Champagner

In your face: Das Champagner-Gewehr

Der Dekadenzspritzer.

von Alex Swerdloff
24 März 2016, 10:00am

All Photos courtesy of Champagne Gun.

Es war natürlich nur eine Frage der Zeit, bis endlich jemand ein Champagner-Gewehr erfindet und jetzt ist es so weit. Mit diesem Gewehr kann man Feierwütigen eine ganze Magnum-Flasche quasi in die Fresse ballern, wie bei den guten, alten Wasserpistolen. Die Champagner-Knarre ist der neueste Schrei in den einschlägigen VIP-Clubs in den Staaten. Die französische Firma Extra-Night hat sie entwickelt und bietet sogar verschiedene Farben wie Platin oder Gold an. Kosten tut der ganze Spaß etwas über 400 Euro.

Darüber wollten wir unbedingt mehr erfahren, also haben wir uns mit dem Mann getroffen, der das Champagner-Gewehr in den USA offiziell verkauft. Ist es einfach nur eine Verschwendung von Champagner oder ist es gar das Party-Accessoire schlechthin?

MUNCHIES: Wie hast du vom Champagner-Gewehr erfahren und warum bist du zum offiziellen Verkäufer geworden? Jeremy Touitou: Einer meiner besten Freunde arbeitet in der Alkoholindustrie in Frankreich und er hat den Kontakt zu den Erfindern des Champagner-Gewehrs hergestellt. Er dachte, ich könnte die gut verkaufen. Ich arbeite selbst in der Partyszene und beliefere Clubs im ganzen Land. Also habe ich Extra-Night kontaktiert, um ihr offizieller Vertriebspartner in den USA zu werden.

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Man nennt dich auch „Sparkler King", König des Wunderkerzen. Wie kam es dazu? Vor fünf Jahren hab ich das Ganze als zweites Standbein angefangen. Man nennt mich deshalb so, weil wir damals nur Wunderkerzen verkauft haben. Irgendwann hatten wir dann auch andere Produkte im Sortiment, wie LEDs.

Wie ist das Champagner-Gewehr angekommen? Das scheint ja über Nacht durch die Decke gegangen zu sein? Wie war das für dich? Wir haben erst vor zehn Tagen mit dem Verkauf angefangen und die Nachfrage ist einfach abgefahren. Die erste Lieferung—300 bis 400 Stück—ist bereits fast ausverkauft. Ich dachte schon, dass es sich gut verkaufen würde, weil Clubs immer nach den neuesten Gimmicks suchen, um Magnum-Flaschen an die Kunden zu bringen. Aber dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht.

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In Miami war das richtig erfolgreich oder? Ja, einfach fantastisch. Gerade war Miami Music Week, da kommen all die Manager der ganzen Rapper und Musiker an und wollen das Champagner-Gewehr für ihr nächstes Video oder so haben. Einfach wahnsinnig.

Gab es auch negative Reaktionen von Sommeliers oder Champagner-Experten? Es gab keine negativen Reaktionen aus der Champagnerwelt; einige Produzenten sind sogar an uns herangetreten und wollen ebenfalls verkaufen. Vielleicht, weil man das Gewehr nicht nur für die Champagnerdusche verwenden kann, man kann noch mehr damit machen. Zunächst einmal ist es ein tolles Produkt—ich würde es sogar fast als Kunstwerk bezeichnen. Es gibt drei verschiedene Farben, sodass man damit auch einfach die Flasche wunderbar präsentieren kann. Außerdem gibt es zwei Düsenaufsätze, sodass man mit dem Gewehr auch einfach nur ganz normal Champagner eingießen kann, natürlich in etwas raffinierterer Art und Weise. Und es ist eine tolle Attraktionfür die eigene Bar. Natürlich gibt es bei jeder großen Pool-Party in Miami und Las Vegas Champagnerduschen und mit dem Champagner-Gewehr kann man das jetzt eben mit Stil machen.

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Trinkst du selbst viel Champagner? Gelegentlich ja, aber nur bei Partys oder Hochzeiten. Ich bin Franzose, also mag ich eher Wein oder Wodka.

Vielen Dank für das Gespräch.