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Sex

Ich habe mit meiner Lehrerin geschlafen und es war scheiße

Eigentlich fing alles wie in einer schlechten Teenie-Komödie an, aber dann entwickelte sich das Ganze zu einer unangenehmen Geschichte, bei der ich einiges über Grausamkeit, Verlangen und Macht gelernt habe.

von Anonymer Autor
28 Januar 2015, 1:48pm

Lehrer hatten schon immer Sex mit ihren Schülern. Diese Tradition geht sogar bis in die Zeit von Sokrates zurück—und wahrscheinlich noch darüber hinaus. Trotzdem machen wir immer noch einen auf verwundert, wenn in den Nachrichten mal wieder über eine neue Affäre zwischen einer Lehrkraft und einem Schüler berichtet wird. Wenn es sich dabei um eine attraktive Lehrerin handelt, dann packen wir die ganzen Fackeln und Mistgabeln wieder ein, die für männliche Kollegen reserviert sind. Stattdessen kommen die ganzen alten Casanovas wieder aus ihren Löchern gekrochen und stellen die altbackene Frage: „Wo waren denn die ganzen heißen Lehrerinnen, als wir noch zur Schule gingen?" Nun ja, die gab es schon damals und es wird sie auch in Zukunft noch geben. Sie hatten eben bloß kein Interesse an euch.

Meine Englischlehrerin gehörte zu der Art Lehrern, die jung und cool sind und mit denen jeder Schüler befreundet sein will. Sie war Ende 20 oder Anfang 30 und obwohl sie nie irgendwie vorgab, „eine von uns" zu sein, wirkte sie auch nicht herablassend. Dazu war sie noch verdammt heiß—zumindest im Kontext einer Kleinstadt. Auf alle Fälle konnte man sie guten Gewissens als die heiße Lehrerin der Schule bezeichnen. Ihre großen Brüste waren ein oft diskutiertes Thema in der Sport-Umkleide und ihr Arsch wurde oft von mir und von vielen anderen vor- und nachpubertären Mitschülern beäugt. Sie war wie geschaffen für diese ganzen Schüler-Lehrerin-Fantasien.

Am Ende des Schuljahres verteilte besagte Lehrerin (die ich von jetzt an Frau X nennen werde) handgeschriebene Karten. Ich nehme an, dass in jeder eine persönliche Danksagung und Glückwünsche drin standen—zumindest war das bei meiner so. Zusätzlich enthielt meine Karte aber auch noch ihre persönlichen Kontaktdaten.

„Falls du über den Sommer mal Lust bekommst, einen Kaffee trinken zu gehen und dabei über deinen Lesestoff zu diskutieren, dann schreib mir."

Natürlich hätte das auch einfach nur einen unschuldige, nette Geste sein können, aber ich konnte die Chance einfach nicht verstreichen lassen, dass es sich um das Gegenteil handelt. Und da du gerade diesen Artikel liest, weißt du ja auch schon, dass mein Instinkt richtig war.

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Illustration: Cei Willis

Ende Juni fasste ich mir schließlich ein Herz und schrieb ihr eine Mail. Ich fing natürlich erstmal mit etwas Smalltalk an: „Wie läuft Ihr Sommer so? Wollen Sie irgendwohin verreisen? Welche Bücher lesen Sie gerade?" Nachdem das abgehakt war, schlug ich vor, einen Kaffee in einem Buchladen in einer Nachbarstadt trinken zu gehen, die klugerweise außerhalb unseres Schulbezirks lag. Wir wussten beide, dass es ziemlich verdächtig wirken würde, wenn man uns außerhalb der Schule zusammen sieht—selbst wenn es sich bei dem Ganzen wirklich nur um eine rein platonische Beziehung handeln würde. Sie antwortete prompt: „Liebend gerne. Treffen wir uns nächste Woche?"

Ich sollte an dieser Stelle erwähnen, dass Frau X damals verheiratet war (heute immer noch) und ein Kind hatte. Das war mir bewusst und ich bin ihr trotzdem nachgestiegen. Ich bin da jetzt nicht wirklich stolz drauf, aber wenn die typischste aller Jugendfantasien zum Greifen nahe ist, dann lässt man seine moralischen Wertvorstellungen auch schon mal links liegen. Ich bin eben mit dummen Teenie-Sex-Komödien wie American Pie und „Dramen" wie Wild Things aufgewachsen. Hollywood hat mich also quasi schon zu dieser Sache angespornt, als ich gerade mal herausgefunden hatte, was Masturbation bedeutet. Aber verdammt, ich musste hier einfach zuschlagen, selbst wenn ich mir dabei die Finger verbrennen würde.

