
Anzeige
Anzeige

Ägypten
von Magdy El ShafeeDiese düstere Graphic Novel beschäftigt sich eingehend mit dem ständigen Einfluss der Armut auf die ägyptische Bevölkerung und mit der Korruption, die für viele Ägypter unter dem ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak zum täglichen Leben gehörte. Als das Buch 2008 veröffentlich wurde, schritt die ägyptische Regierung gleich ein: Sicherheitskräfte durchsuchten den Verlag, beschlagnahmten alle Exemplare und verboten dem Unternehmen, noch mehr davon zu verkaufen. Dabei wurde behauptet, dass das Buch „gegen die öffentliche Moral verstößt.“ Der Autor und der Verleger wurden verhaftet und mussten eine Geldstrafe zahlen. Seit 2013 ist Metro endlich wieder erhältlich—zumindest in einer Buchhandlung von Kairo.

Vereinigte Arabische Emirate und Saudi-Arabien
von Benyamin & Joseph KoyippallyDas Buch (2008 in Malayalam geschrieben) des in Bahrain lebenden Autors Benyamin erzählt die fiktionale Lebensgeschichte eines indischen Gastarbeiters, der von seinem Arbeitgeber misshandelt und dazu gezwungen wird, für drei Jahre auf einer Ziegenfarm in Saudi-Arabien zu arbeiten. Der Roman gewann den Kerala Sahitya Akademi Award und schaffte es auf die lange Liste des Man Asian Literary Prizes. Dieses Jahr wurde die arabische Übersetzung laut Berichten sowohl in den Vereinigten Arabischen Emiraten als auch in Saudi-Arabien verboten. Die Gründe dafür sind unbekannt und—vor allem dem Autor—unverständlich. In dem Buch geht es schließlich um menschliches Leiden im Allgemeinen.
Anzeige

Marokko und viele andere Länder des Nahen Ostens
von Mohammed ChoukriDer marokkanische Autor Mohammed Choukri lernte erst im Alter von 20 Lesen und Schreiben. Er verfasste seine Autobiographie über seine Jugend in Armut und beschrieb dabei sehr detailreich die armen Verhältnisse, den Drogenmissbrauch und den Zwang zu stehlen und sich zu prostituieren, um über die Runden zu kommen. Die Übersetzung des Buches wurde 1973 zum ersten Mal veröffentlicht. Als man es auch in Arabisch rausbrachte, zog der Innenminister von Marokko das Buch von 1983 bis 2000 aus dem Verkehr. 2005 wurde Choukris Text wegen der expliziten Sexszenen außerdem aus dem Lehrplan der Amerikanischen Universität Kairo gestrichen, drei Jahre später konfiszierten Zensoren das Werk auf der Internationalen Buchmesse in Kairo.

Ägypten und viele andere Länder des Nahen Ostens
von Naguib MahfouzDer kontroverse Roman wurde 1959 zum ersten Mal in fortgesetzter Form von der staatlichen Zeitung Al-Ahram veröffentlicht. Erst als er im darauffolgenden Jahr in Buchform herausgegeben wurde, kam das Verbot. Grund dafür waren die heiß diskutierten religiösen Inhalte des Romans (1994 stachen zwei religiöse Extremisten auf Mahfouz ein; er überlebte den Angriff). Dieses Verbot blieb in Ägypten fast 50 Jahre lang bestehen, bis das Buch 2008 erstmalig wieder gedruckt wurde. Ganz vom Tisch scheint die Kontroverse allerdings noch nicht: 2011 wurde Sons of Gebelawi vom mehrfach prämierten Ibrahim Farghali in Ägypten und Kuwait zensiert—ein Roman, der von Die Kinder unseres Viertels inspiriert ist.
Anzeige

Jordanien
von Susan AbulhawaDiese 2010 erschienene Geschichte über eine palästinensische Familie, die nach 1948 in einem Flüchtlingslager lebt, enthält mehrere Charaktere—darunter auch Zwillinge, die getrennt werden und dann jeweils in einer israelischen und in einer palästinensischen Familie aufwachsen. In Jordanien ist das Buch zwar auf Englisch erhältlich, die arabische Version wurde letztes Jahr allerdings aus politischen Gründen verboten. In einem Interview vermutete die Autorin, dass den Zensoren der Teil des Buches nicht passt, in dem sich Jordaniens König Abdullah und Israels Premierministerin Golda Meir treffen. Sie ist sich aber nicht sicher.

Kuwait
von Abdullah Al BusaisAbdullah Al Busais Roman wurde diesen Monat vom kuwaitischen Informationsministerium verboten. In dem Buch geht es das Leben in Kuwait vor und nach der irakischen Invasion im Jahre 1990. Es kommt auch ein Charakter vor, der als Bidun zur staatenlosen Bevölkerung Kuwaits gehört. Berichten zufolge wurde das Buch verboten, weil darin „ein heikler politischer Zeitraum“ behandelt wird.