Im übergroßen Schatten des inzwischen wohl kuriosesten Beefs zweier ungleich realer Deutschrapper ist gestern auf Twitter ein Hashtag ausgerastet: #MakeDeutschrapGreatAgain. Twitterer @FreshSchorsch hat das Ganze mit einem ironischen Tweet gestartet, indem er auf die inzwischen vergessene Kunst des Rucksack-Tragens und Reim-Schreibens per Bleistift verwies und das Ganze mit einem abgewandelten Trump-Slogan verzierte. Natürlich dauerte es nicht lange, bis sich immer mehr Leute einschalteten, ihre Nostalgie auslebten und auch nicht mit (berechtigter) Kritik am aktuellen Deutschrapgeschehen sparten. Hier mal ein paar Sachen, die früher wohl einfach besser waren:
Der Kleidungs-Style
Heute wird viel gerappt über Luxusmarken wie Louis Vuitton [Anm.: Sofort richtig geschrieben, ohne zu googlen. Danke, Deutschrap 2016], MCM, Versace oder Givenchy, aber früher war Rap eben noch richtig Straße und nah dran am Taschengeld-Budget der Hörer.
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Musikfernsehen
So sklavisch wir Deutschrap-Fans von heute auch jedes Interview auf YouTube ansehen und sich geduldig zurücklehnen, um sich über eine Stunde lang das ewig gleiche Gerede anzutun, so sehr wird doch die goldene Zeit von MTV und Viva vermisst. TRL, Mixery Raw Deluxe, Get The Clip und MTV Urban eben.
Foren-Kultur
Früher, ja früher! Da wurde noch in richtigen HipHop-Foren diskutiert! Mit Niveau! Man war unter sich und alle verband die Liebe zum Rap. Natürlich wird auch heute noch heiß diskutiert, nur eben auf Facebook und YouTube, meist unter neuen Videos der besprochenen Rapper und immer beginnt und endet alles mit gegenseitigen Beleidigungen. Diskussionen? Nein, eher verbales Scheißewerfen.
Realer Beef
Beef 2016: ist fast immer peinlich und besteht zu 60% aus Postings und Vlogs, zu 39% aus kernigen Ansagen in Interviews und zu traurigen 1% aus Disstracks. War früher anders.
Und ganz wichtig: Es gab keine Deluxe-Boxen
Wenn man sich einig ist, was an Deutschrap heutzutage so richtig nervt und keinerlei Unterhaltungswert besitzt, dann sind es diese Deluxe-Boxen. Es ist allen längst klar, dass Rapper sich damit eine hohe Chartplatzierung erschleichen und dafür Leuten schamlos das Taschengeld aus der Fanseele leiern. Aber irgendwann ist es auch mal gut.
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