Deutschland gilt als eines der weltweit größten Atomkraftausstiegsländer. Trotzdem wachsen die atomaren Müllberge bei uns weiter an.
Rund 8.200 Tonnen hochradioaktiver Atommüll und noch einmal in etwa die 20-fache Menge an schwach- und mittelradioaktivem Müll warten derzeit darauf, in ein Endlager gebracht zu werden, das noch immer nicht gefunden ist.
Doch nicht nur Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte aus Kernkraftwerken und Anlagen zur Urananreicherung lagern an verschiedenen Standorten in Deutschland—auch Atomwaffen sind noch immer bei uns stationiert.
Die Zukunftsprognose des Bundesumweltministeriums ist ebenfalls beunruhigend: Bis 2080 werden weitere 17.000 Tonnen hochradioaktiven Mülls erwartet. Es scheint, als stünden wir vor einem unlösbaren Problem.
Erkundungsarbeiten vor der Einlagerungskammer 7 in Asse. Bild: BfS
Zur Zeit befindet sich ein Großteil der hochradioaktiven Abfälle in den drei Zwischenlagern Gorleben, Ahaus und Nord. Die entsprechenden Genehmigungen laufen jedoch in den 2030ern aus und es ist völlig unklar, was anschließend mit den Müllbergen passieren wird.
Blackbox Urenco: Verscherbelt Deutschland gerade den Schlüssel zur Atombombe?
Für eine Übersicht des derzeit in Deutschland lagernden radioaktiven Materials haben wir hier eine ausführliche Liste aller Standorte zusammen gestellt. Kleine Forschungsreaktoren, stillgelegte Anlagen und Halden, Pharmafirmen und Krankenhäuser wurden nicht mit einbezogen.
Hier noch eine kleine Legende:
Rohabfälle sind noch nicht verarbeitete Abfälle und können in fester und flüssiger Form vorliegen. Konditionierte Abfallprodukte sind bereits in Fässern gelagert. Diese wiederum müssen zur Endlagerung in sogenannte Endlagergebinde, also beispielsweise Betoncontainer, verpackt werden.
ehemaliges Salzbergwerk Asse, Niedersachsen
Schachtanlage
Schachtanlage Asse II (Bildrechte/Quelle: BfS)
Material: schwach-bis mittelradioaktives Material
Lagerung: unterirdisch in Fässern und Endlagergebinden
Menge: 124.494 Endlagergebinde, 1.301 Fässer
Die eindringende Salzlauge wird in Behältern aufgefangen und beträgt täglich 12.000 Liter. Ein eingesetzter parlamentarischer Untersuchungsausschuss schätzte die Kosten für eine mögliche Rückholung der Fässer azf zwei bis vier Milliarden Euro.
Braunschweig, Niedersachsen
Eckert & Ziegler Nuclitec GmbH, Konditionierungseinrichtung
Material: Rohabfälle
Lagerung: oberirdisch
Menge: 46,1 Tonnen
Braunschweig, Niedersachsen
Forschungsreaktor der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt
Material: Konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern und Betonbehältern
Menge: 42 m³ konditionierte Abfallprodukte und 8 m³ Endlagergebinde
Emsland, Niedersachsen
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern und Gussbehältern
Menge: 578 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.074 Brennelementen), 36,1 Tonnen Rohabfälle, 12 m³ konditionierte Abfallprodukte und 53 m³ Endlagergebinde
Gorleben, Niedersachsen
Atommüllager zur Zwischenlagerung, Weiterbehandlung und Endlagerung
Luftaufnahme des Transportbehälterlagers Gorleben (Bildrechte/Quelle: GNS)
Material: Schwermetall-Abfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch
Menge: 38 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 82 Brennelementen und 3.024 Kokillen), 525 m³ konditionierte Abfallprodukte und 6.700 m³ Endlagergebinde
Gorleben ist zum Symbol geworden, für Protestkultur und Bürgerinitiativen, für Polizeigewalt und Wasserwerfer. Bereits seit den Siebzigern wird versucht auszuloten, ob sich der Salzstock Gorleben als Endlager eignet. Momentan steht in Gorleben ein Transportbehälterlager, hier sammeln sich bereits die radioaktiven Abfälle der Republik in 113 Castoren. Die Castor-Transporte, die aus Frankreich und England rückgeführt werden sollen, werden möglicherweise in Gorleben zwischengelagert.
