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Hangover-News, 4. April 2016

Beim Begräbnis von Guido Westerwelle passiert eine Panne, die „Panama-Papers" überführen Hunderte Stars und Politiker der Geldwäsche und es gab schwere Gefechte zwischen Armenien und Aserbaidschan.

von Marlene Göring
04 April 2016, 6:20am

Schwere Gefechte zwischen Aserbaidschan und Armenien

Ein verwundeter Soldat wird in eine aserbaidschanisches Krankenhaus eingeliefert | Foto: imago | TofikxBabayev

Armenien und Aserbaidschan kämpfen um das umstrittene Grenzgebiet Berg-Karabach. Am Samstag sollen in heftigen Gefechten offiziell 18 armenische und 12 aserbaidschanische Soldaten getötet worden sein—die beiden Südkaukasus-Staaten schätzen die Verluste auf der gegnerischen Seite jeweils weit höher ein. „Das sind die schwersten Kämpfe seit dem Beginn der Waffenruhe 1994", zitiert Bild den armenischen Präsidenten Sersch Sargsjan. Am Sonntag meldete das Verteidigungsministerium in Aserbaidschans Hauptstadt Baku dann eine Feuerpause als „Zeichen guten Willens"—sagte aber auch: Sollte das armenische Militär weiter provozieren, würden die von den armenischen Truppen besetzten Gebiete „befreit", meldet die Welt. Die internationale Gemeinschaft kritisiert die neuen Kämpfe in der Region. Aber Recep Tayyip Erdoğan sagte dem Verbündeten Aserbaidschan seine Unterstützung zu: „Wir werden Aserbaidschan bis zum Ende unterstützen", sagte der türkische Präsident am Sonntag. In dem umkämpften Gebiet leben vor allem armenische Christen, obwohl es völkerrechtlich zu Aserbaidschan gehört. Anfang der 1990er hat sich die Region aber von Aserbaidschan nach einem Krieg mit mehr als 30.000 Toten abgespaltet.

Abschied von Guido Westerwelle und Hans-Dietrich Genscher

Erinnerung an FDP-Mann Westerwelle in Köln | Foto: imago | C. Hardt/Future Image

Hunderte haben sich am Samstag in Köln versammelt, um FDP-Mann und Ex-Außenminister Guido Westerwelle zu verabschieden. Am 18. März war der erst 54-Jährige an Leukämie gestorben. Bei der Trauerfeier fand Bundeskanzlerin Angela Merkel sehr persönliche Worte: Sie habe nicht glauben wollen, dass es ihm nicht vergönnt sein sollte, sein „zweites Leben nach der Politik" gebührend auszukosten, schreibt Spiegel Online. Das anschließende Begräbnis war nicht öffentlich, aber nach dessen Ende strömten Hunderte Menschen auf den Kölner Melaten-Friedhof, um Blumen und Kränze abzulegen. Ohne Panne lief die Feier aber nicht ab: Das Holzkreuz am Grab hatte den Politiker sieben Jahre jünger gemacht—statt 1961 stand dort 1967 als Geburtsjahr, die Eins war mit einer Sieben verwechselt worden. Auch Hans-Dietrich Genscher wird bald gebührend verabschiedet. Am Sonntag bestätigte eine Sprecherin des Präsidialamts einen Bericht der Bild am Sonntag, dass dem ehemaligen Außenminister eine besondere Ehre zuteil wird: Für ihn soll ein feierlicher Staatsakt stattfinden, so wie zuletzt für den verstorbenen Helmut Schmidt Ende November 2015 in Hamburg. Normalerweise sind Staatsakte Bundeskanzlern und Bundespräsidenten vorbehalten, sie können aber prinzipiell für jeden stattfinden, der sich besonders verdient gemacht hat. Genscher war fast zwei Jahrzehnte lang Außenminister und Vizekanzler, bis er 1992 aus der Politik ausschied.

Der Flughafen Brüssel ist wieder geöffnet

Symbolbild: Brüsseler Flughafen | Foto: imago | Benoit Doppagne

Seit Sonntag wird ab Brüssel wieder geflogen. Keine zwei Wochen nach den Anschlägen auf den Flughafen Zaventem und die Brüsseler U-Bahn mit 32 Toten starteten wieder die ersten Maschinen. Allerdings bleibt der Flugverkehr noch stark eingeschränkt: Erst drei Flüge nach Faro, Turin und Athen verließen am Sonntag die Landebahn. Laut Flugplan kommen in den nächsten Tagen aber noch Maschinen nach New York, Dakar, Paris, Berlin und andere Orte dazu. Ganz normal wird der Flugverkehr wohl erst im Juni oder Juli wieder laufen. Bei dem Anschlag wurde ein großer Teil der Check-in-Halle zerstört, deshalb wurden Pässe und Tickets vor dem Flughafen in extra eingerichteten Zelten geprüft. Neu sind auch weitere Kontrollen und höhere Sicherheitsvorkehrungen: Ab sofort wird noch vor dem Check-in das Gepäck untersucht. Fluggäste sollen deshalb schon zwei Stunden vor dem Abflug anreisen. Währenddessen kam es in der Stadt zu Ausschreitungen: Trotz Versammlungs- und Demoverbot marschierten im muslimisch geprägten Stadtteil Molenbeek rechte Demonstranten auf und stießen dort mit linken Gegendemonstranten zusammen. Die Polizei nahm etwa 100 Leute vorübergehend fest.

„Panama-Papers" enthüllen die schmutzigen Geschäfte Hunderter Politiker und Stars

Oh, wie schön ist Panama | Matthew Straubmuller | Flickr | CC BY 2.0

Es ist der größte Leak der jüngsten Zeit: Hunderte Staatschefs, Diktatoren und Sportstars haben in der Steueroase Panama schmutzige Geschäfte gemacht. Das hat die Süddeutsche Zeitung zusammen mit dem Consortium for Investigative Journalists (ICIJ) aufgedeckt. Im Zentrum der Affäre steht anscheinend Russlands Präsident Putin. Die belastenden Dokumente wurden der SZ anonym zugespielt, insgesamt 2,6 Terabyte wurden über Wochen von etwa 400 Journalisten in 80 Ländern ausgewertet. Die Daten einer panamaischen Kanzlei zeigen, wie über zwei Milliarden Dollar durch Briefkastenfirmen geschleust wurden. Die Beteiligten konnten so ihr Vermögen verschleiern und außer Landes schaffen. Insgesamt 214.000 Gesellschaften sind in dem Netzwerk für Offshore-Geschäfte verstrickt. „In dem riesigen Datenberg tauchen auch die Namen von Superreichen, Sportlern, Waffenhändlern, Spionen und Betrügern auf", schreibt die SZ. Darunter seien Putin, ein Cousin Assads, die Fifa und Lionel Messi.

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