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Mit Infrarot-Scan zum Venen-Volltreffer bei der Blutabnahme

Das Australische Rote Kreuz testet ein Nah-Infrarot-Gerät, welches den Verlauf der Venen genau anzeigt. Die Technik soll Spendern die Angst vor der Blutabnahme nehmen und sie zum Wiederkommen bewegen.
4.11.14
Bild mit freundlicher Genehmigung von Australian Red Cross Blood Service

Ich erinnere mich nur ungern an meine letzte Blutabnahme. Nachdem die Auszubildende drei mal erfolgreich neben die Vene gestochen hatte, ließ sie kurzerhand die Nadel in meinem Arm stecken und meinte: „Nicht hingucken, ich guck mal kurz, ob jemand Zeit hat." Solche, nur für den abgebrühten Patienten, lustigen Szenarien möchte das  Australische Rote Kreuz nun per Infrarotscan der Adern verhindern.

Mit Hilfe dieser Technik soll dem Blutspenden der Schrecken genommen und die freiwilligen Geber zum Wiederkommen bewegt werden. Denn, wem nicht drei Mal daneben gestochen wurde, der ist auch weniger skeptisch. Das  nahe Infrarot absorbiert das Hämoglobin im Blut und zeigt so den Verlauf der Venen präzise sichtbar an. Solange der Arzt also nicht blind und zittrig ist, kann er mit einem einzigen Volltreffer zielgenau in die Vene piksen.

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Dieses fröhliche Mitklatsch-Video demonstriert die phantastische Technik der Venenerkennung in der Praxis (Keine Angst, es werden weder Blut noch Spritzen gezeigt!):

Das Verfahren soll demnächst an 300 Erstspendern und 600 Wiederholungstätern im Alter von 18 bis 30 Jahren erprobt werden. So sollen die Rücklaufquote und die allgemeine Blutspendebereitschaft erhöht werden. Das ist auch dringend nötig. Denn trotz zahlreicher Pro-Blutspende-Kampagnen mangelt es vielen medizinischen Einrichtungen überall auf der Welt nach wie vor an frischem Blut zur Anwendung in Therapien und bei der Notfallversorgung. Auch in Deutschland sind die Aussichten gerade für die Zukunft ungünstig, da das durchschnittliche Spenderalter bei 44 Jahren liegt.

Alle Bilder mit freundlicher Genehmigung von Australian Red Cross Blood Service

Die Infrarot-Technologie wird in dieser Studie zum ersten Mal zur Venenerkennung angewendet; auch um ihre Praxistauglichkeit genauer untersuchen zu können. Sollte sie erfolgreich sein, können die mobilen Apparate den Spendern weltweit jede Menge Anspannung beim Arztbesuch nehmen, da die größte Befürchtung oft einfach darin besteht, die Nadel könne ihr Ziel verfehlen. Vor allem für Menschen, deren zarte Venen sich gerne einmal verstecken ist die Erleichterung für ein unbeschwertes Blutspenden groß.

Der Spender sollte jedoch lieber nicht direkt in die Lampe gucken. Ansonsten kann er nach dem Blutspenden direkt noch beim Augenarzt vorbei schauen. Aber der hat ja zumindest keine Nadeln.