Grohnde, Niedersachsen
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern und Gussbehältern
Menge: 502 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 920 Brennelementen), 56,1 Tonnen Rohabfälle, 90 m³ konditionierte Abfallprodukte, 13 m³ Endlagergebinde
Lingen, Niedersachsen
Brennelementefabrik
Brennelementefabrik in Lingen (Bildrechte/Quelle: Areva GmbH)
Material: Rohabfälle
Menge: 100 Tonnen Rohabfälle (weitere Ansammlung radioaktiven Abfalls durch fortlaufende Produktion)
Lingen, Niedersachsen
stillgelegtes AKW Lingen, heute Zwischenlager
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch im in Fässern und Gussbehältern
Menge: 146,8 Tonnen Rohabfälle, 166 m³ konditionierte Abfallprodukte, 185 m³ Endlagergebinde
Stade, Niedersachsen
AKW-Zwischenlager
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Containern und Gussbehältern
Menge: 585,2 Tonnen Rohabfälle, 178 m³ konditionierte Abfallprodukte, 4.088 m³ Endlagergebinde
Unterweser, Niedersachsen
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 386 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 717 Brennelementen), 44,1 Tonnen Rohabfälle, 493 m³ konditionierte Abfallprodukte, 978 m³ Endlagergebinde
Leese, Niedersachsen
Außenlager
Material: Konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern
Menge: 1.319 m³ konditionierte Abfallprodukte und 37 m³ Endlagergebinde
Munster, Niedersachsen
Zentrale Sammelstelle der Bundeswehr
Material: Rohabfälle
Lagerung: oberirdisch
Menge: 180,8 Tonnen
Morsleben, Sachsen-Anhalt
Endlager im ehemaligen Kali- und Steinsalzbergwerk Bartensleben
Hauptgesenk des Schachtes in Morsleben (Bildrechte/Quelle: BfS)
Material: feste und verfestigte Abfälle, Kobalt-Strahlenquellen, Cäsium-Strahlenquellen, Radium-226
Lagerung: unterirdisch
Menge: standardisierte Fässer von 200 bis 570 Liter und zylindrische Betonbehälter, 4 Liter fassende Stahlzylinder in Sohlenbohrlöchern, ein 280 Liter-Fass
Das ehemalige Endlager der DDR wurde von der Bundesrepublik nach der Wende kurzerhand weiterbenutzt. Auch hier, ähnlich wie in Asse, gibt es geologische Unsicherheiten. 2001 stürzte ein rund 5000 kg schwerer Gesteinsbrocken im Hauptteil der Grube von der Decke. Ab 2003 wurde das Grubengebäude mit Salzbeton aufgefüllt um es zu stabilisieren. Von 1981 bis 1998 wurden hier um die 37.000 m³ schwach- und mittelradioaktiver Abfall unterirdisch eingelagert. Rund 60 % der radioaktiven Abfälle wurden nach der Wende eingelagert.
Karlsruhe, Baden-Württemberg
ehemalige Wiederaufbereitungsanlage und Landessammelstelle
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 2.985,1 Tonnen Rohabfälle, 2.461 m³ konditionierte Abfallprodukte und 56.869 m³ Endlagergebinde
Neckarwestheim, Baden-Württemberg
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 790 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.660 Brennelementen), 160,1 Tonnen Rohabfälle, 92 m³ konditionierte Abfallprodukte, 413 m³ Endlagergebinde
Obrigheim, Baden-Württemberg
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in einem Brennelement-Nasslager, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 100 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 342 Brennelementen), 130,2 Tonnen Rohabfälle, 82 m³ konditionierte Abfallprodukte, 852 m³ Endlagergebinde
Philippsburg, Baden-Württemberg
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 805 Tonnen Schwermetall-Abfällen (das entspricht 2.474 Brennelementen), 186,1 Tonnen Rohabfälle, 889 m³ konditionierte Abfallprodukte, 349 m³ Endlagergebinde
Garching, Bayern
Forschungsreaktor
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Gestellen, Absetzbecken und Fässern
Menge: 243,5 Kilogramm Uran (das entspricht 35 Brennelementen), 33,5Tonnen Rohabfälle, 2 m³ konditionierte Abfallprodukte
Karlstein, Bayern
Siemens AG
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern und Gussbehältern