Zum vereinbarten Termin bin ich dann nervös in der Buchhandlung aufgekreuzt und habe versucht, so gut es ging, wie der intellektuelle Erwachsene rüberzukommen, der ich gar nicht war. Zum Glück fiel es ihr anscheinend ebenfalls schwer, diese Fassade aufrecht zu erhalten, und nachdem wir uns begrüßt und unseren Kaffee bestellt hatten, zogen wir zwischen den Regalen umher, sprachen über verschiedenste Bücher und gaben uns gegenseitig Empfehlungen. Das war mit Sicherheit kein Flirten, aber Frau X war auch definitiv freundlicher und entspannter drauf, als ich sie aus der Schule in Erinnerung hatte.

Nachdem wir ungefähr eine Stunde lang durch den Laden gewandert waren und über jedes Buch geredet hatten, das uns in die Finger kam, war es an der Zeit zu gehen. Frau X machte allerdings noch einen Vorschlag.

„Hey, warum tauschen wir nicht Nummern aus? So können wir unsere Unterhaltung fortsetzen."

Und genau da wusste ich, in welche Richtung sich die Sache bewegte.

Ich hielt das Ganze für eine Errungenschaft, mit der ich schon bald angeben konnte. Da war keine Liebe im Spiel, keine Verbindung zwischen zwei Menschen.


In der darauffolgenden Woche zog ich das übliche Geflirte durch, das beim Abstauben einer Nummer immer ansteht. Ich war mir zwar nicht sicher, ob die Taktik, die ich sonst immer bei jungen Mädels anwendete, auch bei Frau X gut ankommen würde, aber irgendwann fragte sie mich dann über mein Liebesleben aus. „Wie alt war die älteste Frau, mit der du je etwas hattest?" Ich antwortete: „Nicht wirklich alt, aber ich mache gerne neue Erfahrungen."

„Ach ja? Suchst du also deine persönliche Mrs. Robinson?"

Jetzt oder nie. Ich schrieb: „Also ziehen wir das jetzt durch?"

„Wenn du willst?"

Ich schrieb ihr, dass meine Familie die kommende Woche über verreist sein würde und ich so sturmfrei hätte. Sie willigte ein vorbeizukommen.

Da ich damals noch 18 Jahre alt, dumm und ein egoistisches Arschloch war, hielt ich das Ganze für eine Errungenschaft, mit der ich schon bald angeben konnte. Da war keine Liebe im Spiel, keine Verbindung zwischen zwei Menschen. Für mich war das einzig und allein eine Eroberung, die die meisten Typen niemals erreichen. Schon bald würde ich der erste Hund sein, der das wegfahrende Auto wirklich noch erreicht und zubeißt. Ich wusste allerdings auch, dass mir meine Freunde diese Geschichte niemals abkaufen würden. Ich musste also einen Plan aushecken, um den eingeweihten Leuten einen Beweis zu liefern.

Ich besaß eine kleine Handicam, mit der ich sonst immer nur irgendwelche dummen Streiche oder Skate-Videos filmte. Die würde für diesen Zweck reichen. Viel wichtiger war jedoch folgende Frage: Wenn so ein außergewöhnliches und mystisches Ereignis stattfindet, dann hat man eine moralische Verpflichtung, das Ganze für die Nachwelt festzuhalten, oder? Das habe ich mir zumindest die ganze Zeit eingeredet. Inzwischen bin ich mir bewusst, dass das eine illegale und verabscheuungswürdige Tat war. Aber damals erschien mir das eben eher wie ein guter alter American Pie-Lausbubenstreich (immerhin macht Jason Biggs im Film quasi genau das Gleiche). Ich überdeckte das rote „Rec"-Licht mit etwas Klebeband und die Kamera war für den großen Tag einsatzbereit.


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Showtime! Alleine zu Hause wartete ich auf Frau X und betete, dass mich die Nachbarn nicht dabei beobachten würden, wie ich eine ihnen unbekannte Frau ins Haus bitte, die viel älter ist. Die Kamera hatte ich im Wohnzimmer zwischen dem DVD-Player und dem anderen Zeug auf dem Fernsehschrank platziert. Sie zeigte direkt auf die Couch, also musste der Sex auch dort stattfinden. Nachdem mir Frau X geschrieben hatte, dass sie angekommen war, drückte ich auf „Record", öffnete die Tür und bat sie herein.

