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Aus Angst vor Demonstranten werden die Banken in Frankreich verbarrikadiert

Bei den Demonstrationen geht es um die geplante Arbeitsrechtsreform, bei der den Arbeitgebern wohl mehr Macht gegeben werden soll.

von Martin Bertrand
19 Mai 2016, 8:28am

In den vergangenen Monaten ist Frankreich aufgrund der geplanten Arbeitsrechtsreform von gewalttätigen Demonstrationen erschüttert worden. Durch diese Reform soll das Arbeitsrecht gelockert werden und man geht im Allgemeinen davon aus, dass man den Arbeitgebern so mehr Macht geben will. Die Gegenbewegung ist in der Bretagne-Hauptstadt Rennes besonders radikal: Dort setzen die Demonstranten auch schon mal Autos in Brand oder greifen Banken bzw. Regierungsgebäude an.

Ich habe diese Fotoserie im Laufe der vergangenen drei Wochen geschossen und war dabei vor allem in der Gegend um den Charles-de-Gaulle-Platz unterwegs, der sich im Zentrum von Rennes befindet. Die Bilder zeigen dabei wie Banken ihre Filialen verbarrikadieren, um dem Vandalismus des wütenden Mobs vorzubeugen. Die Realität sieht allerdings folgendermaßen aus: Die Zusammenstöße mit der Polizei sind so intensiv, dass dabei nicht wirklich Zeit bleibt, um noch anderweitig Schaden anzurichten—zumindest nichts, was über ein wenig Farbe auf den Fassaden der Bankgebäude hinausgeht. Deshalb frage ich mich auch, vor was sich die Finanzinstitute hier verstecken wollen.

In den letzten Monaten war ich bei jeder Demonstration und habe dabei auch mit vielen Demonstranten geredet. "In den Medien wird ein großer Rummel um ein paar kaputte Fenster gemacht. Dabei wird komplett vergessen, wie viele Leben diese Banken zerstört haben", meinte einer von ihnen letztens zu mir. Meiner Meinung nach fasst das die derzeitige Situation in Frankreich ganz gut zusammen.

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