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Tech

Diese Fahrradtrinkflasche füllt sich während der Fahrt automatisch auf

Ein österreichischer Designer hat ein System erfunden, das in humiden Gebieten Trinkwasser aus der Luft extrahieren kann.
3.11.14
Alle Bilder: FontusKristóf Retezár. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Statistiken der UN zufolge werden in nur 15 Jahren 47 Prozent der Weltbevölkerung unter Wassermangel leiden. Jegliche Auswege aus dieser enormen Ressourcenverknappung und -Verschmutzung sollten also in Erwägung gezogen werden. Der österreichische Designer Kristof Retezar bietet nun eine kleine Lösungsoption mit dem angenehm fontänensprudeligen Namen Fontus.

Seine Erfindung ist eine selbstauffüllende Trinkwasserflasche, die nicht nur als unendlicher Erfrischungsquell an einem Fahrrad angebracht werden kann. Ebenso könnte sie in Gebieten mit schlechter Grundwasserversorgung, aber hoher Humidität, durch ein paar Pedaltritte für einen nachhaltigen Wassernachschub sorgen.

Mit einer kleinen Solarzelle als Energiequelle zieht Fontus die Feuchtigkeit aus der heißen Luft und kühlt diese herunter. Daraufhin kondensiert die Luft und kann die Flasche mit bis zu 0,5 Liter Wasser (jegliche Flasche mit diesem Fassungsvermögen lässt sich verwenden) pro Stunde füllen. Tropfen für Tropfen wird die humide Luft in Trinkwasser verwandelt. Ist die Vorrichtung an einem Fahrradrahmen angebracht, befördert der Fahrtwind noch mehr wasserspendende Luft in das Gerät und die Tröpfchenproduktion wird verstärkt.

Alle Bilder: Fontus / Kristóf Retezár. Verwendet mit freundlicher Genehmigung.

Die Kondensation von Luft in Wasser ist eine 2000 Jahre alte Technik und wurde bereits von den antiken Kulturen in Asien und Zentralamerika benutzt. Retezar möchte diese Methode aus der Vergessenheit in unseren Alltag zurück bringen. „Mein Ziel war es, ein kleines, kompaktes und unabhängiges Gerät zu kreieren, das humide Luft absorbiert, die Wassermoleküle von den Luftmolekülen trennt und dann das Wasser in flüssiger Form in einer Flasche speichert", so das simple, wie einleuchtende Konzept des Designers.

„Unsere Atmosphäre enthält um die 13.000 Kubik-Kilometer ungenutztes Trinkwasser", schreibt Retezar auf der Webseite seiner Erfindung. „Das Projekt ist ein Versuch, diese Ressourcen besser auszubalancieren." Für die Verwendung in Kombination mit einem Fahrrad entschied er sich, weil es das weltweit am weitesten verbreitete Verkehrsmittel ist. Und außerdem produziert es nicht einmal luftverschmutzende Feinstaubpartikel.

Jedoch ist in vielen Gegenden der Erde die Luft mindestens ebenso dreckig wie das Wasser und der Gedanke an einen Cocktail aus liquidem Smog klingt ziemlich abschreckend. „Es gibt verschiedene Filter, die den Staub aus der Luft reinigen und ihn am Eindringen in die Flasche hindern", erzählte Retezar bei  CoExist. „Das Wasser ist absolut sicher und trinkbar, solange keine chemisch-gebundenen Gifte in der Luft herumschwirren." In den stinkenden Großstädten fahren wahrscheinlich sowieso weniger Menschen mit dem Fahrrad als in nur mit regulärem Staub verseuchten Gebieten.

Kristof Retezar gehört zu den diesjährigen Finalisten des James Dyson Award und sucht nun nach Investoren, die die Produktion seiner Erfindung und vielleicht sogar eines DIY-Bausatzes finanzieren.

„Es gibt einige Bestandteile an dem Gerät, die nicht unbedingt so aussehen müssen, wie ich sie entworfen habe und das System funktioniert trotzdem." Eine einfach anzuwendende Technik, die flexibel für die jeweilige Anwendung angepasst werden kann, das ist doch mal eine zukunftweisende Strategie.