Ihr lest hier kein Schmuddel-Blättchen, deswegen werde ich die Beschreibung des Aktes so kurz wie möglich halten. Wir fingen an rumzumachen. Sie sah mich dabei mit Augen an, die ein wenig zu lüstern wirkten.

„An diesen Lippen wollte ich schon das ganze Jahr über herumknabbern", sagte sie.

Igitt. Klar hatte auch ich gewisse Fantasien, aber ich war 18 Jahre alt—solche Gedanken kamen mir bei jedem Mädchen, das sich in meinem Blickfeld bewegte. Als wir es uns auf der Couch gemütlich machten, warf mich diese Direktheit ihrer Aussage doch ein wenig aus der Spur.

Natürlich stimmte mit ihrem Körper alles, ich war nur total davon fasziniert, wie gezeichnet er schon war.


Sie wollte mir einen blasen. OK, alles klar. Dabei zog sie ihr Oberteil aus und ich konnte die Brüste, die ich schon das ganze Jahr über angehimmelt hatte, zum ersten Mal aus nächster Nähe betrachten—inklusive der Dehnungsstreifen, der Anzeichen ihrer Reife und der Wirkung der Schwerkraft. Bis zu diesem Zeitpunkt waren alle meine Sexpartnerinnen junge Mädchen gewesen. Das ist ja auch normal für einen Teenager, denn die meisten Menschen haben Sex mit Leuten, die sich ungefähr in ihrem Alter sind. Man erschlafft, vernarbt und legt an Gewicht zu—und zwar zusammen. Für mich war das Ganze also eine wirklich einschneidende Erfahrung. Natürlich stimmte mit ihrem Körper alles, ich war nur total davon fasziniert, wie gezeichnet er schon war—immerhin hatte ich in meiner sexuellen Laufbahn bis dato nur mit knackigen Teenagerinnen zu tun gehabt. Als ich es Frau X dann von hinten besorgte, bemerkte ich bei ihr Haare an Körperstellen, wo ich eigentlich keine Haare erwartet hätte. Irgendwie wurde mir das Ganze zu viel.

„Ich ... Ich brauche eine Pause", presste ich heraus. „Ich kann das einfach nicht."

„Sicher? Willst du vielleicht eine andere Stellung ausprobieren?"

„Nein. Ich kann einfach ... nicht mehr weitermachen."

So war das nicht geplant. Der Anblick ihres alternden Körpers im Zusammenspiel mit ihrem oben erwähnten unangenehmen „Lippen"-Kommentar hatte mich so sehr angewidert, dass es kein Zurück mehr gab. So löste sich auch noch der letzte Teil meiner Unschuld—zusammen mit meiner Erektion—in Luft auf.

Wir zogen uns stillschweigend wieder an und ich brachte sie noch zu ihrem Auto.

„Wir können es ja irgendwann noch mal versuchen", schlug sie vor.

„OK, ja. Mal sehen."

Ich ging wieder ins Haus und stoppte die Aufnahme. Ich spulte bis zum Moment meines Versagens zurück und drückte dann wieder auf „Record", um jeglichen Beweis meiner Unfähigkeit zu vernichten. Auch wenn der Sex beschissen war, hatte ich immerhin etwas, mit dem ich diese ganze unangenehme Erfahrung belegen konnte.

Ich schrieb meinen zwei besten Freunden eine Nachricht. Natürlich glaubten sie mir kein Wort, selbst nachdem ich ihnen von meiner Videoaufnahme erzählt hatte. Aber beim Anschauen des grobkörnigen und etwas verstörenden Beweises wurde ihnen klar, dass ich in der Tat das Unmögliche geschafft hatte. Ich wies sie an, das Ganze für sich zu behalten, aber mir war dabei natürlich bewusst, dass sie das niemals wirklich machen würden.

Im Laufe der Woche schrieb ich noch ein bisschen mit Frau X hin und her. Wir fühlten uns wegen des Vorfalls wohl beide ziemlich mies. Sie wollte mich noch mal sehen und zwar in der Buchhandlung, wo wir uns zum ersten Mal getroffen hatten. Dort beschwichtigte ich sie, denn sie hatte verständlicherweise Angst, dass ich etwas ausplaudern würde. Dann stieg mir aber anscheinend das plötzlich verschobene Machtverhältnis zu Kopf, denn ich fing an, meine Grenzen auszutesten. Ich nahm ganz beiläufig einige DVDs und Bücher in die Hand.

