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goldene generation

Boom Boom Pau rockt das Finale und wird zum unangefochtenen MVP der Basketball-EM

Spaniens „goldene Generation“ hat bei diesem Turnier gezeigt, warum sie immer noch das Maß aller Dinge ist.
21.9.15
Foto: imago/panoramiC

Für die 39. Auflage der Eurobasket sollten die Stars der internationalen Basketball-Szene eigentlich in der Ukraine aufeinandertreffen. Doch nach den politischen Entwicklungen in der Region, der Annexion der Krim und der unstabilen Lage im Land entschied der ukrainische Basketballverband, sich als Ausrichter des Turniers zurückzuziehen.

Diese Entscheidung stellte die Welt-Basketballverband FIBA ein Jahr vor Beginn des Turniers vor Probleme. Ohne Ausrichter kein Turnier.
Doch eine Lösung schien schnell gefunden. Interessierte Nationen konnten sich als Veranstalter der Vorrunde bewerben. Ein Novum, denn noch nie in der Geschichte des Turniers fand eine Europameisterschaft in vier unterschiedlichen Ländern (Lettland, Deutschland, Kroatien und Frankreich) statt.

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Auch für die Spiele nach der Gruppen-Phase und das Finale war mit der französischen Stadt Lille und ihrem 27,500 Fans fassenden Pierre Mauroy Stadium eine würdige Arena gefunden.

Gestern ging die Eurobasket 2015 nach 16 Tagen zu Ende und obwohl für deutsche Fans schon nach der Vorrunde Schluss war, zeigte das gesamte Turnier, dass die Begeisterung für Basketball in Europa auf dem Vormarsch ist. Schon das Viertelfinale zwischen Spanien und Frankreich stellte mit 26,922 Zuschauern einen neuen Rekord auf, der im Finale zwischen Spanien und Litauen mit 27,372 noch getoppt werden sollte.

Foto: imago/picsell

80-63 für Spanien hieß es am Ende des Spiels, in dem das spanische Team nicht nur seine Dominanz im europäischen Basketball wieder erlangte, sondern auch zeigte, wie eine Mannschaft mit dem Anspruch auf Gold seine Leistung während des gesamten Turniers kontinuierlich steigern konnte und dies auch tat. Allen voran ein überaus dominanter Pau Gasol.

Die diesjährige Eurobasket war ohne Zweifel die beste Werbung für den europäischen Basketball, was auch die unglaubliche Zahl von insgesamt 711,131 Basketball-Fans unterstrich, die die Stars ihres Landes in den verschiedenen Arenen des Turniers verfolgten.

VICE Sports blickt zurück auf das Aufeinandertreffen zweier Giganten des europäischen Basketballs und einen unbestreitbaren MVP.

Der Spielverlauf:

Defensiv stark und offensiv ausgeglichen, mit einem Leader, der trotz seines Alters den besten Basketball seines Lebens spielt. So könnte man das Auftreten der spanischen Mannschaft im Finale gegen Litauen wohl auf den Punkt bringen. Von Beginn an gab Spanien den Ton an und baute seine Führung bis ins zweite Viertel bis auf 16 Punkte aus. Trotz sich aufbäumender Litauer und eines Halbzeit-Buzzer-Beaters von Jonas Maciulis zum 41-33 sollten Spaniens Goldambitionen nie wirklich in Gefahr geraten. Letztlich war es der 11-2 Lauf im dritten Viertel zum 53-35, der den letzten Nagel in den Sarg schlug und Litauens Schicksal mehr oder minder besiegelte. Ab diesem Zeitpunkt hielt Spanien die Balten bis zum Ende der Partie auf zweistelliger Distanz, um als Europameister den Abend zu beenden.

Der unangefochtene MVP:

„Ich werde immer auf stolz sein, was dieses Team und ich erreicht haben, vor allem, dass ich an diesem Punkt meiner Karriere auf einem solchen Level spielen konnte", sagte Pau Gasol kurz nachdem er die MVP Trophäe entgegen genommen hatte. Und man kann ihm eigentlich nur recht geben. Nachdem der 35-jährige mit einer Monster-Performance die Titelträume der Franzosen fast im Alleingang zunichtenmachte, zeigte Pau auch im gestrigen Finale, das noch immer mit ihm zu rechnen war. Mit einer MVP-würdigen Leistung von 25 Punkte und 12 Rebounds unterstrich der Spanier die Leistung des gesamten Turniers und sorgte dafür, dass sich die Spanier ihre dritte Goldmedaille bei einer Europameisterschaft sicherten.

Pau Gasols 40-Punkte-Show zerstört Frankreichs Titelträume

First Team:

Neben Pau Gasol, findet sich im All-Tournament-Team auch Real Madrids Sergio Rodriguez mit einem Punkteschnitt von knapp 10 Punkten und vier Assists wieder. Rodriguez gehört ebenfalls zur „goldenen Generation" Spaniens, die wohl in dieser Zusammenstellung nur noch nächstes Jahr in Rio zu sehen sein wird. Auch der Litauer Jonas Maciulis schaffte es unter die Top-Fünf des Turniers. Mit seinen 13,8 Punkten und 6,3 Rebounds war er über weite Strecken des Turniers ein ausschlaggebender Faktor, für die zweite Silbermedaille der Basketball-Verrückten baltischen Nation. Litauens Fels in der Brandung war der Center der Toronto Raptors Jonas Valanciunas, der mit 16 Punkten und 8,4 Rebounds eine Bank unterm Korb war und wieder einmal unter Beweis stellte, dass er ohne Zweifel einer der dominantesten Big-Men des Turniers war. Über gesamte Eurobasket zeigte Frankreichs Nando De Colo, dass auch er in der Lage ist, verstärkt Verantwortung für Les Bleus zu tragen. Mit 13,1 Punkten und 5,2 Rebounds (!) komplettiert der 28-Jährige die Top-Spieler der diesjährigen Eurobasket.

Top-Scorer des Turniers:

Pau Gasol (Spanien) 25,6 Punkte

Dennis Schröder (Deutschland) 21 Punkte

Jan Vesely (Tschechien) 19,3 Punkte

Danilo Gallinari (Italien) 17,9 Punkte

Alessandro Gentile (Italien) 16,8 Punkte

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