FYI.

This story is over 5 years old.

Drogen

Auf LSD auf einer Hundeshow

Eine Hundeshow auf LSD ist wie die Hölle, nur voll mit Hunden, die mehr Aufmerksamkeit bekommen, als 40% der restlichen Welt.
16.7.12

Die Hundeshow in Westminster ist wie die Hölle, nur voll mit Leuten aus Westminster und Hunden, die mehr Aufmerksamkeit bekommen und ein besseres Leben haben, als 40% der restlichen Welt. Diese Unmengen an fehlgeleiteter Liebe und das ganze Geld, die täglich in diese ganzen Köter gesteckt werden, reichen aus, um eine vollständig nüchterne Person unruhig werden zu lassen. Aber immerhin habe ich gestern gelernt, dass ein LSD-Trip in diesem Epizentrum des Horrors eine großartige Art ist, einen Nachmittag zu verschwenden.

Wir haben unseren Tag in der Wohnung unserer Versuchsperson begonnen. Das hier ist Brayden und es war sein erster Acid-Trip, was mir bis kurz vor dieser Aktion allerdings nicht klar war.

 
Nach rund 30 Minuten auf dem Dach, sagte Brayden etwas wie „Ich fange an mich ein bisschen irre zu fühlen.“ Er schaute hoch, zu dem „kleinen schwarzen Berg“, der das Treppenhaus seines Gebäudes umgibt und sagte, dass er darauf klettern will. Wir haben Brayden davon abgeraten, auf etwas zu steigen, das kein Geländer hatte, um ihn vor einem 12 Meter Sturz, auf den Bordstein zu bewahren. Aber er sagte „Keine Sorge, das mache ich ständig“ und dann ist er ernsthaft dort hoch gerannt. Als er oben ankam, hat er angefangen wie ein Idiot zu grinsen und die ganze Zeit, wie in diesem beschissenen Film wiederholt, dass er ein goldener Gott sei. Schließlich konnte ich ihn dazu überreden wieder runter zu kommen, damit wir zum Madison Square Garden aufbrechen konnten.

Das hier war die erste Hundebesitzerin, die wir entdeckt haben, als wir aus dem Auto gestiegen sind. Brayden hat sich zuerst nicht getraut sich ihr zu nähren, weil sie von einer aufgebrachten Menge alter Menschen umgeben war, die ihre Tiere mit sich herumtrugen und etwas über Mitt Romney schrieen. Von einer Person auf LSD akzeptiere ich kein „nein“, deshalb habe ich Brayden auf sie geschubst. Sie hat sich aber nur weiter darüber ausgelassen, was Mitt Romney doch für ein Arschloch sei. Nicht wegen seiner politischen Ansichten, sondern weil er einmal seinen Hund auf das Autodach gebunden hat, während er von Massachusetts nach Ontario gefahren ist, oder so ähnlich.

Wie jeder weiss, gibt es wenn du auf einem Trip bist Dinge, die gute oder schlechte Vibes erzeugen. Diese Person, die sich als Hund verkleidet hat, verursachte bei Brayden erste Angstzustände. Er hat immer wieder gesagt „Ich mag diesen Hund wirklich nicht“ und „Ich kann durch seine Nase sehen, dass da drin eine gemeine asiatische Frau steckt.“

Wir gingen durch den Presseeingang, in einen leeren Gang mit Drehkreuz, das außer Betrieb war und in Richtung Wand zeigte. Brayden fand, dass das unglaublich witzig ist und schlenderte hysterisch lachend, immer wieder durch, um danach so zu tun, als würde er mit dem Gesicht gegen die Wand laufen.

Schließlich haben wir es in den Hauptbereich geschafft und haben diese Leute gefunden, die wahrscheinlich das genialste Paar waren, mit denen wir an dem gesamten Tag geredet haben. Als Brayden den Typ fragte auf was er denn stehe, hat er nur mit den Augen gerollt und gesagt: „der Unterschied zwischen einer Katzen und einer Hundeshow ist, dass bei einer Katzenshow die Frauen fetter sind.“ Das hat Brayden wirklich fertig gemacht.
 
In der Haupthalle waren die meisten interessanten Leute damit beschäftigt, ihre Hunde auf Kunstrasen hoch und runter tänzeln zu lassen. Deshalb gingen wir Backstage.

 
Auf dem Weg dahin begegneten wir diesen zwei. Was auch für einen negativen Einfluss diese asiatische Hundefrau auf Brayden hatte, er wurde sofort von diesen Zwei in Luft aufgelöst. Irgendwie haben sie es geschafft, eine telepathische Dopamin-Dosis genau in Braydens Gehirn zu feuern. Er liebte sie und wollte nah bei ihnen bleiben. Als wir sie verließen, hat ihm die Frau auf der Rechten einen Kaugummi gegeben. Und ich glaube, er hat ihn den gesamten Rest des Tages, als Erinnerung an diese kosmischen Gesprächspartner im Mund behalten.