„Hmmm. Das sieht ziemlich interessant aus. Das wollte ich schon immer mal lesen."

Sie biss an.

„Wie wär's, wenn ich dir die Bücher kaufe?"

„Wirklich? Voll nett. Sicher?"

Sie wusste, dass das nicht wirklich zur Debatte stand, aber wir haben dann einfach beide so getan, als handle es sich dabei um einen süßen Akt der Großzügigkeit und nicht um eine Erpressung meinerseits. Rückblickend wird mir richtig schlecht, wenn ich daran denke, dass ich zu so etwas fähig war. Ich bin mir jedoch sicher, dass ich damals mit einem diebischen Grinsen und einer Tüte voller „Geschenke" aus dem Laden gegangen bin. Mein Teenager-Ich wollte wohl noch das Beste aus einer Situation herausholen, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt war.

Ich wollte einfach nur, dass alles vorbei ist und ich nicht den guten Ruf und den Lebensunterhalt dieser Frau auf dem Gewissen habe.


Gegen Ende des Sommers hatte ich die fehlgeschlagene Affäre mit Frau X schon fast wieder vergessen und ich war mit anderen Dingen beschäftigt—zum Beispiel mit dem Einrichten meines Zimmers im Studentenwohnheim. Viele meiner ehemaligen Mitschüler sind an der gleichen Universität wie ich gelandet und eines Abends ging ich mit ein paar Mitbewohnern und einem Bekannten von damals etwas trinken.

„Hey. Ich hab gehört, du hast Frau X gefickt. Stimmt das?"

Ich war wirklich baff.

„Wer erzählt denn so was?"

„Das haben jetzt schon mehrere Leute gesagt."

„Nun ... Ja, das stimmt."

„Verarsch mich nicht!"

Das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen und ich kramte das Video wieder hervor. Die Leute sahen es sich an, die Geschichte ging herum wie ein Lauffeuer (so hatte ich mir das ja eigentlich vorgestellt) und Ende November bekam ich schließlich einen Anruf von einer aufgebracht klingenden Frau X.

„Mir sind gewisse Gerüchte über ein Video zu Ohren gekommen. Gibt es wirklich ein Video?" „Nein, nein", log ich. „Die labern halt gern ein bisschen rum. Es gibt kein Video. Ich habe nur mit einem Freund über die ganze Sache geplaudert, denn das musste ich einfach tun. Ich vermute, dass er es dann weitererzählt hat. Das Ganze wird sich wieder geben. Jetzt gerade sind es ja nur dumme, von Teenagern gestreute Gerüchte."

Ich an ihrer Stelle hätte mir kein Wort geglaubt, aber aus irgendeinem Grund tat sie das trotzdem. Vielleicht war dafür derselbe komische Teil ihres Gehirns verantwortlich, der sie auch zu unserer Affäre angeregt hatte. Zu diesem Zeitpunkt wollte ich aber einfach nur, dass alles vorbei ist und ich nicht den guten Ruf und den Lebensunterhalt dieser Frau auf dem Gewissen habe. Ich wollte einfach nur normal studieren und ins Erwachsenenleben eintauchen. Deshalb überwand ich meinen Stolz und vernichtete die Videoaufnahme.

Frau X hat ganz klar gegen die Grundsätze ihrer Autoritätsrolle verstoßen—sie hat ihren Ehemann betrogen und ist einem Teenager nachgestiegen, für den sie eigentlich verantwortlich war. Aber versteht mich jetzt nicht falsch: Ich sehe mich hier nicht als Opfer oder so. Ich rede mir gerne ein, dass ich durch diese Geschichte etwas gelernt habe oder dadurch irgendwie zu einem reiferen Menschen geworden bin. Ich bin mir jedoch gleichzeitig sicher, dass sich einige Leute jetzt verständlicherweise denken, dass die Katze das Mausen auch nicht sein lassen kann. Vielleicht steckt sie auch noch irgendwo tief in mir drin, diese dunkle Seite meiner Persönlichkeit, die zu leichter Erpressung und Voyeurismus fähig ist. Ich hoffe, dass ich das niemals herausfinden werde. Wie dem auch sei, letztendlich bleibt nur eins zu sagen: Bei dieser Affäre haben sowohl Frau X als auch meine Wenigkeit mit einer unheimlichen Person geschlafen.