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Der Echo ist tot, lang lebe …

"Den 'Echo' wird es so nicht mehr geben." Und ja, dafür sind auch Kollegah und Farid Bang verantwortlich. In einem öffentlichen Statement erklären die Veranstalter, was sich künftig ändern wird.
Foto: imago | Future Image

Wie der Vorstand des Verbandes der Musikindustrie BVMI heute mitteilte, wird der Echo in seiner jetzigen Form abgeschafft. "Den 'ECHO' wird es nicht mehr geben", teilte man in einem langen Statement mit. Zwar wolle man weiterhin Künstler für ihr Werk mit Musikpreisen auszeichnen, die "Leuchtturm-Charakter" haben, allerdings geht das wohl mit dem Echo nicht mehr. Nach der diesjährigen Veranstaltung wolle man verhindern, dass die Verleihung als "Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie und Gewaltverharmlosung wahrgenommen" werde. Die hitzige Diskussion um die Nominierung und Auszeichnung von Kollegah & Farid Bang und ihres Albums JBG 3 hat die Veranstalter des Echos zu einem radikalen Schritt bewogen.

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"Die Marke ECHO sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei", heißt es weiter. Jetzt wolle man die Nominierungskriterien "vollständig verändern". Die Jury solle dabei eine größere Rolle spielen. Im Klartext: Es soll nicht mehr nur aufgrund von Verkaufszahlen nominiert und ausgezeichnet werden. Welchen Namen der neue Preis tragen wird und ob er bereits 2019 verliehen werden soll, darüber gibt es bislang noch keine Informationen.

Lest hier den kompletten Wortlaut:

Den "ECHO" wird es nicht mehr geben. Das hat der Vorstand des Bundesverbandes Musikindustrie gestern in einer außerordentlichen Sitzung in Berlin beschlossen. Der ECHO sei viele Jahre ein großartiger Preis und zugleich zentrales Branchenevent mit vielen bewegenden Momenten und herausragenden Künstlerinnen und Künstlern gewesen. Auch steht für den Vorstand außer Frage, dass Deutschland als drittgrößter Musikmarkt der Welt zur genre- und generationsübergreifenden Auszeichnung von Künstlerinnen und Künstlern weiterhin Musikpreise mit Leuchtturm-Charakter braucht. Man wolle jedoch keinesfalls, dass dieser Musikpreis als Plattform für Antisemitismus, Frauenverachtung, Homophobie oder Gewaltverharmlosung wahrgenommen wird. Das um den diesjährigen ECHO herum Geschehene, wofür der Vorstand sich entschuldigt habe, könne zwar nicht mehr rückgängig gemacht werden, man werde aber dafür sorgen, dass sich ein solcher Fehler in Zukunft nicht wiederhole.

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Die Marke ECHO sei so stark beschädigt worden, dass ein vollständiger Neuanfang notwendig sei, der auch eine Neuaufstellung bei ECHO KLASSIK und ECHO JAZZ nach sich ziehe. In dieser Überzeugung nennt der Vorstand bereits erste konkrete Schritte: Er wird die drei Preise in eine eigene Struktur überführen. Im Zuge dessen werden auch die bisher involvierten Gremien ihre Tätigkeit einstellen. Die Kriterien der Nominierung und Preisvergabe werden dabei vollständig verändert. Wie beim ECHO KLASSIK und ECHO JAZZ, die von Anfang an reine Jury-Preise waren, soll beim neuen Musikpreis auch für den Pop-Bereich die Jury stärker in den Vordergrund rücken.

Für die Konkretisierung der Änderungen wird sich der Vorstand die erforderliche Zeit nehmen. Mit dem erklärten Ziel, den neuen Preis im Sinne aller Künstler sowie der gesamten Branche zu gestalten, soll es im Juni einen Workshop geben, um möglichst viele Ideen und Erwartungen aus der Branche beim Prozess der Neugestaltung einzubeziehen. Gleichzeitig ist der BVMI bereits an Institutionen herangetreten, um die gesellschaftlich notwendige Debatte über die Kunstfreiheit und ihre Grenzen mitzugestalten.

Ausführliche Informationen zu den Verleihungen in den Bereichen Jazz und Klassik folgen in Kürze. Die Jazz-Preise werden am 31. Mai in Hamburg in kleinerem Kreis ohne TV-Inszenierung verliehen. Im Fokus stehen die Künstlerinnen und Künstler und ihre Musik.

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