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Nach Hass-Selfie: Lena Meyer-Landrut kriegt Support und Tipps gegen Hater

Einige Fans machen Lenas Aktion nach, während Kollegin Jennifer Weist von Jennifer Rostock ihr einen Tipp gibt, den sie selbst gerade erst anwenden musste.
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Foto: imago | Spöttel Picture

"Hässlich und nichts wert" steht da neben vielen anderen Beleidigungen mit schwarzem Filzstift auf den Spiegel gekritzelt, den sich Lena Meyer-Landrut für ihr Selfie ausgesucht hat. Keine Caption nötig. Ihre Fans wissen, was sie bezwecken will: die Hassnachrichten sichtbar machen, die sie täglich in ihren Direktnachrichten und in den Kommentaren ihres Instagram-Profils lesen muss.

2,3 Millionen Menschen folgen der Sängerin derzeit. Zum Vergleich: Capital Bra, dem unbestreitbar erfolgreichsten Rapper der Stunde, folgen 2,1 Millionen. Wenn nur ein Bruchteil dieser Followerinnen und Follower mit Dreck wirft, muss sich die 27-Jährige also täglich durch einen ziemlich großen Haufen kämpfen.

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Für ihren neuesten Post gibt es dagegen viel Liebe von den Fans. Fast 3.000 Kommentare, überall Herzen und ermutigende Worte. Darunter auch Kollegin Jennifer Weist, Sängerin von Jennifer Rostock. Sie gibt Lena noch einen Tipp: "Babe, was ich dir nur empfehlen kann: Kommentare nur noch für Freunde zulassen. Mir gehts seitdem fantastisch!"

Wenn jemand Erfahrung mit Hassnachrichten hat, dann Jennifer. Die Frontfrau hat sich mit ihrer Band immerhin schon oft gegen jene ausgesprochen, die sich besonders gerne mit gezückter Mistgabeln ins Internet begeben: AfD-Fans, Frei.Wild-Hörer, sexistische HipHop-Heads. Gewehrt hat sie sich nicht nur mit Songs, sondern auch mit deutlichen Ansagen in ihren Insta-Storys.

Dass ihre Beiträge seit Neuestem nur noch Leute kommentieren dürfen, denen sie auch folgt, könnte aber auch einen anderen Grund haben. Nachdem sich Jennifer Weist zu Halloween im Stil einer mexikanischen Totenfeier verkleidet hatte, hagelte es Vorwürfe wegen kultureller Aneignung. Kritik oder gar Beleidigungen gibt es unter Weists neuen Bildern nicht mehr, dafür aber Liebe von den Freunden – oder einfach gar keine Kommentare.


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Das ist zweifellos eine effektive Möglichkeit, sich vor Hass zu schützen, bekämpft aber nur die Symptome. Auch ein Spiegel-Selfie voller Beschimpfungen wird aus einem Hater-Troll kein mitfühlendes Einhorn machen, aber es ist ein Anfang. Es erinnert vielleicht ein paar Leute daran, sich online nicht wie komplette Arschlöcher zu verhalten. Und alle, die ähnliche Beschimpfungen erleben, fühlen sich nicht mehr ganz so allein.

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Einige Lena-Followerinnen und -Follower haben es ihr schon gleichgetan und ihre Selfies mit genau den Beleidigungen "geschmückt", die sie selbst lesen mussten. "Ich hoffe, du kriegst Krebs", "Nase gebrochen?" und "zu dünn" steht da trotzig. Weil Zusammenhalt eben auch eine Art Widerstand ist.

Ein anderes Beispiel, wie man sich gegen verletzende – oder in ihrem Fall einfach strunzdumme – Sprüche wehren kann, hat DJ Lari Luke aka Larissa Rieß gezeigt. Weil sich wohl vor allem Frauen darüber beschwert hatten, dass sie Ballerinas trägt (das denken wir uns nicht aus), feuerte die Radio-Moderatorin gut gelaunt zurück. "Beim nächsten Mal lässt du die Ballerinas aber aus!", äfft sie ihre Hater nach und rät: "Beim nächsten Mal hältst du einfach dein Maul, wie wär's denn damit?"

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