Illustratoren aus aller Welt zeigen, wie Menschen in ihrer Heimat zusammenleben
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Illustratoren aus aller Welt zeigen, wie Menschen in ihrer Heimat zusammenleben

In Deutschland ist es immer noch Mama-Papa-Kind. Sieht es in Griechenland und Mexiko genauso aus?
25.4.17

Genauso wie sich die individuellen Lebensentwürfe auf unserer Welt unterscheiden, finden sich auch unterschiedliche Formen, wie wir zusammenleben. Familienformen in liberalen Gesellschaften werden zwar immer vielfältiger, trotzdem leben in der Schweiz 80 Prozent der Kinder mit ihren leiblichen Eltern zusammen, wovon der allergrösste Teil auch in einer Ehe lebt. Gemäss dem Bundesamt für Statistik hatten zwischen 2013 und 2015 in der Schweiz nur 683 gleichgeschlechtliche Paare ein Kind – prozentual gesehen ist dies jedoch die am grössten wachsende Form der Familie.

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Für Singlemenschen ist die Auswahl in der Schweiz eher mager: Gut drei Viertel der Frauen und Männer zwischen 18 und 80 Jahren sind in einer Beziehung, wovon die grosse Mehrheit auch zusammen wohnt. Trotz allen Unkenrufen ist die Ehe weiterhin beliebt: Vier Fünftel aller Personen, die mit einem Partner des anderen Geschlechts im Haushalt leben, sind auch verheiratet. Um herauszufinden, wie Menschen rund um den Globus zusammenleben, haben wir Illustratoren aus sechs Ländern gebeten, uns die bevorzugten Formen Beziehungsformen aus ihrer Heimat aufzuzeichnen und zu erklären.

Polen – Patryk Sroczynski

"Es lohnt sich in Polen heutzutage nicht, Single zu sein. Singles sind hier richtig am Arsch, genauso wie Menschen in nichtehelichen Partnerschaften. Deine Vorstellungen von Dreierbeziehungen solltest du in Polen am besten gleich vergessen, stattdessen solltest du auf deine Karriere scheissen, deine Ausgewählte kirchlich heiraten und für das Produzieren von Kindern leben. Wahrscheinlich werden wir irgendwann eine Steuer für kinderlose Leute einführen, wenn das so weiter geht."

Schweiz – Lena Scheiwiller

"Ich denke, dass in der Schweiz die übliche Beziehungsform jene zwischen Mann und Frau ist und das Kindermachen früher oder später einfach dazu gehört. Familienstrukturen sind in der Realität aber häufig komplexer und unterschiedlicher als man denkt. Ausserdem muss eine Beziehung heutzutage nicht mehr gleich auch Familie bedeuten. Das klassische Beziehungs- und Familienbild wurde in den letzten Jahrzehnten aufgebrochen und die Norm passt sich dieser Entwicklung nun schrittweise an. Die Frage ist, wie weit."

Griechenland – Giorgos Gousis

"Obwohl es hier in Griechenland auch alleinerziehende Mütter gibt, ist die Grossfamilie immer noch die häufigste Familienform. Durch die Wirtschaftskrise wollen die meisten nur noch ein oder zwei Kinder. Das gemeinsame sonntägliche Festmahl mit den Eltern, Grosseltern und Cousins gehört aber immer noch dazu."

Japan – Hot Fudge

"Die häufigste Familienform in Japan ist die mit Vater, Mutter und zwei Kindern. Alleinerziehende Mütter gibt es aber auch immer mehr. Auf meiner Illustration sieht man ein sehr typisches Bild der 'Bike-Style'-Mom. Ich finde das ziemlich witzig, nur in Japan sieht man so oft Mütter mit ihren beiden Kindern auf extra Sitzen auf dem Fahrrad. Manchmal schlafen dann die Kinder darauf auch noch!"

Mexiko – Clementina Leon

"In meinem Heimatland entspricht das traditionelle Familienmodell dem Bild eines verheirateten Paares mit Kindern. Der Mann geht arbeiten und die Frau ist für die Hausarbeit zuständig. In den letzten Jahren haben sich die Strukturen jedoch etwas geändert. Heute gibt es vereinzelt auch unverheiratete Paare mit Kindern, alleinerziehende Eltern, gleichgeschlechtliche Paare oder auch Patchwork-Familien.

Brasilien – Juliana Lucato

"Das häufigste Familienmodell in Brasilien besteht aus einem heterosexuellem Paar mit Kindern. Meistens ist auch der Mann finanziell für die Familie verantwortlich, was unsere nach wie vor patriarchalischen Verhältnisse widerspiegelt."

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