Als ich ihn fragte, was so toll an ihnen war, sagte er: „Sie waren warm und haben geleuchtet. Hast du das nicht gespürt? Ich mochte ihre mollige und gemütliche Art. Sie waren wie zwei Teddys, die dir Kaugummi geben.“

Die Züchter im Backstagebereich haben mich an die Leute von Occupy Wall Street und an ihr Lager im Zuccotti-Park erinnert, bevor sie rausgeschmissen wurden. Das Einzige was gefehlt hat, waren  ein paar dumme Protestschilder. Wenn man jetzt noch die Frau mit dem Plakat über Romneys Köter  in die Mitte geschmissen hätte, wäre die Szene absolut identisch gewesen.

Die erste Person, mit der wir geredet haben, war dieser Typ. Einige Leute auf LSD glauben eine seltsame Verbindung zu Tieren zu haben. Dieser Typ hat Brayden erzählt, wie er es schafft, seinen Hund so aussehen zu lassen oder über was auch immer Züchter gerne reden. Aber Brayden hat nicht wirklich aufgepasst. Er war in dem Zustand, in dem sein Geist und der des Hundes eins wurden. Nach dem Interview war er sehr verwirrt.

Sich im Backstagebereich zu bewegen war ein bisschen wie von einer Flutwelle erfasst zu werden. Die Menschenmenge bewegt sich und wenn man versuchte, sich umzudrehen oder anzuhalten, stieß man sofort mit der Person hinter einem zusammen. Brayden hat diese Frau entdeckt, die sich an die Seite gesetzt hat, um ein Nickerchen zu machen und sofort sprang er aus der Masse heraus und hielt ihr sein Mikrofon ins Gesicht. „Haben sie Spaß?“ Sie erwachte zum Leben als ob er sie mit einem Defibrilator geschockt hätten und sagte: „Ja! Wir haben gewonnen, Wir sind sehr aufgeregt!“. Sie sah etwas verwirrt aus, was wiederum Brayden verwirrt hat. Deshalb sind wir einfach weitergegangen.

Brayden hat nie in seinem Leben einen Hund besessen, aber aus irgendeinem Grund wollte er unter allen Umständen dieses Gratis-Hundefutter, das verteilt wurde. Er hat für ungefähr zehn Minuten in einer Schlange gewartet, um eine kleine Tüte zu bekommen. Dann hat er ohne Vorwarnung etwas davon in seinen Mund gesteckt. Er sagte, es war scheußlich und hat es ausgespuckt. Alles passierte so schnell, das ich keine Gelegenheit hatte, ein Foto zu machen. Deshalb habe ich ihn dazu gezwungen, noch einmal etwas davon zu essen.

Wenn du den Geschmack davon an seinem Gesicht ablesen kannst—genauso schlimm war es.

Als nächstes, hat Brayden dieses Mädchen entdeckt. Er sagte, dass er mit ihr reden will, um ihr zu sagen, „dass sie von allen Bitches die Schönste ist“. Aber es endete damit, dass er ihr nur gesagt hat, dass sie die hübscheste auf der Hundeshow ist.

Auf unserem Weg zurück blieb Brayden an der Rolltreppe hängen. Wenn man auf LSD ist, kannst du locker einen ganzen Tag damit verbringen, auf so ein Gesichter-Laufband zu starren. Als wir ihn weg schoben, sagte er: „Ich wollte doch nur jedes Gesicht ein mal anfassen. Sie sahen alle so verrückt aus.“

Als wir zurück waren, war ein Teil der Show bereits fast zu Ende. Ich will ja nicht behaupten, dass diese Frau Dalmatinerbabies klaut, um sie dann zu Mänteln zu verarbeiten—aber alles an ihr hat mich an Cruelle De Vil erinnert. Sie war eine Jurorin, und soweit ich beurteilen konnte bedeutete das, dass sie vor den Hunden auf und ab lief, während die Besitzer ihre Tiere dazu brachten ihre Schwänze hochzustrecken.

Als sich die Reihe der Hunde nach vorne bewegte, zogen die Besitzer die Hunde nicht etwa an der Leine ein paar Schritte weiter, sondern taten das, was die Frau in der Mitte demonstriert. Sie packten das Tier mit einer Hand an der Vagina oder dem Penis und mit einer am Hals und bewegten sie so etwas weiter nach vorn.

 
Zu diesem Zeitpunkt war Brayden nahezu hirntot, deshalb saß er alleine in der Menge und machte Bilder von der Decke.

Das ist eines davon.

Nachdem alle den Kunstrasen verlassen hatten, rannte Brayden zum Podium. Er stand da und redete mit unserem Kameratyp, der gut 20 Meter weit weg stand über seinen Tag. Und das zehn Minuten lang. Nachdem wir wegen dieses radikalen Bruchs mit der Hundeshow-Etikette immer noch nicht rausgeschmissen wurden, gaben wir auf und gingen wieder nach Hause, zurück in unsere dunklen, hundelosen Apartments.

Weitere LSD-Trips mit uns findet ihr hier: 

Anzeige

Auf LSD auf dem Weihnachtsmarkt

Auf LSD bei der London Fashion Week

Auf LSD in einem Werbespot

Auf LSD bei den Druiden

Auf LSD auf einem Lauryn Hill-Konzert