Es gibt im Internet einen wunderbaren Ort, an dem ein Nutzer schreiben kann, er wisse zwar, wie er seine Frau zum Dinner ausführt, aber nicht, wie er zum Dessert "ihre Pussy aufessen" soll. Und statt Spott und Häme zu ernten, antworten Nutzer und Nutzerinnen des Subreddit "Chickflixxx" mit Links zu Cunnilingus-Pornos, in denen sich die orale Befriedigung der Frau über mehrere Minuten dehnt, verschiedene Techniken gezeigt werden und das Ganze nicht mit ein wenig schnellem Rumgelecke vorbei ist.
Die Frauen (und die wenigen Männer) von Chickflixxx kommentieren, teilen und empfehlen kostenfreie Pornos. Es geht ihnen darum, dass die Frau wirklich Spaß hat und das Drehbuch keinem feuchten Männertraum entspringt. Pornogenres wie "Dreier", "Babysitter" oder "Missionary" sind unwichtig, vielmehr sollten der weibliche Höhepunkt und die gemeinsame Lust im Vordergrund stehen.Der Name des Subreddit könnte sich vom abfälligen Slangbegriff "Chick Flick" ableiten, der für Filme benutzt wird, die auf das weibliche Geschlecht ausgerichtet sind, Sex and the City, 10 Dinge, die ich an dir hasse, Bridget Jones. Sowas. Oder auch feministische Pornos wie die von Erika Lust. Eben alles, was manche Männer als "Frauenkram" bezeichnen würden. Die "Chickflixers" feiern trotzdem das, was ihr feminines Herz höher schlagen lässt, ohne sich dafür zu schämen.
Auch bei VICE: Pornostars verraten ihre besten Sex-Hacks
Um aktiver Teil der 119.000-Follower großen Community zu sein, lautet die wichtigste Regel: Jeder geteilte Porno muss eine genaue Beschreibung haben. Eine Art Szenenbeschreibung, die weit über "Mann, Frau, nackt, rein, raus, fertig" hinausgeht und manchmal ungewollt komisch ist: "Hot British Guy redet mit der Kamera über sich selbst und holt sich dabei einen runter. Erinnert mich an einen Vlog. Er ist aufrichtig, aber auch seltsam, alles schreit nach Amateur, das macht es irgendwie heiß." Auf Anfrage von VICE erklärt eine Nutzerin den Channel in einer privaten Nachricht so: "Wir sind eine weiblich orientierte Community aus Pro-Porno-Frauen." Die Nutzerin, die ihren Namen nicht verraten möchte, sei über die strikten Regeln froh, das würde viel Spam verhindern und einen sicheren Ort im Internet schaffen, um sich über Pornos auszutauschen.
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Um aktiver Teil der 119.000-Follower großen Community zu sein, lautet die wichtigste Regel: Jeder geteilte Porno muss eine genaue Beschreibung haben. Eine Art Szenenbeschreibung, die weit über "Mann, Frau, nackt, rein, raus, fertig" hinausgeht und manchmal ungewollt komisch ist: "Hot British Guy redet mit der Kamera über sich selbst und holt sich dabei einen runter. Erinnert mich an einen Vlog. Er ist aufrichtig, aber auch seltsam, alles schreit nach Amateur, das macht es irgendwie heiß." Auf Anfrage von VICE erklärt eine Nutzerin den Channel in einer privaten Nachricht so: "Wir sind eine weiblich orientierte Community aus Pro-Porno-Frauen." Die Nutzerin, die ihren Namen nicht verraten möchte, sei über die strikten Regeln froh, das würde viel Spam verhindern und einen sicheren Ort im Internet schaffen, um sich über Pornos auszutauschen.
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Eine sexpositive Community
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Vielen "Chickflixxx"-Nutzern und Nutzerinnen geht es um Identifikation. Romantisch aufgebaute und realistische Handlungen wie "Super hot realistic couple" werden besser bewertet als "He fucked two tied up girls". Auch das lange Vorspiel ist beliebt im Subreddit: mehr Sextoys, viel Lecken, Fingern, Küssen.Sogar eine Studie hat sich schon mit diesem sexpositiven Subreddit beschäftigt. Das Ergebnis zeigt, dass Geschlechterungleichheit schon bei der oralen Befriedigung anfängt. Im Buch Sex in the Digital Age vergleichen die Autoren den Content der Subreddits "PornVids" und "Chickflixxx". Bei "PornVids" kommt auf 13,4 Sekunden Blowjob gerade mal eine Sekunde orale Befriedigung der Frau. Bei "Chickflixxx" ist es fast ausgeglichen: 1,3 Sekunden Blowjob zu einer Sekunde Cunnilingus.Auch Pornos zu Techniken wie einer erotischen Anleitung zum richtigen Handjob treffen auf Begeisterung. In einer Generation, die überall und jederzeit kostenlosen Zugang zu Online-Pornos hat, ist die sexuelle Aufklärung in der digitalen Welt verwurzelt. Zumindest bei den Leuten, die zu alt für Dr. Sommer sind und Sextechniken lieber nicht von den Eltern oder dem Sexualkundelehrer bekommen wollen.Auch Matt befürwortet das, er sei "sexuell unterdrückt" aufgewachsen, er habe in seiner Familie gelernt, dass man sich für sexuelles Verlangen schämen muss. Deshalb mag er den offenen Austausch der Gruppe und den Gegensatz zum Mainstream-Porno: "Frauen in 'Chickflixxx' drehen den pornografischen Blick radikal um, um neue sexuelle Darstellungen zu schaffen."Juliet schreibt, es sei ziemlich heiß, die Beschreibungen zu den Pornos zu verfassen und darüber nachzudenken, was sie besonders angemacht hat. Alleine vom Lesen der Szenen würde sie schon angeturnt werden. "Sich aktiv damit auseinanderzusetzen, verbessert auch meinen Real-Life-Sex", schreibt sie VICE. "Ich finde heraus, auf was ich stehe, entdecke und lerne Neues, ohne stundenlang lustlos Pornos gucken zu müssen."Alle im Forum seien dort, um zu lernen und Unterstützung zu leisten, damit sie sich im echten Leben guten Sex gönnen können, schreibt Matt. Der einzige Schwachpunkt von "Chickflixxx" seien die kostenlosen Links. "Ich kaufe in der Regel lieber Pornos von unabhängigen Anbietern. Wir sollten für die Arbeit bezahlen, die wir schätzen." Die gratis sexpositive Community sei aber ein angemessener Kompromiss auf dem langen Weg zu geschlechtergerechtem Porno.Folge Laura bei Twitter und VICE auf Facebook, Instagram und Snapchat.