Quantcast
Mein Dinner mit Bonnie Rotten

Ich habe mich mit Bonnie Rotten über Nekromantik, Squirting und den Geschmack von Drogen im Sperma unterhalten.

Bonnie Rotten ist die neue Königin des amerikanischen Pornos. Sie ist die AVN Performerin des Jahres, hat den AVN Award für die beste Gruppensexszene eingeheimst und von XRCO den schmeichelhaften Titel „Superslut" verliehen bekommen. Das alles in diesem Jahr. Selbstredend hatte ich mir im Vorfeld ein paar Filme reingezogen—Recherche halt. Kurz nach unserem Treffen sollte ich sie sogar bei einem Dreh besuchen dürfen, doch dazu ein anderes Mal.

Die Filme, die in den letzten Jahren aus Amerika kamen, wurden schrittweise gekünstelter: Surreale, fast zusammengebastelte Darsteller, die sich in sportlichen Höchstleistungen gegenseitig die Organe aus der Bauchhöhle rammeln (oder aus dem Hintern). Aber umso umwerfender war jedenfalls der Effekt, den die wirklich existierende Bonnie Rotten auf mich hatte. Eine ausnehmend zufrieden wirkende Person, sehr freundlich und begeisterungsfähig.

Sie nahm sich beim Kommen ein Bier aus meinem Kühlschrank und zeigte mir dann lächelnd ihre Brüste, damit ich meinen Jungs auch was zu erzählen habe. Ja, das habe ich jetzt—danke Bonnie! Danach sind wir aufs Dach, haben Bier getrunken und ein paar Fotos gemacht.


Wenn man mit einer der begehrtesten Frauen auf dem Planeten ein Date hat, sollte man sich nicht lumpen lassen. Hat mir mein Vater mal erzählt, brüllt mir aber auch die Vernunft wütend durch meine Gehirnwindungen. Also habe ich sie in das so ziemlich beste Restaurant Zürichs eingeladen: Ins Maison Manesse. Das Dinner war etwas ernüchternd, denn Bonnie hat von den sieben Gängen, von denen jeder für sich eine kulinarische Offenbarung war, keinen einzigen aufgegessen. Aber immerhin hat sie jeden Gang probiert.


Obwohl sie nach eigenen Angaben einen mörderischen Hunger hatte. Sie fand sich selbst schrecklich und erklärte sich damit, dass sie sich seit frühester Kindheit nur von Fastfood ernährt habe und mit derart feiner Küche kaum was anfangen könne. Ich hatte ein bisschen Mitleid, als ich ihren Teller auch noch verschlang, aber wenigstens die Drinks haben ihr geschmeckt.

Bonnie hat ihre Karriere bei einem Magazin namens Girls and Corpses begonnen. Das ist ein ziemlich schräges Heft, in dem nackte Schönheiten mit Leichen abgebildet sind. Das führte mich zu meiner ersten Frage:


VICE: Rotten als Nachname, Bilder mit Leichen als Karrierestart—hast du Nekromantik gesehen?
Bonnie Rotten:
Ja, habe ich, ich habe diesen Film geliebt! Er ist so schrecklich schräg, insbesondere die Szene, in der sie den Schwanz des Typen in ein Rohr klemmt und dann ein Kondom darüberstülpt. Oh my God, ich denke immer wieder an diesen Film. Ganz allgemein sind 80er-Horror-Flicks mein Lieblingsgenre. Vor allem die Sachen von Dario Argento und Lucio Fulci. Suspiria ist mein absoluter Lieblingsfilm.

So was muss ich erst mal setzen lassen. Ich unterdrücke all meine Impulse, dieser Frau hier und jetzt einen Heiratsantrag zu machen. Ich muss das Gespräch auf etwas Langweiliges lenken, um zu vergessen, dass sich keine 20 cm neben mir reinste Fleischeslust und exquisiter Nerdism zu einer sterblichen Symphonie verschmolzen haben.

Schon wieder legt sie ihre Gabel leicht angewidert zurück auf den Teller—mir blutet das Herz ein bisschen.


Wie ist denn das beim Drehen?
Das mit dem Sperma ist so eine Sache, das ist ganz unterschiedlich. Das betrifft nicht nur Sperma, sondern alle Körperflüssigkeiten. Wenn sich die Darsteller gesund ernähren und auf sich achten, schmeckt ihr Sperma hervorragend. Wenn die Herren rauchen, nur fettigen Scheiß fressen, Drogen nehmen und keinen Sport machen, sondern sich einfach Anabolika reindonnern, dann ist auch ihr Sperma zum Kotzen. Es wird enorm bitter und schmeckt verrottet.

Einmal hat mir ein Mädchen auf die Stirn gesquirtet, und es hat gebrannt, als wäre es verdammte Säure. Das hat richtig wehgetan. Ich glaube, das kam von Methamphetaminen.


Was nimmst du für Drogen?
Ich kiffe manchmal oder trinke ein Bier.

Wie hältst du dich in Form? Machst du viel Sport?
Nein, ich muss keinen Sport machen. Meine Figur halte ich durch die vielen Analsex-Szenen ganz automatisch.

Die sind anstrengend, nehme ich an.
Ja das auch, aber vor allem verändern sie meinen Essrhythmus. Ich muss einen Tag davor meinen Nahrungskonsum herunterschrauben, mein Magen und mein Darm müssen vollkommen leer sein. Das macht mich jeweils fertig. Wenn du pro Woche vier Analszenen machst, schrumpft dein Magen und du musst dich erst wieder ans Essen gewöhnen. Das raubt enorm Energie.

Vor den Desserts gehen wir rasch rauchen. Wir unterhalten uns über Bonnies Superheldenkraft: Das Squirten.


Musst du kommen, um zu Squirten?
Ja absolut, mein G-Punkt liegt recht tief und seitlich, also brauche ich einen großen Schwanz, der mich dort penetriert, aber ich kann es auch mit der Hand hinbekommen. Ich versuche, alles so zu timen, dass ich dann squirte, wenn mein Partner kommt.

Also kurz bevor der Mann kommt, nimmt er seinen Schwanz raus, und ich fasse dann mit der Hand nach und bringe mich selbst zum Squirten.

Kann jede Frau squirten?
An sich ja. Man muss das halt einfach lernen. Es gibt Muskeln im Inneren der Vagina, die man trainieren muss, und dann klappt das. Wichtig ist auch die Koordination: Du kommst, also entspannst du einen Teil der Vaginalmuskulatur, während du eben die anderen Muskeln anspannst, um zu squirten. Hey, morgen kommst du ja an den Dreh, da kannst du mir ja dabei zuschauen!

Stimmt, darauf bin ich wirklich gespannt.

Hier kannst du Bonnie Rotten auf Instagram folgen.