wichtige fragen

Wichtige Fragen, die Tygas NSFW-Albumcover für 'Kyoto' aufwirft

Eine Vagina zeigen – OK, wenn's denn sein muss. Aber war das Arschloch wirklich notwendig?

Dieser Artikel wurde am 24. Januar um 17.00 Uhr aktualisiert.

Ein amerikanisches Sprichwort besagt: "Never judge a book by its cover". Aber gilt das auch für Cover von LPs und Co.? Im Gegensatz zu Büchern ist das Cover-Artwork in der Musik unheimlich wichtig, ja sogar identitätsstiftend. Kein legendäres Album ohne legendäres Cover. Berühmte Künstler, Fotografen und Designer wurden schon verpflichtet, um dem musikalischen Werk die passende Verpackung zu verleihen. Das Cover ist auch Status-Symbol.

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Als Tyga also gestern das Cover seines neuen Albums Kyoto auf Instagram präsentierte, blieb nicht umsonst die Welt für einen ganz kurzen Moment stehen und murmelte ein sonores, zutiefst verwirrtes WTF in den Kosmos hinaus. Nachdem Tygas 2015er Album The Gold Album: 18th Dynasty komplett floppte und der Rapper bereits davor schon mehr durch seine turbulente Beziehung zu Reality TV-Star Kylie Jenner auf sich aufmerksam machte, statt durch seine Musik (geschweige denn deren Qualität), wirkt es, als habe Tyga auf den ältesten Marketing-Trick der Welt zurückgegriffen, um wieder ins Gespräch zu kommen: Sex.

Mit dem Cover übertreibt Tyga seine ewige Sex-Nummer auf ein Maß, dass es schon fast unbeabsichtigt komisch wirkt. Ein lasziv vornüber gebeugtes Fantasiewesen aus Frau und Tiger, das sich mit seinem eignem Schwanz fesselt, darauf wartend, von hinten bestiegen zu werden – das ist einfach zu viel.

Eines hat Tyga dennoch schon mal erreicht: Über dieses Album wird geredet werden – tatsächlich wird passiert das jetzt schon. Auf Twitter, Instagram in dem Musikmedien – das Cover sorgt jetzt schon für Diskussionen, ungläubige Lachsmileys und auch die ersten Memes gibt es schon. Folglich wird es wahrscheinlich auch gehört werden, wenn es dann am 16. Februar erscheint. Vorher brennen uns und den Menschen in den Weiten des Internets aber noch einige Fragen, unter den Nägeln.

Was zum Teufel?

Es ist schön, dass Tyga endlich das "Selbstbewusstsein aufgebracht hat, seine wahren Gefühle auszudrücken"(s. Bildunterschrift Instagram-Post oben). Unsererseits schleicht sich beim Anblick des Albumcovers jedoch das Gefühl ein, dass Tyga entweder auf Furry-Porn steht oder das Cover nur aus einem anderen Gefühl heraus gewählt hat: dem Drang nach Aufmerksamkeit.

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War das Arschloch wirklich notwendig?

Natürlich kann man über Ästhetik und Kunst streiten. Wir alle haben einen Anus und das Recht, ihn für alle möglichen Aktivitäten zu benutzen, an denen wir Freude empfinden. Aber reicht eine vornübergebeugte, devote Fantasiefrau mit Vaginaansatz für den vollen objektifizierten Pornoeffekt nicht aus? Muss man wirklich für die "echte" Experience auch noch ein Arschloch zeigen? Dieses Cover ist schlicht und einfach pornografisch.

Ist der Kardashian-Fluch real?

Um den Kardashian-Clan ranken sich zahlreiche Mythen und Geheimnisse. Der ominöse Kardashian-Fluch ist eines der spannendsten davon. Dem zufolge soll Männer, die einst Liebhaber, feste Freunde oder Ehemänner der berühmten Schwestern waren, das Unglück heimsuchen, nachdem sie abgeschossen wurden. Beispiele: Lamar Odom stirbt fast an einer Überdosis, Scott Disick kämpft mit Depressionen und Alkoholismus, Kanye West wurde zwischenzeitlich in die Psychiatrie eingewiesen, nachdem Scheidungsgerüchte kursierten. Eine Kardashian zu daten, hat eben seinen Preis – ob der Fluch nun existiert oder nicht.

Müssen wir uns also im Tyga Sorgen machen? Ging es ihm gut, als er dieses Cover absegnete? Falls er nämlich nicht im vollen Besitz seiner geistigen Kräfte gewesen sein sollte, wäre das nämlich nicht lustig. Da Sexismus jedoch keine geistige Krankheit ist, fürchten wir fast, dass er das ernst meint.

Was halten eigentlich die Japaner davon?

Wir verstehen zwar nicht warum, aber manche Menschen reagieren extrem empfindlich darauf, wenn Schandluder mit ihrer Nationalflagge getrieben wird. Zählt laszives Posieren einer gefesselten Tiger-Mensch-Pornofigur auch zu inakzeptablem Flaggen-Verhalten? Für diesen Twitter-Nutzer scheinbar schon.

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Es gibt jedoch auch andere, die kein Problem mit der Verwendung der japanischen Flagge haben. Wer sich wann wovon verletzt fühlt, ist eben unterschiedlich, sollte aber immer respektiert werden.

Jetzt im Ernst: Was ist die tiefere Bedeutung dieses Covers?

Es muss doch einfach eine geben! Oder? Vielleicht geht es aber leider wirklich einfach nur darum, mittels eines weiblichen, sexuell objektifizierten Fantasiewesens Aufmerksamkeit zu generieren und Verkaufszahlen zu triggern. Kein doppelter Boden, kein versteckter Witz, nur die nackte, harte Wahrheit.

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