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Die Fünf

Shimmy Shimmy Ya! DJ Bazookas fünf Lieblings-Ol'Dirty-Bastard-Tracks

"It’s the ODB, as you can see": Fünf Tracks des Wu-Tang-Mitglieds für die Ewigkeit.

von Ugur Gültekin
21 April 2017, 10:13am

In unserer Rubrik "Die Fünf" befragen wir Schweizer Produzenten und DJs zu ihren fünf Favourite-Songs aus einer bestimmten Epoche, aus einem bestimmten Genre oder eines bestimmten Künstlers. Heute: DJ Bazooka und seine fünf Lieblingstracks des verstorbenen Wu-Tang-Clan-Mitglieds Ol'Dirty Bastard.

DJ Bazooka ist eine Institution. Er ist nicht nur das Schweizer Aushängeschild des renommierten DJ-Contests Red Bull Threestyle, in dem er 2011 nur ganz knapp den Weltmeistertitel verpasste und auf dem zweiten Platz landete, sondern geniesst auch unter Partygängern und DJ-Kollegen einen exzellenten Ruf. Seine Wurzeln hat der inzwischen 32-Jährige ganz klar in der Rapmusik. Als der Wu Tang Clan 1993 sein Meisterwerk Enter the Wu Tang droppte, war er zwar erst zehn Jahre alt und damit noch ein wenig zu jung, um sich das Album gleich am Releasetag zu coppen. Doch nur einige Jahre später wurde Young Bazooka in den Sog des Clans gezogen und erlebte durch ihn seine HipHop-Sozialisation. Der einzigartige Style des durchgeknallten Ol'Dirty Bastards sprach ihn dabei am meisten an.

"Als das erste Wu Tang Album Enter The Wu Tang 1993 erschien, war ich gerade mal zehn Jahre alt. Darum kam ich erst ein paar Jahre danach richtig in den Genuss dieses Klassikers. Und es sollte sich als wegweisend herausstellen. An Wu Tang hatten mich die verschiedenen Charaktere von Anfang an fasziniert. Mit seinem durchgeknallten, völlig verrückten Style sprach mich ODB am allermeisten an. Er sollte mich in den nächsten zehn Jahren mit seinen Track begleiten. 2004 am Wochenenden nach seinem Tod habe ich ein Tribute-Set nur mit Songs von ihm gespielt"

ODB – "Shimmy Shimmy Ya" (WTC – Return to the 36 Chambers, 1995)

"Dieser Song gehört zu meinen All Time Favorites. Nicht nur von ODB, nicht nur aus dem Genre Rap, sondern wirklich All Time über alle Genres und Epochen hinweg. Das Instrumental basiert auf Stevie Wonders 'Knock Of My Feet' und hat etwas Leichtfüssiges – um nicht gleich zu sagen Kindisches. Vielleicht hat es mich auch darum als 12-, 13-Jähriger angesprochen und ich konnte jedes Wort mitrappen, ohne auch nur ein Wort Englisch zu können. Sogar die Stelle ab 1:12, in der eine Textzeile aus dem ersten Verse einfach rückwärts abgespielt wird, konnte ich auswendig. Und zwar rückwärts."

ODB – "Snakes" (WTC – Return to the 36 Chambers, 1995)

"Die Entdeckung dieses Tracks stellte ein Schlüsselerlebnis für mich dar: Als ich den Song zum ersten Mal hörte, erinnerte er mich an ein Lied, das ich schon kannte. Oh, Wunder: Ich wurde mit der Kunst des Samplings vertraut gemacht. RZA hatte hierzu 'I'll Never Do You Wrong' von Joe Tex verwendet und inspirierte mich dazu, selbst mit Sampling zu beginnen, Beats zu produzieren. Auf dem Track sind Killah Priest, RZA, Masta Killa, Buddha Monk und natürlich ODB selber zu hören. Sein Part kann nur mit einem Wort beschrieben werden: Wahnsinn."

Busta Rhymes feat. ODB - "Woo-Hah" (Busta Rhymes – The Coming, 1996)

"Das hier ist ein absoluter Klassiker und vereint die wohl verrücktesten Charaktere der HipHop-Geschichte auf einem Track. Der Clip zum Song ist einfach nur grandios. Leider ist der Track als ganzes für die heutigen Massstäbe nicht wirklich clubtauglich, aber ich spiele ihn manchmal trotzdem und er kommt irgendwie dennoch gut an."

ODB – "Recognize" (WTC – Nigga Please, 1999)

"Dieser Track erschien in einem Moment, in dem ich begann, mich für Clubbing und Partys zu interessieren. Ich machte gerade die Entwicklung vom Rümli- zum Club-DJ durch und 'Recognize' war dabei ein Song, den ich gerne spielte und die Leute gerne hörten. Produziert war der Track von den Neptunes, die in dieser Zeit, zusammen mit Timbaland, tonangebend waren, wenn es um HipHop im Club ging. Kein geringerer als Chris Rock spricht das Intro. Legendär."

ODB – "Wastin Time no more" (Unreleased)

"Dieser Song entstand nur einige Monate vor dem tragischen Tod von ODB und zeigt ihn von einer noch nicht gesehenen und sehr unerwarteten Seite: ODB für einmal reflektiert und nachdenklich. Und auch das scheint er zu können. Er spricht über seinen exzessiven Drogenkonsum, die unzähligen Frauen, mit denen er was hatte, und seine Zeit im Gefängnis – und er scheint vieles davon sehr zu bereuen. Leider kam diese Erkenntnis ein wenig zu spät."


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