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Ein Text für alle, die denken, dass Rauchen OK ist

Niemand findet Rauchen auf Anhieb toll und niemand macht es, weil die Hände danach so gut riechen.
22 Februar 2016, 10:30am
Foto: Qfamily

Foto: Heiner Adams | Flickr | CC BY 2.0

Rauchen ist scheiße. Ja, ich habe es gesagt. Ich muss zwar gestehen, dass Rauchen manchmal ziemlich cool aussehen kann, aber ich weiß auch, dass das in Wirklichkeit seltener der Fall ist, als du vielleicht denkst.

Wer mir jetzt mit dem Argument kommt „Nicht alle rauchen, um cool zu wirken", der überzeugt mich nicht wirklich. Aber es geht ja auch darum, warum man angefangen hat. Ich kenne niemanden, der mir guten Gewissens sagen kann, den ersten Zug der ersten Zigarette genossen zu haben. Niemand fand Rauchen auf Anhieb toll und niemand macht es, weil die Hände danach so gut riechen.

Foto: Robert Huffsutter | Flickr | CC BY 2.0

Aber wieso rauchen Menschen dann überhaupt? Die logischste aller Erklärungen dürfte wohl die Nikotinabhängigkeit sein. Doch nach dem ersten Zug ist man noch lange nicht abhängig. Selbst das allwissende Internet scheint die Gründe, wieso circa 12,5 Prozent der Menschen trotzdem immer wieder zu diesen ekligen Glimmstängeln greifen, nur erahnen zu können. Die Frage wird in Gesundheitsforen heiß diskutiert und so finden einige alternative Begründungen den Weg ans Licht: soziales Umfeld, Alltagsstress, Alkohol oder einfach nur die Macht der Gewohnheit.

Aber ganz egal, aus welchen Gründen Menschen zur Zigarette greifen, Fakt ist: Sie tun es. Und damit schaden sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihren Mitmenschen und der Umwelt. Also schmeißt eure letzten Zigarettenpäckchen in den Müll und werdet zu gesünderen Menschen. Hier lest ihr wieso:

Raucher verschmutzen die Umwelt

Nennt mich einen Öko, aber die Fakten sprechen für sich: Nicht nur, dass Rauchen aktiv unsere Luft mit hochgiftigen Substanzen wie Blausäure, Ammoniak oder Kohlenmonoxid verpestet und die Gehwege, auf denen wir jeden Tag zur Arbeit gehen, mit kleinen orangen Flecken versieht, nein, Rauchen schadet unserer Welt auch passiv (und damit meine ich nicht Passivrauchen).

Riesige Teile der Tropenwälder werden für den Anbau von Tabakpflanzen abgeholzt. Durch großzügigen Einsatz von chemischem Dünger und Pestiziden werden Böden und Grundwasser vergiftet, wodurch sich Krankheiten besser verbreiten können. Und da Tabakpflanzen im Vergleich zu anderen Pflanzen viel mehr Stickstoff, Kalium oder Phosphor benötigen, werden die Anbauflächen von Tabakpflanzen um einiges mehr von Bodenerosion belastet, was die Ernte-Erträge schrumpfen lässt. Da deswegen immer mehr lebensnotwendige Agrarpflanzen durch Tabakpflanzen ersetzt werden, sind Hunger und Armut die Folge. Wie kann man da noch guten Gewissens eine Zigarette in den Mund stecken?


Das etwas andere Rauchen:


Rauchen macht vergesslich

Nicht nur, dass Rauchen der täglichen Selbstvergiftung gleichkommt und dadurch schon heftig an der Grenze zur Dummheit kratzt, nein, es gibt jetzt sogar einen wissenschaftlichen Beweis für die neurologische Unterentwicklung von Rauchern. Denn offenbar sind die Auswirkungen von Nikotin auf neurologische Prozesse im Gehirn auf Dauer schädlicher als bisher angenommen.

Schweizer Forscher der ETH und der Universität Zürich sowie der Universität Bern haben herausgefunden, dass das Glutamat-System von Rauchern und Ex-Rauchern dauerhaft geschädigt ist. Nach dem derzeitigen Kenntnisstand ist Glutamat für die Bewegungssteuerung, Sinneswahrnehmung und auch das Gedächtnis unabdingbar. Eine Verringerung der Produktion von Glutamat dürfte also der gesunden Entwicklung dieser Sinne entgegenwirken.

Foto: Archives New Zealand | Flickr | CC BY 2.0

Rauchen tötet nicht nur dich selbst

Was auf den ersten Blick übertrieben scheint, entspricht über Kontinente hinweg gesehen leider der Wahrheit. Denn oftmals erkranken Arbeiter (unter denen sich nicht selten auch Kinder befinden) auf Tabakplantagen an der sogenannten „grünen Tabakkrankheit", die durch Kontakt mit nikotinhaltigen Tabakblättern ausgelöst wird. Diese äußert sich in Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen, Atemnot und akuten Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Theoretisch könnte dieser Krankheit mit wassserdichter Schutzkleidung vorgebeugt werden. Da Tabak aber oft in Entwicklungsländern angebaut wird, können sich Feldarbeiter diese nicht leisten. Außerdem ist es dort so heiß, dass Arbeiten in luftundurchlässiger Kleidung einem Saunagang gleicht—nur eben ohne Entspannung.

Normalerweise dauert die Tabakkrankheit circa drei Tage und ist nicht tödlich. Bei mehrfachen Erkrankungen steigt aber die Gefahr, an Herzkrankheiten oder Krebs zu erkranken. Wer also raucht, der fördert nicht nur den eigenen Lungenkrebs, sondern erhöht das Risiko der Krebserkrankung bei Erwachsenen und Kindern in Entwicklungs- und Schwellenländern.

Raucher stinken

Habt ihr schon einmal an euren gelb gefärbten, verseuchten Raucherfingern gerochen? Oder an euren Kleidern? Oder an euren Haaren? Tut es. Sofort.

Raucher haben eine schwächere Persönlichkeit

Bevor ihr mit euren Hasstiraden loslegt, nehmt euch kurz eine Minute Zeit und atmet tief durch. Natürlich haben nicht alle Raucher per se eine schwächere Persönlichkeit. Aber Rauchen ist nun mal eine Sucht. Und eine Sucht bringt immer eine Persönlichkeitsveränderung mit sich, denn ein Süchtiger wird sein Verlangen oft über alles andere stellen. Gerne belügen Raucher sich und ihre Mitmenschen mit Ausreden wie „Ich könnte schon aufhören, ich will einfach nicht". Ganz ehrlich: Nein, könnt ihr nicht. Sonst würdet ihr es tun. Und daran ändert auch euer sowieso schon längst verdrängter Neujahrsvorsatz nichts.


Titelbild: Qfamily | Flickr | CC BY 2.0