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Endlich wissen wir, an wie vielen Schweizer Geldscheinen Koks klebt

Ein Zollbeamter hat freundlicherweise seine Diplomarbeit darüber geschrieben.
12 Oktober 2017, 9:56am
Foto Bargeld: VICE Media | Foto Kokain: Wikipedia | Collage von VICE Media

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der Züricher Redaktion.

Finger weg von Drogen, hat Mutti immer gesagt, aber in der Euro-Zone ist das so gut wie unmöglich. Schon zwei Jahre nach ihrer Einführung waren neun von zehn Euro-Scheinen mit Kokain kontaminiert. Auch bis 2010 hatte sich daran nichts geändert. Für Straight-Edger und alle anderen, die das mit der Drogenabstinenz ernst nehmen wollen, ein echtes Dilemma. Was tun? Vielleicht in die Schweiz auswandern? Wie eine wissenschaftliche Arbeit jetzt zeigt, kommen dort tatsächlich weniger Geldscheine mit kolumbianischem Marschierpulver und anderen illegalen Muntermachern in Berührung.

Im letzten Jahr wurden in der gesamten Schweiz 3,1 Millionen Franken (etwa 2,7 Millionen Euro) Bargeld beschlagnahmt, weil sich daran Drogenspuren fanden. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) schreibt in ihrer Zeitschrift Forum Z, dass Bargeld oft konfisziert werde, weil es mit Kokain kontaminiert sei. Die Beschuldigten würden dabei gerne behaupten, jede Banknote im Umlauf würde "Spuren von Betäubungsmitteln" aufweisen. Dass diese Ausrede zumindest in der Schweiz wohl nicht mehr zieht, hat jetzt der Schweizer Zollbeamte Thomas Heeb in seiner Diplomarbeit bewiesen, die er für die eidgenössische höhere Fachprüfung als Grenzwächter geschrieben hat: Tatsächlich weisen lediglich 16 Prozent der Scheine Kokainspuren auf. An Bahnhöfen und in Bars, "wo mit einem höheren Anteil kontaminierter Noten zu rechnen ist", wie Heeb behauptet, hat er Bargeld gewechselt und die dort erhaltenen Noten mit einem Ionen-Mobilitäts-Spektrometer geprüft – einem Gerät, das den Nachweis von Kokain an Bargeld ermöglicht.

Auch wenn in Deutschland viel mehr Scheine mit Kokain kontaminiert sind, raten wir dringend davon ab, Koks mit Banknoten durch die Nase zu ziehen – oder überhaupt Kokain zu nehmen –, da sich darauf oft viele Bakterien und Viren tummeln und sie teils mit schwermetallhaltigen Farben bedruckt sind. Mit seiner Arbeit hat Thomas Heeb nicht nur einer faulen Ausrede von Koks-Dealern ein Ende gesetzt, sondern für seine Arbeit auch noch die Bestnote in seinem Jahrgang kassiert.

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