gerechtigkeit für die 96

Hillsborough-Katastrophe: Die Polizei hatte Schuld, nicht die Fans

Nach 27 Jahren wurden die Liverpool-Fans von jeder Schuld freigesprochen, während die Polizei von South Yorkshire als Lügner entlarvt wurde.
26.4.16
PA Images

Eine juristische Untersuchung zur Hillsborough-Katastrophe beim FA-Halbfinalspiel 1989 hat 27 Jahre später ergeben, dass die 96 Opfer ohne eigenes Verschulden getötet wurden.

Stattdessen hätten schlampige Polizeiarbeit am Unglückstag sowie -planung im Vorfeld maßgeblich zur Gefahrenlage beigetragen, die sich im Hillsborough Stadium von Sheffield Wednesday in eine Tragödie fürchterlichen Ausmaßes verwandelt hatte. Das Gericht entschied zudem, dass Fehler und Versäumnisse vonseiten zuständiger Beamter aktiv zu dem Einsturz der „Leppings Lane"-Tribüne beigetragen hätten.

Außerdem entschied die Jury, dass die Liverpool-Fans keinerlei Schuld am Unglück tragen. Das widerlegt Berichte der Polizei von South Yorkshire sowie Zeitungsschlagzeilen direkt nach dem Unglück—allen voran von der Sun.

Die britische Staatsanwaltschaft hat angekündigt, dass sie Klage gegen all die, die sich schuldig gemacht haben, erheben will. Die Hinterbliebenen der Opfer ließen vor dem Gericht ihrer Freude freien Lauf. Viele von ihnen hatten in den vergangenen 27 Jahren juristisch gegen die Polizei von South Yorkshire gekämpft, die nach der Tragödie versucht hatte, den Liverpool-Fans die Schuld in die Schuhe zu schieben.

Hillsborough families sing You'll Never Walk Alone outside court, after jury rules 96 fans unlawfully killed. #JFT96 pic.twitter.com/fIaAeXNkl7
— Rori Donaghy (@roridonaghy) April 26, 2016