Weed

Die Happy Pizza in Phnom Penh ist der Shit!

Unser Autor Max hat eine Pizza in Kambodscha gegessen. Das Topping schaute aus wie Oregano, war aber wohl was anderes...

von Max Stiglitz
07 November 2014, 4:25pm

Fotos: Max Winkler

Phnom Penh, Kambodscha. Während meiner Südostasienreise bin ich schon so manchen eigenartigen Speisen begegnet—doch diese Happy Pizza aus Phnom Penh hat alles getoppt.

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Um mich von den Strapazen des Reisens zu erholen, habe ich zwei Wochen Urlaub in Kampot, einer Stadt im Süden Kambodschas, gemacht. Ich lebte in einem kleinen Bungalow direkt am Fluss, das Restaurant der Anlage war über dem Wasser. Romantische Atmosphäre, in der es keinesfalls verwunderlich war, eine riesige Horde von Hippies und Kiffern anzutreffen. Diese empfahlen mir die „Happy Pizza", eine Phnom Penher Spezialität. Und tatsächlich: Angekommen in Phnom Penh, sah ich einige Restaurants mit Namen wie „Happy Herb's Pizza", „Happiness Pizza" etc.

Glücklicherweise war ein Laden ganz in der Nähe meines Hotels. Als ich ankam, war ich erstmal völlig verblüfft, wo mich Google Maps hingeschickt hatte. Ich habe eine Art kleine Bar im Zwielicht einer verwinkelten Gasse erwartet. Zu meiner Verwunderung war der prunkvolle Königspalast Luftlinie 50 Meter entfernt, das Restaurant bot Flussblick. Am Eingang stand, wie in Südostasien üblich, ein junger Mann und bat mich hinein. Ich bestellte mir eine Pizza Vegetaria, „extra happy". Der Boden war dünn und knusprig, an Belag wurde nicht gespart. Die Portion „extra happiness" war vorerst schwer zu identifizieren, sah das Gras doch eher aus wie eine ordentliche Portion Oregano. Als ich aufgegessen hatte, war ich sehr zufrieden – keine wirkliche Wirkung erwartend habe ich ja immerhin eine leckere Pizza für 7,50 Dollar gegessen. Die zwei Bier dazu kosteten jeweils 50 Dollarcent. Fairer Preis. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich allerdings noch keine Ahnung, was mich ein paar Stunden später erwarten würde und wie sehr sich diese Investition tatsächlich gelohnt hatte.

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Zurück in meinem Hotel, trank ich weiter. Nach dem soundsovielten Bier fühlte ich, dass mein Mund fürchterlich trocken war. Da die Pizza aber schon einige Stunden zurücklag, konnte ich mir dieses Gefühl vorerst nicht erklären, doch dann ging es Schlag auf Schlag: Meine Augen wurden rubinrot wie die Augen des Glücksdrachen Fuchur aus der unendlichen Geschichte. Bezeichnend, dass mir gerade dieser Vergleich einfiel—Glücksdrache sollte über den Rest des Abends auch die treffendste Beschreibung meines Gemüts darstellen. High wie nie zuvor ging ich auf die Straßen Phnom Penhs und begann, mich über alles zu freuen, was ich sah. Ich erinnere mich beispielsweise an eine kleine Gruppe Hunde, die mich,,in ihren Bann" zog. Ob ich nun zehn Minuten oder eine Stunde im Lachkrampf gefangen inmitten einer befahrenen Straße stand, um den Hunden beim Spielen zuzusehen, kann ich nicht mit Bestimmtheit angeben. Als ich plötzlich unbändigen Hunger bekam, begab ich mich auf die Suche nach etwas Essbarem. Nachdem ich also eine riesige Portion Nudeln gegessen hatte, versuchte ich, zu meinem Hotel zurückzufinden; das stellte sich allerdings als schwieriger heraus als gedacht. Nach stundenlangem(?) Suchen fand ich es jedoch schließlich. Ich legte mich mit zwei Packungen Keksen und einer Tüte Chips in mein Bett und aß, aß, aß. Als ich am nächsten Tag, nach 14 Stunden Schlaf, ein Paar Leuten erzählte, dass ich diese Pizza probiert hatte, waren die Reaktionen relativ homogen: „ARE YOU SERIOUS? YOU ATE ONE WHOLE FUCKING HAPPY PIZZA?!".

We make happy food because if you eat it, you will be happy. Everyone likes to be happy.

Beim Verfassen dieses Artikels fiel mir auf, dass die Frage, wie man darauf kommt, ein „Happy Restaurant" zu eröffnen, nicht geklärt war. Ich suchte das Gespräch mit verschiedenen Inhabern dieser Restaurants, sobald ich Nachfragen stellte, sanken die Englischkenntnisse allerdings sofort auf null. Um euch diese Frage zu beantworten, habe ich also aufopferungsvoll noch einen „Happy Shake" probiert. Ein leckerer Kokosmilchshake, der für einen Dollar Aufpreis „happy" wird. Ich erhoffte mir, so besser ins Gespräch kommen zu können.

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Die Antwort: „We make happy food because if you eat it, you will be happy. Everyone likes to be happy." So einfach, so ehrlich. Everyone likes to be happy. Nach zwei Packungen Chips, zwei Packungen Keksen und einer Portion gebratenen Nudeln jedenfalls legte ich mich wieder für 14 Stunden schlafen.

Ob ich das alles nun so heftig erlebt habe, weil ich für gewöhnlich nicht kiffe oder ob es allen so ergeht, weiß ich nicht. Aber bei einer Sache bleibt's: Ich kann Happy Shakes und Happy Pizza nur empfehlen—ob Du jetzt Kiffer bist, oder nicht.

Link zu Homepage: happyherbpizza.com