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Musik

Alt aber noch nicht tot

23.11.10

Gestern bin ich über Umwege auf einem Konzert von Deep Purple gestrandet. Ich bin kein besonders großer Fan von Klassik-Rock, noch von Rockern oder steinalten Rockern, oder klassisch rockenden Alt-Rockern. Und von Deep Purple auch nicht. Jedenfalls war ich dort. Was genau bedeutet, dass ich in der Max Schmelling-Halle war, in der sich zusammengerechnet bestimmt hunderttausende Jahre an alten Deep Purple-Fans zum Stelldichein ihrer früheren Idole versammelt hatten. Kennt ihr diesen bestimmten Geruch, den es so nur auf den Gängen eines Altersheims gibt? Diese Mischung aus Schweiß, Urin und Desinfektionsmitteln? In der Max Schmelling-Halle roch es exakt so, nur dass noch der Gestank schalen Biers dazukam.

Wie anstrengend es sein muss, seine Unterschrift auf einen Drum-Stick zu quetschen und wer kauft sich sowas überhaupt?

Er.

Das, was auch immer es ist, durfte ich mir für mehrere Stunden ansehen.

Die Semi-Vorband. Je älter man wird, desto mehr Wert legt man anscheinend auf die Details, wie eben auf eine gestaubsaugte Bühne.

Erinnert ihr euch an all die Belehrungen euerer Eltern und daran wie sie meinten, dass ihr irgendwann als Gammler enden würdet? Hallo Zukunft. Links daneben haben wir den Typen, der alle Ratschläge befolgt hat.

Yeah, Rock on Alter. Oder so etwas in der Art.

Tod oder Ruhm? Das habe ich bis heute nicht kapiert. Wirklich, denkt mal darüber nach, es ergibt keinerlei Sinn.

So sieht Rebellion im Herbst des Lebens aus.

Sie sind haben laut der Meinung vieler noch immer die größten Schwänze.

Weiße Sneaker, eine Designer-Jeans, das kurzärmelige weiße Hemd locker über den sich abzeichnenden Bauch und dazu in geschlossenen Räumen eine Sonnenbrille tragen. Wir alle werden alt, man sollte es besser akzeptieren.

Entweder das Flughafen-Gate für den Bummsbomber nach Phuket oder gestern Abend. Sucht es auch aus.

Aber am Ende wartet für uns alle ein Licht am Ende des Tunnels.