Musikreviews

Hier sind unsere Reviews zu  LE PEUPLE DE L’HERBE, IHSAHN, FRYARS und BLOCKHEAD

LE PEUPLE DE L’HERBE
Tilt
Discograph/Roughtrade

Videos by VICE

Es gibt nur ein einziges Erlebnis, nach dem man wirklich heilfroh sein kann, ein Deutscher zu sein, und das ist ein Besuch in Frankreich. Dort gibt es ernsthaft sehr erfolgreiche Musikcombos, die so stolz aufs Kiffen sind, dass sie es sich in den Bandnamen schreiben; die einen DJ haben, der sich „DJ Pee“ nennt und „I Love Vinyl“ T-Shirts trägt; die verspiegelte Sonnenbrillen und bunte Surfer-Holzketten aus den 90ern zu einem völlig unironischen Feuerwerk der Geschmacklosigkeit kombinieren. Und das sind noch die coolen Leute. Man rechnet also mit etwas unfassbar Grässlichem, und ist von dieser Platte dann beinahe zwangsläufig positiv überrascht. Netter Trick, les frogs.
JEAN HYPPOCRITE

IHSAHN
After
Candlelight Records/Soulfood

Besonders misstrauische Labels verpassen ihren Promo-CDs heutzutage ja gerne individuelle Wasserzeichen, damit sie hinterher genau zurückverfolgen können, über welchen Journalisten das Teil zuerst ins Netz gelangt ist. Vermutlich flüstert also gerade jemand im Hintergrund meinen Namen in einer satanischen Endlosschleife, die nur Computer und Tiere hören können. Oder ist gar ein Powerchord hier extra für mich allein eingespielt worden? Bin ich nur noch eine Binärzahl im endlosen digitalen Datenstrom? Mist, jetzt hab ich mir mehr Gedanken über den Kopierschutz gemacht als über die Musik. Vielleicht sollte ich besser bei einer Plattenfirma arbeiten.  
RI RA RASPUTIN

FRYARS
Dark Young Hearts
ADA

Ach kommt, jetzt hört aber bitte mal auf mit diesen beknackten Buchstabenspielereien in euren Bandnamen, ja? Masterkraft—genau, Masterkraft—haben damit angefangen, und jetzt meint jeder dahergelaufene Provinzmusiker, er müsse entweder Vokale weglassen oder einen wahllosen Großbuchstaben einschieben, einfach nur damit es scheiße aussieht. Bitte hört damit auf, dann müssen wir uns auch nicht mehr über euch aufregen, noch bevor wir überhaupt in eure Musik reingehört haben.
NOAH’S ARK

BLOCKHEAD
The Music Scene
Ninja Tune/Rough Trade

Vor vielen Jahren habe ich Blockhead mal Live gesehen und es war das zweitlangweiligste „Konzert“ meines Lebens. Der Typ stand den ganzen Abend regungslos vor einer MPC und hat ab und zu ein Sample getriggert. Das langweiligste Konzert war übrigens Kid 606, der hat die gleiche Nummer mal mit Laptop und Maus (!) abgezogen. Ansonsten ist dies aber wieder ein ganz gelungenes Album geworden. Am besten du kaufst es dir, und wenn der Homie das nächste Mal für eine Show in deine Stadt kommt, dann rauch einfach ne Bong, setz die Kopfhörer auf und stell dir vor du wärst da.
DER BÄRTIGE KANADIER

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