Menge: 29,2 Tonnen Rohabfälle, 7 m³ konditionierte Abfallprodukte, 2.455 m³ Endlagergebinde
Grafenrheinfeld, Bayern
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern und Gussbehältern
Menge: 431 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 803 Brennelementen), 29 Tonnen Rohabfälle, 13 m³ konditionierte Abfallprodukte, 20 m³ Endlagergebinde
Gundremmingen, Bayern
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern und Gussbehältern
Menge: 1.147 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 6.594 Brennelementen), 74,2 Tonnen Rohabfälle, 180 m³ konditionierte Abfallprodukte, 925 m³ Endlagergebinde
Landshut, Bayern
Kernkraftwerk Isar mit angeschlossenem Zwischenlager
Material: Brennelemente, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 871 Tonnen Schwermetall-Abfällen (das entspricht 3.115 Brennelementen), 135,2 Tonnen Rohabfälle, 133 m³ konditionierte Abfallprodukte, 364 m³ Endlagergebinde
Mitterteich, Bayern
Landessammelstelle Bayern
Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte lagern
Lagerung: oberirdisch in Fässern
Menge: 7,2 Tonnen Rohabfälle und 217 m³ konditionierte Abfallprodukte
Mitterteich, Bayern
Zwischenlager in EVU-Lagerhalle
Zwischenlager Mitterteich. Bild: Wikipedia, ChNPP | CC BY-SA 3.0
Material: Konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 3.411 m³ konditionierte Abfallprodukte und 4.306 m³ Endlagergebinde
Berlin, Berlin
Forschungsreaktor
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung und Rohabfälle
Lagerung: oberirdisch in Absetzgestellen
Menge: 77,4 Kilogramm Schwermetalle (das entspricht 57 Brennelementen), 0,3 Tonnen Rohabfälle
Berlin, Berlin
Landessammelstelle Berlin
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde lagern
Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern
Menge: 230,1 Tonnen Rohabfälle, 84 m³ konditionierte Abfallprodukte und 185 m³ Endlagergebinde
Rheinsberg, Brandenburg
AKW-Zwischenlager
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Betonbehältern und Gussbehältern
Menge: 200,5 Tonnen Rohabfälle, 130 m³ konditionierte Abfallprodukte und 31 m³ Endlagergebinde
Ebsdorfergrund, Hessen
Landessammelstelle
Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern
Menge: 114,9 Tonnen Rohabfälle, 82 m³ konditionierte Abfallprodukte
Hanau, Hessen
Nuclear Cargo + Service GmbH
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 0,4 Tonnen Rohabfälle, 35 m³ konditionierte Abfallprodukte, 7.633 m³ Endlagergebinde
Biblis, Hessen
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Gussbehälter und Betonbehältern
Menge: 1.025 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.915 Brennelementen), 117,9 Tonnen Rohabfälle, 54 m³ konditionierte Abfallprodukte und 2.030 m³ Endlagergebinde
Greifswald, Mecklenburg-Vorpommern
AKW-Zwischenlager
Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern
Menge: 586,2 Tonnen Rohabfälle, 54 m³ konditionierte Abfallprodukte
Rubenow, Mecklenburg-Vorpommern
Landessammelstelle
Material: Rohabfälle
Lagerung: oberirdisch
Menge: 1,3 Tonnen
Rubenow, Mecklenburg-Vorpommern
Zwischenlager Nord
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Fässern, Containern, Betonbehältern und Gussbehältern
Menge: 584,5 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 5.048 Brennelementen, 2.413 Brennstäben und 140 Kokillen), 3.718,1 Tonnen Rohabfälle, 2.952 m³ konditionierte Abfallprodukte, 3.631 m³ Endlagergebinde
Ahaus, Nordrhein-Westfalen
Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung und Endlagergebinde
Lagerung: Transportbehälterlager, oberirdisch in Castor-Behältern und Containern
Menge: 62 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 1.164 Brennelementen und 617.606 Brennelementkugeln, dazu kommen noch 2 Tonnen nicht entfernbares Hüllmaterial), 1.347 m³ Endlagergebinde
Duisburg, Nordrhein-Westfalen
Konditionierungseinrichtung
Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern
Menge: 389,2 Tonnen Rohabfälle und 262 m³ konditionierte Abfallprodukte
Gronau, Nordrhein-Westfalen
Urananreicherungsanlage
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern
Menge: 6,6 Tonnen Rohabfälle, 15 m³ konditionierte Abfallprodukte und 33 m³ Endlagergebinde
Hamm-Uentrop, Nordrhein-Westfalen
Hochtemperatur-AKW
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch
Menge: 278,1 Tonnen Rohabfälle, 31 m³ konditionierte Abfallprodukte
Jülich, Nordrhein-Westfalen
Atomversuchsreaktor
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern
Menge: 709,6 Tonnen Rohabfälle, 26 m³ konditionierte Abfallprodukte
Jülich, Nordrhein-Westfalen
Forschungszentrum
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Fässern und Containern
Menge: 2 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht circa 290.000 AVR-Brennelementkugeln), 4.437,2 Tonnen Rohabfälle, 167 m³ konditionierte Abfallprodukte, 460 m³ Endlagergebinde
Jülich, Nordrhein-Westfalen
Gesellschaft für Nuklear-Service mbH
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern und Betonbehältern
Menge:182 Tonnen Rohabfälle, 380 m³ konditionierte Abfallprodukte, 884 m³ Endlagergebinde
Die Gesellschaft für Nuklear-Service hat vom Bund keine Genehmigung mehr zur Lagerung radioaktiver Abfälle, sondern lediglich vom Land Nordrhein-Westfalen.
Jülich, Nordrhein-Westfalen
Landesssammelstelle Nordrhein-Westfalen
Material: Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern
Menge: 1,2 Tonnen Rohabfälle, 493 m³ konditionierte Abfallprodukte
Würgassen, Nordrhein-Westfalen
AKW-Zwischenlager
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Containern, Betonbehältern und Gussbehältern
Menge: 75,1 Tonnen Rohabfälle, 889 m³ konditionierte Abfallprodukte, 2.643 m³ Endlagergebinde
Krefeld, Nordrhein-Westfalen
Schmelzanlage
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch
Menge: 2.154,7 Tonnen, 73 m³ konditionierte Abfallprodukte
Büchel, Rheinland-Pfalz
US-Atomwaffenlager
Bild: US State Department (SSGT Phil Schmitten); Wikimedia. Lizenz: Gemeinfrei
Update vom 24.09.: Laut Recherchen von Frontal 21 belegen aktuelle US-Haushaltspläne, dass die USA derzeit die Integration neuer Atombombensysteme B-61-12 in Büchel vorbereitet. Schätzungen zeigen, dass wohl rund 20 Bomben des neuen Systems hinzukommen könnten.
Material: etwa 20 amerikanische B61-Atombomben, vermutlich mit W-80 Sprengköpfen ausgerüstet
Menge: geheim, jeweils geschätzte 3 bis 6 Kilogramm Plutonium
Das Gewicht der Bombe beträgt zwischen 320 und 540 Kilogramm. Es handelt sich um eine Wasserstoffbombe, bei der die Wasserstoff-Isotope Deuterium und Tritium verschmelzen und es zu einer Kernfusion kommt.
Ellweiler, Rheinland-Pfalz
Landessammelstelle
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern
Menge: 155,2 Tonnen Rohabfälle, 9 m³ konditionierte Abfallprodukte
Mülheim-Kärlich, Rheinland-Pfalz
AKW-Zwischenlager
Material: Rohabfälle
Lagerung: oberirdisch
Menge: 54,8 Tonnen Rohabfälle
Mainz, Rheinland-Pfalz
Forschungsreaktor
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung
Lagerung: oberirdisch in einem Nass- und Trockenlager
Menge: 764 Gramm Uran (das entspricht 4 Brennelementen)
Rossendorf, Sachsen
Landessammelstelle
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern und Containern
Menge: 78,4 Tonnen Rohabfälle, 9 m³ konditionierte Abfallprodukte
Rossendorf, Sachen
Forschungszentrum
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte und Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Fässern, Gussbehältern, Betonbehältern und Containern
Menge: 702,4 Tonnen Rohabfälle, 38 m³ konditionierte Abfallprodukte, 589 m³ Endlagergebinde
Königstein, Sachsen
Grube Königstein
Die Grube Königstein wird saniert und kontrolliert geflutet, dabei fällt nach wie vor Uran an, welches durch Verkauf „entsorgt" wird.
