besser für einen entspannten Nachmittag im Bruno Weber Park auf.

11. Und wenn wir schon bei Drogen, Parks und Nacktheit sind: Flitze nach dem Grillen durch den Irchelpark.

12. Mach die Dachterrasse deines Sommer-Flirts zur Club-Alternative.

13. Gibt es gerade keinen mit Zärtlichkeit erarbeiteten Dachterassenzugang, biete einfach deinem Nachbarn an, eine Bar auf seiner Terrasse zu schmeissen. Vergiss aber bloss nicht das Eis. Niemand mag lauwarme Drinks.

14. Lade deine Freunde zum Nachbarn zur DIY-Terrassenparty ein. Das ist immer noch günstiger als ein Abend am Rundfunk.

15. Verbring die After-Hour im Zoo. Dort bist du mit deinem durch Substanzen auf Instinkte reduzierten Verhalten nicht ganz allein.

16. Verbringe einfach so einen Sonntag stoned in der Masoalahalle. Es lohnt sich.

17. Lass das geliebte Werdinsel Openair (und damit auch die gefühlten hundert Smalltalk-Runden mit alten Schulfreunden) hinter dir und geniess am 20. August die Szene-freie Zone beim Hidden Air im oberländischen Wald.

Anzeige

18. Werde mittwochs bei den Serenaden im Park der Villa Schönberg zum Klassik-Connaisseur. Eine Woche verbleibt dir noch.

19. Organisiere dein eigenes Open Air. Plattformen wie Le son d'ête, Sofar Sounds oder SofaConcerts helfen dir auf die Sprünge.

20. Die Lethargy ist fast so überlaufen wie die Street Parade selbst. Durch den See an den Securities vorbeizuschleichen macht dich zwar nicht zu einem besseren Menschen aber halt einigen Spass.

21. Klappt die Reinschleicherei nicht, lass am Schlauer Bauer deinem inneren Hippie freien Lauf.

22. Gehe nachts über den Denzlerweg auf den Üetliberg. Die übliche Cervelat zum Schluss musst du aber selber mitnehmen.

23. Bist du zu faul für den steilen Üetliberg-Aufstieg, geniess den Ausblick auf die Stadt vom Hasenrain bei Albisrieden aus.

24. Zeig deinem Sommerflirt die wirklich romantische Alternative zur Rentenwiese im Segeler Moor bei Adliswil.

Die Autorin hat zwar keinen Sommerflirt, aber dafür Bier

25. Lerne am 11. September in der Metzg mit Blut zu kochen und zu backen.

26. Hau endlich mal ab aus der Stadt und erklimme einen Berg. Eine Übernachtung im Doppelzimmer auf dem Rigi gibt es ab zirka 100 Franken pro Nacht.

27. Setz dich samstags mit Liegestuhl, Sonnenschirm und Bier an den Bürkliplatz, um dir die Show der brutal getunten Autos mit Aargauer Nummernschildern anzusehen.

28. Nimm deinen Hedonismus zurück und leiste stattdessen Freiwilligenarbeit.

29. Leb Zürcher Dekadenz andererseits so richtig aus und mach einen Bootsschein. Autofahren lohnt sich sowieso nicht.

Anzeige

30. Realisiere, dass Zürich nicht die Welt ist. Steig am Hauptbahnhof in einen zufälligen Zug. So ein Tagestrip kostet auch kaum etwas und du siehst etwas von der Schweiz.

Beim Anblick dieses Fotos kriegt die Autorin gleichzeitig Heim- und Fernweh

31. Geh ab Mitte August Pilze sammeln. Vergiss aber nicht, deine Funde erst dem VAPKO zur Kontrolle zu geben, bevor du sie in den Topf knallst.

32. Wenn du eher nicht so auf Pilzkontrollen stehst haben wir übrigens gehört, dass es im Tösstal sowie im Zürcher Oberland Magic Mushrooms geben soll. Die Spitzkegeligen Kahlköpfe sind besonders halluzinogene Pilze.

33. Organisiere ein Klassentreffen mit deiner Primarschulklasse und spiel Rundlauf mit ihnen.

34. Wenn du gerade schon im Kindheitsmodus bist: Organisiere an einem Wochenende ein grosses Schere-Stein-Papier-Turnier auf einem Schulplatz. Nimm danach aber deinen Abfall mit.

35. Spiel all die politisch unkorrekten Spiele aus deiner Kindheit—der Helvetiaplatz schreit praktisch schon nach Völkerball und Co.

36. Miete eine ASVZ-Halle beim Zoo, um in der Nähe der Brüder im Geiste "Affen-Fangis" zu spielen.

37. Geh auf dem Camping-Platz in Wollishofen die deutschen Touristen "pflöckeln".

38. Stell dich vor die Jugendherberge an der Langstrasse und biete für 20 Franken pro Teilnehmer deine eigene Touristentour an. (Du darfst dich gerne an dieser 50-Punkte-Liste bedienen. Gern geschehen.)

Die Gemüsebrücke ist auch ein beliebtes Touristenziel

39. Mach FKK am Katzensee.

40. Setz dich am Morgen zu den Bier-Geniessern am Albisriederplatz oder der Langstrasse und lass dir die besten Rauschgeschichten erzählen.

Anzeige

41. Schenke einem Geburtstagskind eine Schnitzeljagd mit viel Bier.

42. Schnapp dir deine alte Super Soaker, miete ein Tretboot und hol dir den neuen Rekord im Stand-Up-Paddler-Versenken.

43. Schliess dich mit deiner Kamera einer asiatischen Touristengruppe an, anstatt zum 1000. Mal einen Instagram-Filter über ein True Love-Graffiti zu legen.

44. Kauf zwei Eiskugeln, setz dich neben einen Senior auf eine Parkbank und und hör zu, was er zu erzählen hat—und lerne, wie sich Eis und künstliche Gebisse vertragen.

45. Mach dasselbe mit einem Bewohner des Kochareals.

46. Erinnere dich an deine Pfadi-Jugend und verschönere einen Seilpark mit zusätzlichen Knoten.

47. Finde in einer Boulderhalle heraus, wieviel Schweiss ein Mensch verlieren kann.

48. Mach mal wieder einen Kickflip.

Das ist nicht die Autorin beim Skaten, sondern jemand anderes. Die Autorin kann zwar schon skaten, aber nicht ganz so gut

49. Überlass den Basilikum in deiner Küche endlich seinem Schicksal und geh stattdessen Blumen selber pflücken.

50. Beklage dich ausgiebig über das ambivalente Sommerwetter in Zürich—bald ist es schon zu spät dafür.

Laura auf Twitter.

VICE Schweiz auf Facebook und Twitter.