DJs können jetzt mit ihren SoundCloud-Mixen Geld verdienen

Die Musik-Streaming-Plattform erweitert ihr Revenue Sharing Programm, wie man uns exklusiv verriet.

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14 März 2017, 9:35am

Photo by David Savochka/Pexels

Ein(e) DJ beim Mixen. Foto von David Savochka/Pexels

Kaum ein Unternehmen der Musikbranche hat in den letzten Monaten derartig viele Schlagzeilen geschrieben wie SoundCloud. Berichte über exorbitant hohe Verluste und daraus möglicherweise resultierende Verkäufe von Unternehmensanteilen machten die Runde. Gestern gab das Start-Up bekannt, dass DJs und Produzenten, die Mixe und Remixe bei dem Streaming-Dienst hochladen, jetzt zum ersten Mal die Möglichkeit haben, damit Geld zu verdienen, wie THUMP exklusiv erfahren konnte. Seit gestern weitet SoundCloud sein auf Einladungen basiertes Revenue-Sharing-Programm aus, um auch Künstler zu mit einzubeziehen, die "aufgenommene Sets, Live-Sets, Remixe und andere User-generierte Inhalte" erschaffen.

Gegenüber THUMP sagte Stephen Bryan, Chief Content Officer des Unternehmens: "Das wird das erste Mal sein, dass wir DJs und Produzenten, die Remixe und Sets bei SoundCloud hochladen, dazu einladen, damit Geld zu verdienen und an dem Umsatz teilzuhaben, den wir mit Werbung und Abonnements verdienen."

"Das ist eine natürliche Entwicklung unserer Mission, dass die Künstler mit ihrer Kreativität, die sie zur Gemeinschaft beisteuern, Geld verdienen können," fasst Bryan zusammen.

Premier Programm wird ausgeweitet

SoundClouds "Premier Programm" wurde bereits 2014 ins Leben gerufen, damit Nutzer mit ihren Werken, die sie auf der Plattform hochladen, auch Geld verdienen können. Dafür nutzt SoundCloud ein ähnliches Revenue-Sharing-Modell wie die Konkurrenz von Apple Music und Spotify: Die Umsatzbeteiligung ist direkt an die Performance des Künstlers (Anzahl an Plays) und des Services insgesamt gekoppelt.

"Umsatz, der durch Werbung und Abonnements von Konsumenten gemacht wird, wird danach aufgeteilt und ausgezahlt, wie Inhalte konsumiert werden", erklärt Bryan. Auch wenn er keine weiteren Details über die genauen Parameter preisgab, nach denen die Künstler bezahlt werden, versicherte er, dass die Zahlungen auf dem "Anteil an der Gesamtnutzung" und der "Spielzeit" basieren würden.

Unklar ist derzeit auch noch, nach welchen Kriterien die Künstler in das Programm eingeladen werden. Allerdings gab ein Sprecher von Soundcloud bereits bekannt, dass zu den aktuellen Künstlern Chance the Rapper, Little Simz, Metro Boomin, 21 Savage, StarRo und Toni Romiti gehören.

Das Premier Programm läuft zwar weiterhin nur über Einladungen, aber Bryan sagte, dass die Zahl der Eingeladenen täglich zunimmt. Alle, die daran interessiert ist, aufgenommen zu werden, können sich dafür auf der SoundCloud Website registrieren.

Anzahl entfernter Inhalte auf historischem Tiefstand

Seit letztem Monat bietet SoundCloud eine Light-Version seines 9 Euro-Accounts für 6 Euro im Monat an. Auf der Plattform gibt es momentan etwa 150 Millionen Tracks, inklusive ganzer Backkataloge, die sich die Betreiber durch Deals mit den drei großen Major-Labels – Sony, Universal und Warner – sowie mit der Digital Rights Agentur Merlin sichern konnten, die über 20.000 Independent-Labels vertritt.

Seit diese Deals abgeschlossen wurden, ist die Rate der entfernten Inhalte – etwas, das die Seite lange geplagt hat – in den letzten 12 Monaten um 40 Prozent gefallen und befindet sich einem Sprecher zufolge damit auf einem historischen Tiefstand. Zwar zeige SoundCloud aktuellster Finanzbericht, dass das Unternehmen immer noch Verluste macht, allerdings war der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr dafür um 20 Prozent gestiegen.

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