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Einige Fragen zur New Yorker Baby-DJ-Schule

Es ist ja wirklich zuckersüß, wenn Kleinkinder auf eine Bassdrum mit begeistertem Brabbeln und Speichelfluss reagieren. Wir fragen uns trotzdem, wem das Ganze wirklich nutzen soll.

Musik und Babys sind eine tolle Sache. Supersüß anzusehen, wenn sie auf eine Bassdrum, auf eine unwiderstehliche Melodie mit begeistertem Brabbeln und Speichelfluss reagieren. So süß! Und ja, scratchende Babys mit großen Kopfhörern auf den kleinen Öhrchen sind noch niedlicher—Googles Bildersuche ist dafür ein ganz guter Indikator—, auch wenn sie original keine Ahnung haben, was sie mit den Platten eigentlich machen.

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In New York hat Natalie Elizabeth Weiss diese Beobachtung in ein Geschäftsmodell eingelassen und in ein erzieherisches Konzept gegossen. Ob das nun auf didaktisch einwandfreien Füßen steht, sei mal dahingestellt. Am Ende des Tages drängt sich eher der Eindruck auf, dass hier wird naiven Hipster-Eltern für 200 US-Dollar eine Dienstleistung angeboten, die jede Kita wohl auf höherem erzieherischen Niveau auch leisten kann: musikalische Früherziehung eben.

Wir bitten um Antworten auf folgende Fragen:

- Sollten Kleinkinder nicht noch früher auf einen zukünftigen Absturz im Club konditioniert werden?

- Warum reichen Fisher-Price-Plastefantaste-Spielsachen nicht mehr aus?

- Muss man den Tonarm seines Technics, die guten Ortofon-Systeme oder liebgewonnene Platten unbedingt von den eigenen Blagen ruinieren lassen—oder geht es vorerst auch mit Equipment aus Discount-Ketten?

- Gibt es nicht schon genug zweifelhafte, erwachsene Gestalten, die sich auf Kleinkind-Niveau als DJs betätigen?