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Musik

Es ist schwer ausgestorben zu sein

Totally Enormous Extinct Dinosaurs wird seit einigen Wochen als die neue Offenbarung in Sachen elektronischer Tanzmusik gefeiert und ist nicht ohne Schuld am derzeitigen House-Revival.
13.6.12

Totally Enormous Extinct Dinosaurs wird seit einigen Wochen als die neue Offenbarung in Sachen elektronischer Tanzmusik gefeiert. Orlando Higginbottom ist der Mastermind des Projekts und durchaus nicht ohne Schuld am derzeitigen House-Revival. Mit brutal eingängigen Melodien und jeder Menge Pop-Appeal schafft er irgendwie den Spagat zwischen Szene-Akzeptanz und Radio-Tauglichkeit. Seine Live-Shows gehen regelmäßig in Konfettiregen unter, er hat bereits mit Leute wie Lady Gaga und Damon Albarn zusammen gearbeitet und am 11. Juni ist nun auch sein Debütalbum Trouble erschienen.

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Dass Orlando nicht nur musikalisch eine Ausnahmestellung einnimmt, zeigt seine aktuelle Kollaboration mit

ADAM&YOU

, in welcher er in Form

seines brandneuen Musikvideos

seine Inspiration durch ADAM (

Mehr findet ihr auf Facebook

) in einzigartiger Weise darlegt. Bevor ihr euch also auf das Interview stürzt, solltet ihr euch hierzu unbedingt noch das brandneue Making-Of Video ansehen:

Ein viel gefragter Mann also. Da kann man wohl auch mal die Geduld verlieren, doch für ein Interview mit uns hatte er trotzdem etwas Zeit. VICE: Du bist auf dem Cover der neuen Ausgabe des französischen Magazins TSUGi. Das ist das erste Mal für dich. Wie fühlt sich das an?
Orlando Higginbottom: Das ist merkwürdig für mich, aber macht auch Spaß. Sehr aufregend. Fühlst du dich jetzt wie ein Popstar?
Nein. Nicht mal ein bisschen?
Nein, ich glaube nicht. Aber die ganze Aufmerksamkeit, die du bekommst, muss sich doch irgendwie bemerkbar bei dir machen.
Na ja, weißt du, ich lese dieses französische Magazin nicht und ich sehe es nirgends in der Auslage. Das meiste passiert sowieso, ohne dass ich es wirklich mitkriege. Also ist das alles nicht ganz so merkwürdig für mich. Ist das Leben als Musiker denn so, wie du es dir vorgestellt hast?
Ja, schon. Ich habe nicht wirklich etwas Bestimmtes erwartet. Ich wusste nur, dass ich Musik machen will. Und das zu tun ist oft total super, aber ich bin auch wahnsinnig busy. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so viel zu tun haben würde. Das kam echt unerwartet. Also würdest du das Musikmachen als deinen Job bezeichnen?
Ja, absolut. Es ist ein Job, richtige Arbeit. Ich mache mir viele Gedanken dazu und investiere viel Zeit. Manchmal macht es Spaß und manchmal ist es grauenhaft, aber es ist immer Arbeit. Wenn du Musik machen als so harte Arbeit empfindest, wie war es dann für dich, deine erste Platte aufzunehmen?
Es hat recht lange gedauert und es war auf jeden Fall ziemlich schwierig. Ich habe dafür etwa anderthalb Jahre gebraucht. Es war eine Zeit, in der ich nicht genau wusste, welche Art Album ich machen will; ob ich überhaupt in der Lage sein würde, es fertig zu stellen und ob ich am Schluss glücklich mit dem Ergebnis sein würde. Aber es war definitiv eine gute Erfahrung und ich hab viel daraus gelernt. Für ein erstes Album bin ich wirklich zufrieden damit. Dein Album heißt Trouble. Was hat es mit dem Titel auf sich?
Ich hab das Album Trouble genannt, weil das der Track auf dem Album ist, der für mich am besten den Charakter und das Thema des Albums zusammenfasst. Es hält die Platte auch textlich zusammen. Tatsächlich ist „troubles“ ein Wort, das in jedem einzelnen Lied vorkommt, weil ich es wirklich sehr gerne singe. Wenn du dir das Album anhörst, fallen dir irgendwelche Passagen oder Dinge daran auf, die du jetzt anders machen würdest? Irgendwas, das du gerne verbessern würdest oder passt das alles so, wie es jetzt ist?
Sicher höre ich mir meine Songs an und überlege dann, was ich hätte anders machen können. Oft geht es bei meiner Musik ja auch darum, was gerade in diesem Moment so los war und das ist es, was du versuchst einzufangen. Du könntest die Songs natürlich ewig weiter verändern und auf die eine Art würden sie wohl besser werden und auf eine andere Art wieder schlechter. Du musst einfach irgendwann einen Schlussstrich ziehen und dir sagen: Jetzt sind sie fertig. Aber du hast ja schon noch die Gelegenheit sie zu verändern, wenn du live spielst. Machst du das?
Ja, ja, ich verändere alles. Ständig. Ich hab das Video zu deiner neuen Single „American Dream Part II“ gesehen und mich gefragt, ob du dir während der Dreharbeiten manchmal bescheuert vorkommst. Am Schluss sieht natürlich alles wahnsinnig toll aus, mit den Kostümen, aber wenn ich mir vorstelle, ich stehe da und lasse mir eine überdimensionierte Halskrause aus Federn anlegen und werde mit Glitzer bemalt …
Na ja, es sieht schon alles scheiße aus und klingt scheiße, wenn es halbgar ist. Und die Kostüme sehen scheiße aus, wenn sie halb fertig sind. Aber das ist es ja auch was den Schaffensprozess ausmacht. Wenn du schreibst und du hast einen halben Satz, dann funktioniert es eben nicht. Du musst dann aber einfach daran glauben, dass es am Ende läuft. Hast du eine konkrete Idee davon, wie alles am Ende aussehen soll?
Ja schon, eine grobe Idee auf jeden Fall. Aber in Wirklichkeit weißt du nie, was am Ende dabei raus kommt. Wie zum Beispiel bei diesem Video, obwohl es meine Idee war, es so zu machen.

