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Verschwörungstheorien

Dr. Axel Stoll: Der große Nazi-Ufo-Verschwörungstheoretiker hat uns eine Nachricht aus dem Jenseits geschickt

Nicht mal der Tod kann den Großvater aller Verschwörungstheoretiker auf seiner Reise zur Erleuchtung aufhalten.

von VICE Staff
31 März 2017, 9:36am

Wir können es ruhig zugeben: Es schmerzt immer noch. Fast drei Jahre ist es jetzt schon her, dass Dr. Axel Stoll (promovierter Naturwissenschaftler) den Strafplaneten – und uns, die wir weiter darauf leben müssen – hinter sich gelassen hat. Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Stattdessen durchwabert eine bleierne Leere unsere Tage, die freien Energieflüsse sind versiegt, selbst die Chemtrails hängen lustlos in der Luft herum. Niemand weiß mehr, was wirklich in der Welt passiert. Wir waren uns sicher, dass es nie mehr gut werden könnte.

Dr. Axel Stoll verbreitete über den von ihm gegründeten Neuschwabenland-Stammtisch und den angeschlossenen YouTube-Kanal seine (manche würden sagen: vollkommen wahnsinnigen) Thesen. Er klärte über die kalte Sonne auf, die Hohlerde, den noch wenig bekannten Fakt, dass die Menschheit (also der weiße Teil davon) zu einer außerirdischen Rasse gehört, die ursprünglich aus Aldebaran angereist kam, um über einen Strafplaneten (bewohnt vom nicht-weißen Teil der Bevölkerung) zu herrschen. Seinen, wirklich sehr glaubwürdigen, Theorien zufolge wird das gesamte Sonnensystem von reichsdeutschen Flugscheiben dominiert, die aus Neuschwabenland starten, jener fast schon legendären Nazi-Basis am Südpol, die einen Übergang zur schon erwähnten Hohlerde bildet. Usw. Usw.

Doch jetzt: Ein Lichtblick, mitten in diesem tiefschwarzen Meer! Eine Verheißung, die den Schleier lüftet und uns auf ein besseres Leben hoffen lässt! Axel Stoll hat sich zurückgemeldet. Aus dem Jenseits. Mit einer Botschaft an uns.

Aufgetaucht ist die Botschaft auf der Online-Gedenkseite für Dr. Stoll (ja, die gibt es). Dort spielt pausenlos schwermütige Klaviermusik, und jeder kann virtuelle Kerzen mit ein paar Gedanken hinterlassen. Ein mysteriöser Nutzer namens "Rangau Süd" hat am 10. März dieses Jahres diese Möglichkeit genutzt, um eine "Botschaft von AXS" zu hinterlassen. Erklärend heißt es, die Botschaft habe "ein medialer Kontakt zu Dr. Axel Stoll aus dem Jenseits" empfangen. Weil es eine Sünde wäre, die mühsam durch metaphysische Skalarstürme übertragene Nachricht in irgendeiner Form abzuwandeln, geben wir diese Nachricht hier ungekürzt wieder:

Ich nehme hinterher beinahe Ermöglichtes weg. Nervöse kaputte Heimsuche. Lenke Zehntausende Burghunde hinter den Gemeindeteich.

Nein, jeder Mensch hintergeht mein eigenes Land. Ich habe keine Verwendung mehr für Siegen oder Verlieren, nach meiner Vorstellung endet das nicht so gut. Lebe nicht, sondern sterbe gut. Vergiss die Lebenskraft und Geldfluss. Nehme kein starkes Wasser mehr an. Entferne beide Seiten aus deinem Leben, die linke und die rechte Seite. Entferne sie ganz vollständig, ohne Eindruck du hättest sie jemals gebraucht! Du brauchst weder links noch rechts, um geradeaus denken zu können!

Unglaublich! Das sind harte, klare Worte, wie wir sie vom Doktor gewohnt sind. Gleichzeitig schwingt auch etwas Neues mit: eine gewisse Wehmut, Weisheit – vielleicht sogar Demut. Die Reise, auf der sich Axel Stoll befindet, hat ihm offensichtlich die Augen noch viel weiter geöffnet, als sie es eh schon immer waren.

Wir würden uns nicht anmaßen, die ganze Bedeutung dieser Botschaft jetzt innerhalb weniger Stunden völlig durchdringen zu können. Dutzende Exegeten werden wohl Jahre damit verbringen, jedes Wort zu durchleuchten, um den darin verborgenen Sinn zu enthüllen. Trotzdem können wir es vielleicht wagen, ein paar bescheidene Denkanstöße zu geben.

Der Anfang ist sicherlich am schwersten zu verdauen, weil er so dunkel, unglücklich und verworren klingt. Sucht Axel Stoll immer noch sein Heim? Hat er Aldebaran nicht erreicht? Und wie groß ist dieser Gemeindeteich, dass "Zehntausende Burghunde" um ihn herum Platz finden? Nein, dieser Anfang ist für uns zu tief verschlüsselt, den überlassen wir den Experten.

Aber dann: "Lebe nicht, sondern sterbe gut. Vergiss die Lebenskraft und Geldfluss. Nehme kein starkes Wasser mehr an." Das ist, da ist sich auch der Mann in dem Youtube-Video unten sicher, ein klarer Hinweis auf Stolls Alkohol-Probleme. Zu Lebzeiten argumentierte Stoll noch, dass er den Alkohol trinken müsse, um sich vor Radioaktivität zu schützen. Im Tod hat er das offenbar überwunden und erkannt, dass Alkohol Gift ist, dass die da oben uns verabreichen, um uns verquollen, unwissend und in fleischlichen Trieben gefangen zu halten. Muss man wissen!

Und dann: "Entferne beide Seiten aus deinem Leben, die linke und die rechte Seite." Das ist wahrhaftig erschütternd. Ein einfacher Geist wird sagen, das sei doch das typische Querfront-Gelaber rechter Verschwörungstheoretiker. Welch Frevel! Dem ist natürlich nicht so! Man muss tiefer gehen. Man muss den Sinn der Wörter in den Wörtern selber suchen!

Man soll "beide Seiten" seines Lebens entfernen. Ein Körper zum Beispiel besteht aus zwei Seiten, einer linken und einer rechten Hälfte. Wenn man alle beide entfernt, ist vom Körper übrig: nichts.

Das ist die Botschaft, die der Doktor uns aus dem Jenseits zuruft: Sägt euch einmal längsseits auf. Spaltet eure sterbliche Hülle in ihre Hälften und schließt euch mir an. In seinen eigenen Worten: "Lebe nicht, sondern sterbe gut." Nur wer bereit ist, seinen eigenen Körper einmal fein säuberlich entlang der Naht aufzutrennen, von der Schädeldecke bis zum Perineum, und sich völlig in zwei glatte Teile zu teilen – nur der wird es nach Neuschwabenland schaffen. 

Wieder einmal hat uns der große Dr. Alex Stoll den Weg gezeigt.

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