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Sex

Wieso Frauen auf Arschlöcher stehen

Der Mythos, dass Frauen auf Arschlöcher stehen, ist weit verbreitet—und das hat seine guten Gründe.

von Angela Kuhn
12 Januar 2015, 4:14pm

Eins vorweg: Selbstverständlich—und da spreche ich vermutlich im Namen von fast allen Frauen—mögen wir es nicht, schlecht behandelt zu werden. Diskriminierung, geschweige denn Gewalt, ist ein No-Go in jeglicher zwischenmenschlichen Beziehung, vor allem, wenn dadurch die physisch Schwächeren angegriffen werden.

Heiraten—wenn das überhaupt ein Wunsch der jeweiligen Dame ist—möchten wir den Traumprinzen. Der Traumprinz zeichnet sich dadurch aus, dass er loyal, gutaussehend, beschützend und lieb ist, einen tollen Vater abgeben wird und alles flicken und geradebiegen kann.

Foto: Cameron Nordholm | Flickr | CC BY 2.0

Warum also stehen Frauen auf Arschlöcher?

Wir stehen darauf, passiv zu erobern. Zu bezirzen. Wir möchten gefallen. Paradoxerweise ist ein Mann gleich um einiges interessanter, wenn er vorgibt, sich nicht ganz so sehr für uns zu interessieren. Das Bad-Boy-Image ist sexy. Schon als kleines Mädchen verliebte ich mich in die Bösewichte statt in die Superhelden.

Foto: stephane | Flickr | CC BY 2.0

Denn Arschlöcher—oder besser Bad Boys—haben Erfahrung. Sie haben etwas erlebt und haben es nicht nötig, einer Frau hinterherzuwatscheln. Sie sind gut gebaut, über allem Maß selbstsicher, nehmen sich, was sie wollen und wissen genau, was wir wollen. Bad Boys leben ohne Regeln, erschaffen sie sich selber, wirken oft ein wenig arrogant, besonders wenn sie attraktiv sind. Diese Attraktivität öffnet Türen. Wir wissen, dass mögliche Konkurrentinnen ihn auch begehren und lechzen nach seiner Bestätigung.

Seine Bestätigung ist unser Ego-Push.

Außerdem haben wir einen natürlichen Instinkt, der uns im Irrglauben lässt, den harten Kern—im Gegensatz zu unseren Konkurrentinnen—zu brechen und den sensiblen Traumprinzen hinter der sexy Fassade zu retten. Die meisten von uns sind aber nicht mehr so naiv und wissen, dass das ein sinnloses Unterfangen ist. Selbst wenn sich ein Typ mit Arschlochzügen auf eine feste Beziehung einlässt, wird er früher oder später zwischen den Schenkeln einer anderen stecken.

Er lebt gefährlich, raucht, liebt das Nachtleben, trinkt, fährt eine große Harley und liebt keine Frau abgesehen von seiner Mutter, die ihn höchstwahrscheinlich bis zu seinem 25. Lebensjahr verwöhnt hat. Es hat eine pornöse Wirkung, hinter ihm zu sitzen—das brummende Motorrad zwischen den Beinen und mit Höchstgeschwindigkeit auf der Straße—und die Arme um seine muskulöse Brust zu schlingen.

Das Arschloch ist richtig gut im Bett und weiß das auch. Wenn er zum Beispiel schon in einer Beziehung ist und man diejenige ist, mit der betrogen wird, braucht man nicht zu glauben, dass er in einer möglichen neuen Beziehung treu sein wird. Das wird er nicht und das macht das Arschloch aus.

Foto: Seattle Municipal Archives | Flickr | CC BY 2.0

Ich behaupte, jede Frau lässt sich mindestens einmal in ihrem Leben auf einen solchen Mann ein. Einen Ferienclub-Animator, einen Türsteher, einen Barkeeper oder Businessman. Einen Mann, der weiß, wie er sich kleiden und verhalten muss, um zum Schuss zu kommen, und dabei strategisch vorgeht. Einen Mann, der zwar ein Gespür dafür hat, was moralisch korrekt oder verwerflich ist, es aber weitgehend ignoriert.

Dadurch hat er die Möglichkeit, uns alles zu bieten—und wir merken das.

Foto: Alfonso Rivera | Flickr | CC BY 2.0

Solche Player melden sich kaum, was das Gefühl in dem Moment, wenn sie es doch tun, umso besser macht. Wenn sie sich gar nicht mehr melden, muss man loslassen. Sie sind toll, solange wir die Fäden in der Hand haben und rechtzeitig loslassen können. Interessant auf Zeit, gut fürs Ego, hübsch auf Fotos und grandios im Bett.

Frauen stehen auf Arschlöcher. Auf guten Sex, auf lange Nächte, auf Spaß, auf Gefahr und darauf, zu ihm aufzusehen.

Wenn du der Typ Mann bist, der nicht nach der Frau fürs Leben sucht, sondern darauf aus ist, bei möglichst vielen möglichst weit zu kommen, solltest du die guten Eigenschaften, die dich ausmachen, zwar nicht aufgeben, aber dich mehr auf dich konzentrieren—darauf, was du willst und was dir Spaß macht.


Titelbild: Greta Ceresini | Flickr | CC BY 2.0