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Gesundheit

Warum man während seiner Periode oft Durchfall hat

Es geht zwar kaum schlimmer, macht aber in gewisser Weise durchaus Sinn.

von Bethy Squires
09 August 2016, 7:00am

Photo via Flickr user Hypnotica Studios Infinite

Unsere Periode bringt mit ziemlich viel Scheiße mit sich: Man fühlt sich aufgedunsen, hat Stimmungsschwankungen oder wird in ein Zelt außerhalb der Stadt verbannt, weil die Dorfältesten glauben, man wäre für die Dürre verantwortlich. Und zu guter Letzt wäre da noch der menstruelle Stuhlgang. Als käme nicht schon genug aus uns herausgeschossen, leiden manche Frauen während ihrer Periode auch noch an unfassbarem Durchfall.

Es geht zwar kaum schlimmer, aber auf eine bizarre Art und Weise macht es sogar irgendwie Sinn. In den ersten Tagen deiner Periode fühlt es sich oft an, als würde dein Becken versuchen, alles—und damit meine ich wirklich alles—aus deiner Vagina hinaus zu pressen, einschließlich deines Skeletts. Und kennst du die Zahnpastatuben mit den drei verschiedenen Farben? Hast du schon mal versucht, nur eine von den Farben rauszukriegen? Das ist unmöglich.

„Wenn ich meine Periode habe, dann muss ich ständig aufs Klo", erzählt uns eine Frau, die verständlicherweise lieber anonym bleiben möchte. „Einmal habe ich meinen Freund besucht, während ich meine Periode hatte. Ich habe das ganze Wochenende im Badezimmer verbracht. Manchmal tut es sogar weh—als würde jemand versuchen, meinen Hintern zu erdolchen." Tatsächlich sind solche Beschwerden ziemlich verbreitet. Entzündungen, Nahrungsmittelempfindlichkeiten und Übelkeit sind die Backgroundsänger deines Zyklus.

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Die chemischen Übeltäter dahinter heißen Prostaglandine. Prostaglandine sind Lipide, die der Körper einsetzt, um den Blutverlust zu stoppen und die Blutgerinnung zu fördern. Das funktioniert so, dass es die Blutgefäße in deinen Muskeln verengt, was auch dazu führt, dass sich deine Muskeln zusammenziehen. (Frauen, bei denen die Geburt eingeleitet werden soll, bekommen eine Form von synthetisch hergestellten Prostaglandinen.) Nach dem Eisprung sind die Wände deines Uterus voller Prostaglandine. Wenn sich das Gewebe ablöst und du deine Periode bekommst, werden logischerweise auch die Prostaglandine freigesetzt und schicken eine Nachricht an das glatte Muskelgewebe in deinem Uterus. Die Nachricht lautet: „Pressen, verdammt noch mal!" Die überschüssigen Prostaglandine verursachen die bekannten Krämpfe. Um den Blutstrom zu stoppen, presst sein Uterus unglaublich fest und überanstrengt sich quasi vollkommen und wenn die Prostaglandine in den Blutkreislauf gelangen, geht derselbe Befehl an jede noch so kleine Muskelfaser in deinem Körper. Das heißt, dein Darm denkt, er sei ein Uterus und schaltet einen Gang hoch.

Foto: Luisa Contreras | Flickr | CC BY 2.0

Aber auch Progesteron spielt dabei eine Rolle. Progesteron ist eines der Hormone, die unseren Zyklus kontrollieren. Es verdickt die Wände im Uterus, verstopft den Gebärmutterhals und sorgt für Verstopfung. Im Großen und Ganzen verklebt Progesteron da unten alles. Wenn du deine Periode hast, produziert dein Körper nicht mehr so viel Progesteron, was dazu führt, dass die Dinge sowohl in deinem Uterus als auch in deinem Magen-Darm-Trakt sehr viel geschmeidiger laufen.

Der Magen-Darm-Trakt ist eng mit unserem Reproduktionssystem verbunden. Diese Verbindung schließt auch Störungen in beiden Systemen mit ein—obwohl die Wissenschaft bisher noch nicht herausgefunden hat, warum das so ist und wie das Ganze funktioniert. Menschen mit einem Reizdarmsyndrom beispielsweise neigen zu heftigeren Krämpfen und leiden häufiger unter diagnostizierter prämenstrueller Dysphorie. Außerdem ist das Reizdarmsyndrom während dem monatlichen Besuch von Tante Rosa schwieriger unter Kontrolle zu kriegen. Zusätzlich haben Forscher auch einen Zusammenhang zwischen dem Reizdarmsyndrom, Menstruationsbeschwerden und Endometriose festgestellt. „Ärzte müssen sich im Klaren darüber sein, dass diese Erkrankungen oft gemeinsam auftreten", sagt die Internationale Stiftung für funktionale gastrointestinale Störungen (IFFGD).

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Es gibt jedoch Mittel und Wege, um deinen Stuhlgang während deiner Periode unter Kontrolle zu kriegen. Hormonelle Verhütungsmittel regulieren die Menge an Prostaglandine, die der Körper produziert. Wenn die Pille nichts für dich ist, kann es helfen, wenn du dich ballaststoffreich ernährst oder Schmerzmittel wie Ibuprofen nimmst. Laut Dr. Roshini Raj vom Health-Magazin hilft Ibuprofen gegen Entzündungen im Uterus wie auch im Darm. „Es lindert nicht nur die Symptome der Menstruation, sondern ist auch ein wirkungsvoller Prostaglandin-Hemmer."

Dein Körper ist eben ein einziges großes, matschiges Wunderland.


Foto: Hypnotica Studios Infinite | Flickr | CC BY 2.0