Sex

Ein 17-Jähriger aus Mexiko soll an einem Knutschfleck gestorben sein

Wir haben Experten gefragt, ob das stimmen kann.
30.8.16

Love bites—kann Knutschen gefährlich sein? | Foto: Michelle B. | Flickr | Creative Commons 2.0

"Wer nicht küsst, der ist so gut wie tot", hat Goethe einst gesagt. In Mexiko-Stadt soll jetzt genau das Gegenteil passiert sein: Ein Junge soll durch einen Kuss gestorben sein, zumindest indirekt.

Es klingt wie eine Geschichte aus X-Factor: Irgendwie zu absurd, um wahr zu sein. Ein Mädchen soll ihrem Freund einen Knutschfleck verpasst haben, beim Abendessen habe er dann Krämpfe bekommen und kurze Zeit später sei er schließlich gestorben. Seine Freundin soll abgehauen sein. So berichtet es die britische Zeitung Mirror. Wäre es wirklich eine Geschichte aus X-Factor gewesen, hätten wir die Geschichte bis zur Auflösung für komplett erfunden erklärt.

Wie soll ein Liebesbiss im echten Leben zum Tod führen? In der Nachricht wird das so erklärt: Der Knutschfleck am Hals des 17-jährigen Julio habe ein Blutgerinnsel verursacht, das ins Gehirn gewandert sei. Dort habe es einen Schlaganfall ausgelöst.

Wir fragen bei der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft nach, ob die Ärzte einen Zusammenhang zwischen einem Knutschfleck—einem blauen Fleck ausgelöst durch den Unterdruck, der beim heftigen Küssen entsteht—und einem Gerinsel im Hirn für möglich halten. Sie schreiben: "Aus medizinischer Sicht besteht hier nach Einschätzung der Experten kein Zusammenhang."

Angst müsst ihr also kaum haben, wenn jemand demnächst an eurem Nacken nagt. Freut euch lieber. Wir glauben eher, küssen beschert uns mehr (schöne) Lebenszeit: Wir trainieren dabei unbemerkt alle Gesichtsmuskeln und stärken unser Immunsystem. Außerdem wird beim Küssen Stress abgebaut—und wie sagte der vielleicht älteste Mann der Welt erst diese Woche: Das Rezept für ein langes Leben ist die Ruhe.

Knutscht um euer Leben. Und denkt daran, was Goethe gesagt hat.