Drogen

Polizeihunde posieren mit ihren Drogenfunden

Und manchen sieht man ihren Stolz richtig an.

von Franz Lichtenegger
23 März 2017, 12:35pm

Alle Fotos sofern nicht anders angegeben: LPD Wien

Sie hat eine riesige Hanf-Plantage in Wien entdeckt und einen Pizzeria-Einbrecher geschnappt. Nach 10 Jahren im öffentlichen Dienst bei der Wiener Polizei blickt die belgische Schäferhündin Bea auf zahlreiche Karriere-Highlights zurück. Für ihre Leistungen hat sie im Rathaus ein Geschenkkorb bekommen – und das ist nicht mal gelogen. 2014 ging sie in den wohlverdienten Ruhestand, heute lebt sie von 120 Euro Rente im Jahr.

Jüngere Kollegen wie Rusty von Sauggatal oder Yoda vom Heustadlwasser (so die wirklichen Namen zweier Polizeihunde) haben noch viel Arbeit bei der Wiener Polizei vor sich, wenn sie eine ähnlich steile berufliche Laufbahn wie Bea anstreben. Aber sie scheinen auf dem besten Weg zu sein.

Allen voran Yago – er konnte erst im vergangenen Jahr in Ottakring 294 Tütchen voller Gras beschlagnahmen. Anschließend wurde die Beute hübsch auf einem Tisch drapiert; Yago posiert mit professioneller Zurückhaltung und ebensolcher Stattlichkeit dahinter. Für die Licht-Situation kann er nichts, aber er macht das Beste draus. Ein echter Profi eben. Das Leuchten in seinen Augen interpretieren wir demnach als reinste Form von Stolz.

… anders als Eros von der Grafschaft Helfenstein auf diesem unglücklichen Schnappschuss. Eros sieht eher verunsichert als triumphierend aus, was in Anbetracht der Menge der erschnüffelten Drogen aber nichts weiter als Taktik zu sein scheint. Es heißt eben nicht umsonst Hundeblick. Womöglich ist Eros auch einfach enttäuscht von den unterdurchschnittlichen grafischen Fähigkeiten seiner Kollegen von der Polizeidiensthundeeinheit.

Die Ästhetik von Polizeihunden mit von ihnen konfiszierten Drogen ähnelt sehr stark der von Jägern, die mit ihrer erlegten Beute posieren – nur ohne den ekligen Part, bei dem getötet wird. Ob die Fotos zu Dokumentationszwecken dienen oder einfach gemacht werden, damit vierbeinige Ordnungshüter wie Van Helsing Duivelsbos (ja, auch ein echter Polizeihundname) sie später mal zu Hause aufhängen können, sei dahingestellt.

So oder so machen diese Tiere nicht nur einen tadellosen Job im Dienste der Allgemeinheit, sie liefern auch reichlich Stoff für etwaige Instagram- oder Tumblr-Accounts namens "Barking Bad".

Der gute Kimbo hat stattliche 500 (in Worten: fünfhundert) Kilo Cannabis gefunden und scheint von der Menge mindestens genauso überfordert wie wir.

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