Wissenschaft

Auf Konzerte zu gehen, soll dich länger leben lassen – also habe ich mein Sterbealter ausgerechnet

Eine Studie hat ergeben, dass das Genießen von Live-Musik neun Jahre mehr Lebensspanne bedeuten kann.
29.3.18
Photo by Markus Piske via Pixabay

Tolle Neuigkeiten gibt es diese Woche für Leute, die Gigs lieben und die Idee des Sterbens hassen: Eine aktuelle Studie, die von O2 (einem britischen Handynetzbetreiber) hauptsächlich als eine Möglichkeit zum Anschluss des O2-Priority-Ticket-Systems in Auftrag gegeben wurde, legt nahe, dass Live-Musik tatsächlich gut für deine Gesundheit ist. Also rein wissenschaftlich. Laut der Forschung, die von O2 und dem Goldsmiths University Associate-Dozent Patrick Fagan durchgeführt wurde, könnte die Teilnahme an Konzerten alle zwei Wochen deine Lebensdauer um neun Jahre erhöhen. NEUN JAHRE.

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Nicht nur, dass dich deine Konzertliebe vielleicht 100 Jahre alt werden lässt, durch den Genuss von Live-Musik fühlst dich einfach besser. "Diejenigen, die alle vierzehn Tage oder öfter Live-Konzerte besuchen, waren am ehesten in der Lage, Zufriedenheit, Wohlgefühl, Produktivität und Selbstwertgefühl auf höchstem Niveau zu erreichen (10/10)", heißt es in der O2-Pressemitteilung. Also ist Musik der Schlüssel zu einer langfristigen Verbesserung des Wohlbefindens (und zu einem langen Leben).

Jeder, der in Musikbranche arbeitet, oder viel Live-Musik als Zahlender besucht, sollte wissen: Jetzt ist deine Zeit. Nun, vielleicht minus den späten Nächten, Mangel an Bewegung, Alkohol und Drogen, die Hand in Hand gehen mit einem gewissen Lebensstil rund um eine Branche, die oft bis in den frühen Morgenstunden läuft. Wie sicher kann das dann sein, dass diese neun Jahre tatsächlich dazu kommen? Anstatt zu raten, werde ich mich in mathematisch Formeln stürzen und ausrechnen, wie diese beiden Faktoren mein Sterbealter bestimmen werden.

Mein genereller Ausgangspunkt: Ich rate blind

Anhand der Daten, die ich durch meine Vorfahren habe, rechne ich mit 79 Jahren. Erst gestern habe ich auf meine Hände geschaut und bemerkt, wie runzlig sie schon sind und dachte nur, dass ich gar nicht alt werden möchte. Ich bin mir nicht sicher, ob ich der Welt zusehen möchte, wie sie sich vor der Mars-Kolonie verbeugt, die uns mal beehren wird. Aber im Ernst, basierend auf meiner geringen sportlichen Aktivität, meinem ethnischen Hintergrund und anderen Dingen, fangen wir mal mit 79 als Ausgangspunkt an.

Konzerte besuchen: + 9 Jahre

Eigentlich hatte ich immer das Gefühl, dass ich gleich zusammenbrechen werde, wenn ich mehr als drei Wochen hintereinander ausgehe. Aber anscheinend ist das gut für mich. Patrick Fagan von der Studie, der einen Hintergrund in der Verbraucherpsychologie hat, sagte: "Unsere Forschung zeigt die tiefgreifenden Auswirkungen von Konzerten auf Gesundheit, Glück und Wohlbefinden - die vierzehntägigen oder regelmäßigen Konzert-Besuche sind der Schlüssel." OK, mit durchschnittlich zwei Gigs pro Woche bei mir, würde ich sagen, dass das zählt. Also fügen wir meiner Lebensdauer neun Jahre hinzu.

Sterbealter: 87

Hauptsächlich ungesunder Lebenstil: - etwa 10 Jahre

Die Schlagzeile des Guardian Magazins aus dem Jahr 2016 "Computer und Gesundheit: Wenn du sitzt, bist du dem Tod einen Schritt voraus" hat sich bei mir im Kopf eingenistet. Es ist wie der Tweet vom Papst 2015: "Die Erde, unser Zuhause, beginnt mehr und mehr wie ein immenser Haufen Dreck auszusehen" – sobald du ihn liest, wird dir bewusst, dass er dich damit meint. Also, weil ich im Wesentlichen einen Bürojob mache und mindestens acht Stunden am Tag am Schreibtisch sitze, lassen wir uns ein Jahrzehnt mal besser wieder abziehen.

Sterbealter: 77

Nichtraucher: + 3 Jahre

Ich kann es nicht ausstehen wie Hände nach dem Rauchen riechen, deswegen bin ich rauchfrei geblieben. Google sagt mir, dass die durchschnittliche Lebenserwartung einer Nichtraucher-Frau 85 ist und die einer Frau, die raucht 82. Also habe ich auf drei weitere Lebensjahre erhöht.

Sterbealter: 80

Alkoholkonsum über die Jahre: Na ja, vielleicht - 1 Jahr? Weil es nur Rotwein war … angeblich

Niemand kann entscheiden, ob Rotwein uns rettet oder uns tötet (wie es etwa bei starkem Alkoholkonsum der Fall ist). Einen Mittelweg zwischen "einem Glas Rotwein pro Nacht hilft einem, länger zu leben, wie ein weiser Südeuropäer!" und "Komasaufen aller Art wird dich in ein frühes Grab bringen" zu finden, habe ich so gelöst: Sagen wir mal, dass ein Glas oder zwei beim Abendessen alle paar Nächte ein Jahr abziehen wird.

Sterbealter: 79

OK, Danke für gar nichts Live-Musik.

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