Food

Der weltweit erste Käse-Kebab ist eine Offenbarung

Die verdammt leckere Innovation stammt – woher sonst, wenn es um Käse geht – aus der Schweiz.

von Katinka Oppeck
21 Dezember 2018, 9:18am

Fotos: Natürli | Collage: VICE 

Dieser Artikel stammt aus unserer Redaktion in Zürich.

Endlich rotiert er in ausgewählten Dönerbuden: der Cheebab. Der weltweit erste Kebabspiess aus Käse ist eine kleine Sensation für Vegetarier, denen Falafel mittlerweile so überdrüssig sind wie "Last Christmas" aus Supermarkt-Lautsprechern. Und die Innovation stammt – woher sonst, wenn sich Käse langsam am Spiess dreht – aus der Schweiz. Verkauft wird er hier für rund 11 Franken, in Deutschland kostet der Käse-Kebab rund sechs Euro.

Geschmacklich erinnert der Cheebab an eine Mischung aus Cheddar, Halloumi und Raclette-Käse. Er ist würzig und kräftig, nimmt aber nicht zu viel Raum ein. Er lässt auch die anderen Zutaten (Zwiebeln! Rotkraut! Scharf!) zur Geltung kommen und fügt sich durch die Halloumi-ähnliche Textur perfekt ins Ganze ein. "Und er ist gut gesalzen, das ist bei einem Kebab wichtig", findet Social Editor Laura Tenchio nach einem Testbiss. "Gerade als Vegetarierin hatte ich immer Cravings nach etwas richtig Salzigem." Dass der Cheebab auch sehr viel leichter im Magen liegt, als ein Döner mit Fleisch, macht den Schweiz-Türkei-Hybrid vom Drehspiess gleich noch besser.


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Erfunden hat den Cheebab Roland Rüegg von der regionalen Käserei Natürli im Zürcher Oberland. MUNCHIES hat ihn bei einem Tasting in Zürich getroffen:

MUNCHIES: Wie kamen Sie auf den Käse-Kebab?
Roland Rüegg: Ich hatte das Gefühl, dass man in den Döner-Buden auch mal etwas mit Käse anbieten könnte. Ausserdem tüfteln wir in der Produktion gerne an neuen Rezepten. Von der Vision bis zum ersten brauchbaren Resultat haben wir rund ein Jahr an der Rezeptur und Herstellung gearbeitet. Seit Mai gibt es den Cheebab jetzt, seither werden mit Anfragen regelrecht überrannt.

Durch eine dieser Anfragen gibt es den Cheebab jetzt auch in Deutschland.
Genau, in Freiburg bei Basak Döner. Wir sind auch gerade mit einem Standort in München im Gespräch. Hier in der Schweiz gibt es derzeit drei Locations, die den Cheebab im Sortiment haben, das So Chill in der Nähe vom Hauptbahnhof in Zürich, montags bei Babo Take-Away in Bauma bei Pfäffikon ZH und immer dienstags und sonntags kriegt man ihn auch im Gossau Kebab Haus im Raum Zürich. Im Sommer 2019 wollen wir auch bei Food-Festivals im deutschsprachigen Raum vertreten sein.

Gab es auch schon Anfragen aus Österreich?
Eine, aber die konnten wir kaum ernst nehmen. Der Typ wollte mit uns das grosse Geschäft machen. Das ist nicht unser Stil.

Sie wollen mit dem Cheebab also nicht steinreich werden?
Das ist nicht unser Motivator, nein. Wir sind eine kleine Käserei, die gute Produkte aus der Region, für die Region herstellen will. Den internationalen Milchmarkt aufzumischen ist nicht unser Plan. Dazu hätten wir auch gar keine Kapazitäten. Wir streben lieber eine hohe Qualität an und das darf uns auch mal etwas kosten. Natürlich ist dann der Preis für den Endverbraucher auch etwas höher, aber dieses Risiko gehen wir ein. Dafür können wir unsere regionalen Milchbauern fair entlohnen und garantieren, dass die Kühe nur das beste Futter verdrücken – das wiederum die Milch für unseren Cheebab so lecker macht.

Soll der Käse-Kebab den Fleischspiess verdrängen?
Auf keinen Fall. Es soll einfach eine Alternative für Vegetarier sein. Daher haben wir auch darauf geachtet, dass das im Käse verwendete Lab pflanzlich ist.

Wie habt ihr es geschafft, dass der Käse am Spiess nicht sofort schmilzt?
Das war die grösste Herausforderung. Darum bleibt das auch unser Geheimnis. Also zumindest, bis es jemand anderes rausfindet (lacht).

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