Ronneburg, Sachsen
Lagerstätte Ronneburg
Hier wird saniert. Die untertägigen Sanierungsarbeiten sind zwar abgeschlossen, doch die Grubengewässer werden weiterhin geflutet.
Schlema-Alberoda, Sachsen
Uranbergbau
An drei Halden werden Sanierungsarbeiten ober- und untertage ausgeführt.
Dresden-Gittersee, Sachsen
Lagerstätte
Die Halden sind vollständig saniert und die Flutung der Standorte nahezu abgeschlossen, die untertänigen Arbeiten dauern jedoch an.
Geesthacht, Schleswig-Holstein
Forschungszentrum
Material: Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern (3 m³ in sonstigen Behältnissen)
Menge: 3,2 Tonnen Rohabfälle, 382 m³ konditionierte Abfallprodukte
Geesthacht, Schleswig-Holstein
Landessammelstelle
Material: konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Fässern
Menge: 49 m³ konditionierte Abfallprodukte
Brokdorf, Schleswig-Holstein
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: berirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken und Fässern
Menge: 512 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 946 Brennelementen), 100,5 Tonnen Rohabfälle, 1 m³ konditionierte Abfallprodukte
Brunsbüttel, Schleswig-Holstein
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle, konditionierte Abfallprodukte, Endlagergebinde
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken, Fässern, Containern, Gussbehältern und Betonbehältern
Menge: 163 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 965 Brennelementen), 255,7 Tonnen Rohabfälle, 27 m³ konditionierte Abfallprodukte und 2.209 m³ Endlagergebinde
Krümmel, Schleswig-Holstein
AKW-Zwischenlager
Material: Brennelemente und verglaste Abfälle aus der Wiederaufbereitung, Rohabfälle und konditionierte Abfallprodukte
Lagerung: oberirdisch in Castor-Behältern, Lagerbecken und Fässern
Menge: 369 Tonnen Schwermetall-Abfälle (das entspricht 2.082 Brennelementen), 32,6 Tonnen Rohabfälle, 333 m³ konditionierte Abfallprodukte.
Asse: Hauptauffangstelle in 658 Meter Tiefe. Bild: BfS
„Es ist klar, dass wir in eine zeitlich Lücke zwischen dem Auslaufen der Genehmigungen und der Inbetriebnahme eines Endlagers laufen", so Sylvia Kotting-Uhl. Bis Ende 2016 soll die Kommission zur Endlagersuche, der auch Kotting-Uhl angehört, einen Kriterienkatalog erarbeiten, der die Standards für ein mögliches Endlager festlegt. Dieses soll dann bis 2031 gefunden worden sein.
„Es gibt für das Bundesumweltministerium keinen Anlass, diesen Zeitplan in Frage zu stellen", versichert Frauke Stamer, Sprecherin des Bundesumweltministeriums.
Kottig-Uhl hält dieses Zieljahr jedoch für sehr ambitioniert. Auch Thorben Becker, atompolitischer Sprecher des BUND und ebenfalls an der Endlagerkommission beteiligt, sagt: „Klar ist, dass am Gesetz noch deutlich nachgebessert werden muss. Der Zeitplan für die Kommission ist sehr eng."
Welch katastrophale Folgen eine gewissenlose Endlagersuche haben kann, lässt das einstige Endlager Asse II in Niedersachsen erahnen: Von 1967 bis 1978 wurden hier 47.000 m³ schwach- und mittelradioaktive Abfälle der Bundesrepublik eingelagert. Doch der Salzstock war nicht ausreichend geprüft worden: Seit 1988 dringt Grundwasser in das Bergwerk ein. Gleichzeitig nahm die Tragfähigkeit des Grubengebäudes ab, so dass die Abfälle eigentlich unverzüglich rückgeholt werden müssten, um Schlimmeres zu verhindern.
Bisher ist das aber noch nicht geschehen und so steigt mit jedem Tag die Wahrscheinlichkeit, dass die radioaktiven Abfälle das Grundwasser weitläufig verseuchen. Seit Jahren bereitet sich das Bundesumweltministerium darauf vor, durch eine Notflutung des Schachtes mit Salzlauge eine Kontamination der umliegenden Landschaft zu verhindern. Heute fließen täglich circa 12.000 Liter salzhaltiges Grundwasser ins Bergwerk—und es ist nicht auszuschließen, dass einige der Fässer bereits leck sind.