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Hangover-News – 23. April 2018

5 News vom Wochenende, die du nicht verpasst haben solltest

Die kriminellste Stadt Deutschlands ist nicht mehr Berlin, die Toten Hosen wurden in China zensiert und ein eingesperrter Mann sendet Hilferufe per Twitter vom Zugklo.

von Christian Fahrenbach
23 April 2018, 6:36am

Screenshot: Twitter 

In der Sonne gelegen oder unterwegs gewesen – was habt ihr aus dem Wochenende gemacht? Eine Lösung lautet ja immer, einfach ein wenig mehr in die freie Zeit reinzupacken und schneller von A nach B zu rasen. Wenn es schlecht läuft, gibt’s halt ein Blitzer–Foto, beispielsweise, weil man mit 52 Stundenkilometern in der 30er–Zone unterwegs war. So wie diese eilige Ente auf dem Foto der Polizei Köniz in der Schweiz.

Außerdem in den Hangover-News: Die kriminellste Stadt ist nicht mehr Berlin, Verne Troyer – bekannt als Darsteller von Mini-Me – ist gestorben und aus einer Zugtoilette gab es eine Rettungsaktion – per Twitter.

Berlin ist nicht mehr die kriminellste Stadt Deutschlands

Die Kriminalität in Deutschland ist so stark zurückgegangen wie seit 25 Jahren nicht mehr. Rund 5,7 Millionen Straftaten weist die polizeiliche Kriminalstatistik aus, etwa 610.000 weniger als im Jahr zuvor, also ein Rückgang von fast zehn Prozent. Bei Diebstählen – immerhin rund ein Drittel aller Verbrechen – gab es einen Rückgang von rund zwölf Prozent, Wohnungseinbrüche gingen sogar um 23 Prozent zurück. Die Zahl der Morde stieg leicht, allerdings auf dem niedrigen Niveau von 785 Fällen. Das geht aus einem Vorabbericht in der Welt am Sonntag hervor, die endgültigen Zahlen will Innenminister Horst Seehofer erst am 8. Mai vorstellen, Details gibt es auch bei Tagesschau.de.

Ebenso auffällig: Berlin ist gemessen an der Einwohnerzahl nicht mehr die unsicherste Stadt über 200.000 Einwohnern in Deutschland. Auf Verbrechen pro 100.000 Einwohner heruntergerechnet liegt die Hauptstadt nur noch hinter Spitzenreiter Frankfurt und Hannover auf Rang drei, berechnet Bild.

Tote Hosen bei Konzert in China zensiert

"Eisgekühlter Bommerlunder" geht klar, "Liebeslied" über eine Straßenschlacht in Berlin dagegen nicht: Die Toten Hosen mussten beim ersten Konzert ihrer Karriere in China am Samstag einige Songs von ihrer üblichen Setlist streichen. Sänger Campino nahm die Zensur laut Nachrichtenagentur dpa gelassen. Rund 1.000 Zuschauer haben der Band bei einem Festivalauftritt im Norden Pekings zugehört. Die Hosen waren nicht die einzigen Deutschen bei "Yugong Yishan": Auch die Indie-Musiker von The Notwist sind in China aufgetreten.

Keine Zuschauer mit Hakenkreuz-Binde bei 'Mein Kampf' in Konstanz

Foto: Theater Konstanz: Mein Kampf | Ilja Mess

Die Aufregung im Vorfeld war so groß, dass sogar die New York Times von "A German Theater’s Provocation" schrieb. Der Grund: Für das Theater in Konstanz hat Serdar Somuncu das Stück Mein Kampf über die Jugendjahre von Adolf Hitler inszeniert und allen Zuschauern, die mit Hakenkreuz-Armbinde kommen, extrem PR-wirksam freien Eintritt versprochen. Am Freitagabend war dann passend zu Hitlers Geburtstag Premiere, doch der Skandal blieb aus: Kein einziger Zuschauer mit Armbinde sei zu sehen gewesen, berichtet der Südkurier. Stattdessen sei der Abend eher etwas unterkomplex über die Bühne gegangen, viele Figuren und Anspielungen der unter anderem auch als Alexander Gauland und Frauke Petry auftretenden Schauspieler seien etwas holzschnittartig geraten, so die Kritiker.

Auf Zugtoilette eingesperrt, Hilfe über Twitter gerufen

Matthias Oomen hat seit langer Zeit Erfahrung mit der Deutschen Bahn, er war sogar vier Jahre lang Pressesprecher des Verbands Pro Bahn, der das Unternehmen immer wieder kritisch begleitet – am Sonntagmorgen dürfte er aber ordentlich zufrieden mit dessen Twitter-Kundenservice gewesen sein. Oomen steckte zwischen Berlin und Dresden im Eurocity auf dem Klo fest, die Tür hatte blockiert. Hilfe war schon unterwegs, aber auch das Twitter-Team der Bahn wäre zur Stelle gewesen, wie dieser Dialog zeigt.

Die Feuerwehr hat den Mann, der laut Meedia auch schon häufiger mit ungelenken Auftritten bei Twitter auffiel, also befreit. Wer für den Schaden durch das Aufbrechen der Tür zahlen muss, ist online nicht geklärt worden.

Mini-Me-Darsteller Verne Troyer ist tot

Foto: imago | ZUMA Press

Jetzt mal alle kurz die rechte Hand zur Faust ballen, den kleinen Finger abspreizen, die Faust drehen und den Finger zum Mund führen. Genau diese Geste hat vor fast 20 Jahren Verne Troyer so berühmt gemacht, dass man den Schauspieler, der Mini-Me in den Austin Powers-Filmen spielte, heute noch dafür kennt. Eine weitere Rolle des nur rund 81 Zentimeter großen Schauspielers war die des Kobolds in der Zauberer-Bank Gringotts in Harry Potter. Am Samstag ist Troyer im Alter von 49 Jahren gestorben. In einem Statement auf Troyers Facebook-Seite hieß es: "Depression und Selbstmord sind sehr ernste Angelegenheiten. Man weiß nie, welche Kämpfe jemand anderes in seinem Inneren kämpft. Seid freundlich zu Anderen. Und seid euch immer bewusst, dass es nie zu spät ist, jemanden um Hilfe zu bitten."

Notrufnummern für Suizidgefährdete bieten Hilfe für Personen, die an Selbstmord denken – oder sich Sorgen um einen nahestehenden Menschen machen. Die Nummer der Telefonseelsorge in Deutschland ist: 0800 111 0 111. Hier gibt es auch einen Chat .

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