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12-Jähriger klaut Kleinbus seiner Eltern und fährt los

Dann packt er seinen Kumpel ein und sie machen eine Spritztour, die an Tschick erinnert.
9.9.16

Foto: imago | Manngold

Fertigkeiten, die 12-jährige Jungs für gewöhnlich drauf haben: in der Nase bohren, mit Feuerzeugen spielen, Zuneigung gegenüber Mädchen zum Ausdruck bringen, indem sie sie hauen, anstatt sie anzusprechen. Einen Kleinbus von den eigenen Eltern abziehen, damit einen Kumpel abholen und gediegen eine 210 Kilometer lange Spritztour zu den Großeltern machen, gehört eigentlich nicht zu ihrem Repertoire.

Und doch: Im sächsischen Limbach-Oberfrohna ist ein derart motorisch frühreifer Kollege beheimatet. Am Donnerstagabend meldeten sich beim Polizeirevier Glauchau gleich zwei Elternpaare, die ihre Söhne vermissten. "Sofort eingeleitete Maßnahmen der Polizei unter Einbeziehung der bayerischen Kollegen bestätigten den Verdacht", heißt es im Polizeibericht. Der Verdacht: Der zwölfjährige Fahrer hat seinen ein Jahr älteren Kumpel abgeholt und sie haben sich auf den Weg nach Bamberg gemacht. "Beide trafen kurze Zeit später wohlbehalten bei den Verwandten ein und absolvierten die rund 210 km über die Autobahn ohne Schäden."

Nach Rücksprache mit den Eltern haben die beiden Jungs die Nacht dann auch bei Omi und Opi verbracht. Die ganze Nummer ist übrigens mit Ansage passiert: Den Besuch hat der minderjährige Vollprofi zuvor nämlich angekündigt. Woher er sich die Taxifahrer-Skills angeeignet hat, ist allerdings nicht bekannt.

Auf jedenfalls hat der 12-Jährige mehr drauf als sein 10-jähriges Pendant in Mannheim. Vor einem Monat ist dort ein Junge bereits nach wenigen Metern in ein geparktes Auto gefahren, nachdem ihm sein Vater auf dem Parkplatz eines Möbelhauses die Schlüssel übergegeben hatte. Bitter nur, dass im angefahrenen Auto zwei Passagierinnen saßen, die leicht verletzt wurden. Der Vater des Jungen muss sich nun wegen Ermächtigen zum Fahren ohne Fahrerlaubnis und damit verbundener fahrlässiger Körperverletzung verantworten.