Hat es denn Spaß gemacht das Video zu drehen oder war das auch so harte Arbeit?
Es kann sehr harte Arbeit sein. Weißt du, bei einem Video stehen zig Leute im selben Raum und versuchen ihre Arbeit zu machen und man kriegt sich in die Haare darüber, wie man alles im Video umsetzen soll. Aber es gibt immer auch Momente, in denen es Spaß macht. Wenn du gerade eine Einstellung gedreht hast, die wirklich toll aussieht oder wenn dir am Set eine neue Idee einfällt und du versuchst das noch mit rein zu bringen. Ich genieße die Drehtage wirklich, aber, weißt du, ich hab auch Videos gemacht, in denen die Sachen dann nicht so funktioniert haben. Ein Video zu drehen ist definitiv auch immer ein Risiko. Wenn du deine Kostüme auf der Bühne trägst, legst du dann eine Art Alter Ego an?
Nein, es gibt keine Kunstfigur oder ein Alter Ego. Das bin noch immer ich. Wenn ich kein Kostüm tragen würde, würde ich mich trotzdem ganz genauso verhalten. Ich trage einfach gern Kostüme. Heißt das, du interessierst dich auch für Mode, liest Modemagazine und gehst zu Modeschauen und all das?
Ich lese gar keine Modemagazine. Ich werde hin und wieder zu Modeschauen eingeladen, das mag ich wirklich sehr. Als ich anfing mit allem, war ich eigentlich wirklich gar nicht an Mode interessiert. Das kam mir wie eine völlig andere Welt vor, die ich nicht verstehe. Aber als ich anfing mit Leuten Outfits zu machen, begann ich mich für Kleidung zu interessieren. Hast du schon mal überlegt, selbst eine Kollektion zu entwerfen?
Ähm. Nein. Warum nicht? Wenn es dir Spaß macht dir solche Sachen auszudenken und du dich dafür interessierst, wie Kleider gemacht werden. Dann könntest du doch den kreativen Teil übernehmen.
OK. Wenn du mir die Sachen abkaufst … Du solltest drüber nachdenken. Ich stehe wirklich auf deine Bühnenoutfits, ich glaube, ich würde etwas tragen, dass daran angelehnt ist.
Cool.