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Popkultur

Neil Armstrongs Mondstaubbeutel wird versteigert

Nach einer Reise vom Mond zur Erde, durch eine Garage und US-Gerichte kannst du das Weltraum-Souvenir jetzt ersteigern – wenn du es dir leisten kannst (Spoiler: Kannst du wahrscheinlich nicht).

von Drew Schwartz
26 Mai 2017, 4:15am

Foto mit freundlicher Genehmigung von Sotheby's

Bei den ganzen Absurditäten, die bei Auktionen unter den Hammer kommen (von Eva Brauns Unterhose bis hin zu Patrick Swayzes G-String), bewegt sich Neil Armstrongs Mondstaubbeutel definitiv im historisch relevanteren Spektrum. Nachdem das gute Ding zum Mond hin- und zurückgereist, verloren gegangen und wiedergefunden worden war und schließlich eine wilde Tour durch amerikanische Rechtsinstitutionen absolviert hat, wird der Beutel nun bei einer Auktion versteigert, berichtet die Washington Post.

Sotheby's wird die Tasche am 20. Juli – dem Jahrestag der Apollo 11 Mondlandung – bei einer Versteigerung in New York dem höchsten Bieter überreichen. Bevor du jetzt vor lauter Begeisterung deinen Bausparvertrag auflöst, sei noch erwähnt, dass Experten ein Höchstgebot von zwei bis vier Millionen US-Dollar erwarten. Fast alle anderen Erinnerungsstücke der Mission befinden sich im amerikanischen Luft- und Raumfahrtmuseum. Laut Sotheby's handelt es sich bei der Tasche um den einzige Erinnerungsstück der Mondlandung in Privatbesitz.


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Armstrong hat die Tasche 1969 dazu verwendet, um die allerersten Proben Mondgestein zu nehmen und zur Erde zu bringen. Die Regierung ließ die Proben daraufhin untersuchen, erklärte die Tasche zum nationalen Kulturgut und... verschlampte sie. Erst 2003 tauchte der Beutel wieder auf, als Beamte ihn versteckt in der Garage des Leiters eines Raumfahrtmuseums im Bundesstaat Kansas fanden. Zurück in Regierungshänden wurde die Tasche falsch deklariert und als Überbleibsel einer weit weniger geschichtsträchtigen Mission, Apollo 17, versteigert.

Nancy Carlson, eine Anwältin aus Chicago, ersteigerte die Tasche 2015 schließlich für erschwingliche 995 US-Dollar. Als sie sie der NASA zur Untersuchung schickte, erfuhr Carlson, dass die Tasche von Armstrong direkt nach seinem "großen Sprung für die Menschheit" benutzt worden war – und dass die Regierung sie unbedingt zurückhaben wollte.

Nach einem umstrittenen Gerichtsverfahren entschied ein Richter, dass Carlson die Tasche behalten darf. Da sie jetzt allerdings wusste, was für ein Schatz sich in ihrem Besitz befand, gab sie den geschichtsträchtigen Beutel nun zur Versteigerung frei. Carlson möchte einen Teil des Erlöses an Wohltätigkeitsorganisationen spenden und ein Stipendienprogramm an ihrer Alma Mater, der Northern Michigan University, ins Leben rufen.

Foto mit freundlicher Genehmigung von Sotheby's

Die NASA jedenfalls hofft darauf, dass der Beutel nicht wieder in privater Hand landet.

"Dieses Artefakt gehört unserer Meinung nach dem amerikanischen Volk und sollte für die Öffentlichkeit ausgestellt werden – so wie es war, bevor es zu all diesen unglücklichen Ereignissen kam", heißt es in einem Statement der Raumfahrtagentur.

Wenn man allerdings bedenkt, wie die Regierung in der Vergangenheit mit ihrem "nationalen Kulturgut" umgegangen ist, stellt sich die Frage, ob die Mondtasche nicht vielleicht besser bei jemandem aufgehoben ist, der sich auch wirklich dafür interessiert.

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