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NFL

Die Besitzer der Miami Dolphins und von Paris Saint-Germain wollen sich in die Formel 1 einkaufen

35,5 Prozent der Anteile sind im Gespräch. Doch nicht zu früh freuen—Bernie Ecclestone soll weiterhin Boss bleiben.
25.6.15
Foto: Red Bull

Die Formel 1 könnte demnächst den Besitzer wechseln. Die Königsklasse des Motorsports, die wohl die meiste Zeit des Jahres damit verbringt, Leute davon zu überzeugen, dass sie sich nicht in der Krise befände, hat nämlich die Aufmerksamkeit des Inhabers der Miami Dolphins, Stephen Ross, auf sich gezogen. Neben ihm zeigen sich auch Qatar Sports Investments, denen der französische Fußballklub Paris Saint-Germain gehört, sehr interessiert.

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Wie die Financial Times berichtet, wollen beide zusammen 35,5% der Anteile der Firma erwerben, der die Formel-1 derzeitig gehört. Diese Anteile liegen derzeitig bei CVC Capital Partners.

CVC ist der Hauptanteilsinhaber der Formel 1 und das schon seit zehn Jahren. Es wird geschätzt, dass sie bis jetzt 3,5 bis 4 Milliarden Euro verdient haben. Jedoch scheiterte der Versuch, den Sport an der Börse von Singapur zu lancieren, was einen totalen finanziellen Zuwachs von über sechseinhalb Milliarden Euro bedeutet hätte. CVC sah sich heftiger Kritik ausgesetzt, da ihnen vorgeworfen wurde, Profit zu generieren, was sie nicht zurück in den Sport investierte. Zudem sind die Kosten für die Teams in der Formel 1 extrem hoch, was dazu führt, dass einige von ihnen untergehen und Neueinsteiger nur schwierig zum Zug kommen.

Mittlerweile hat die Hälfte des Teilnehmerfelds „Paydrivers"—Fahrer, die sich ohne Bezahlung durch ihre Teams ins Cockpit setzten, dafür aber Sponsoren mitbringen. Dies passiert aufgrund der fehlenden Sponsoren, von denen viele durch lukrative Bandenwerbung gelockt, weg vom Teamsponsoring gegangen sind. Auch die Einführung der V6-Motoren war nicht nur fragwürdig, sondern auch teuer. Dietrich Mateschitz, der Besitzer von Red Bull und einer der einflussreichsten Personen im Formel-1-Zirkus, drohte schon in der Vergangenheit mehrfach, sich aus dem Formel-1-Geschäft zurückzuziehen. Wäre dies der Fall, würden ganze vier Autos aus dem sowieso schon dezimierten Startfeld verschwinden.

Dazu kommt, dass die Formel 1 schon seit längerem in der Kritik steht, sich immer mehr von seinen Traditionsstrecken zu verabschieden. Keine Rennen in Frankreich, keines in Deutschland und auch Italien ist in Gefahr. Vielmehr zieht der Formel-1-Zirkus weiter und geht in Länder, die bereit sind, die immensen Kosten für die Durchführung eines Rennwochenendes zu bezahlen. Länder wie Bahrain, Abu Dhabi oder Aserbaidschan.

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Mittlerweile ist der Rennsport der Formel 1 in vielen Ländern immer öfter nur noch auf den Pay-TV-Kanälen wiederzufinden, Großbritannien und Frankreich mit eingeschlossen. Dies führte für CVC nicht nur zu schnellem Profit, sondern hat wahrscheinlich auch die langfristige Popularität der Formel 1 beschädigt, denn für Rennsport-Fans bedeutet dies, dass sie keine komplette Renn-Saison verfolgen können, ohne ein Abonnement des jeweiligen Senders zu haben.

In einem Gespräch mit dem Guardian äußerte sich Bob Fernley, stellvertretender Teamchef von Force India, dass „CVC das Schlimmste war, was der Formel 1 je passiert sei". Berichten zufolge soll, wenn der neue Deal wirklich zustande kommen sollte, auch Formel-1-Boss Bernie Ecclestone seine Rolle als Chef beibehalten und dass obwohl er kurz vor seinem 85 Geburtstag steht. In einer Quelle der Financial Times heißt es: „Sie sind der Meinung, dass Ecclestone viel zu der Entwicklung des Sports beigetragen habe und er bei der Expansion auf den US-amerikanischen und chinesischen Markt sehr behilflich sein kann."