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Hangover-News, 23. November 2015

Xavier Naidoo ist raus, Brüssel befindet sich im Ausnahmezustand, in Myanmar sind 100 Menschen bei einem Erdrutsch gestorben und in Münchenbernsdorf haben Einbrecher versucht, mit einem Bagger eine Bank auszurauben.
23.11.15

Das Rednerpult der rechten Demo am Samstag war das Deserteursdenkmal

Am Samstag trafen sich am Wiener Ballhausplatz wieder rund 300 „besorgte Bürger". Das Rednerpult war auf dem Deserteursdenkmal aufgebaut, was für Aufregung sorgte, die Polizei schrieb auf Twitter, dass dieser Aufstellungsort des Rednerpults keiner gesetzlichen Bestimmung widerspreche. Aufgerufen zur Demonstration hatte die National Partei Österreichs. Vertreter der FPÖ und Identitäre waren auch wieder anwesend. Gleichzeitig fand eine Gegendemonstration direkt daneben am Heldenplatz statt.

Die beiden Kundgebungen wurden von Absperrungen und der Polizei auseinandergehalten. Die Gegendemo übertönte dabei des öfteren die Asylgegner, die ein paar Probleme mit der Technik hatten, aber trotzdem sehr laut nach geschlossenen Grenzen und einem Rücktritt Faymanns riefen.

Xavier Naidoo wird beim ESC nun doch nicht die goldene Stimme Deutschlands sein

Foto: Imago | Bernd Müller

Der Eurovision Song Contest ist eines der medialen Großereignisse der Unterhaltungsindustrie, bei dem die nationalen Repräsentanten auf europäischer Bühne musisch ihr Volk vertreten und gleichzeitig um die Gunst der konkurrierenden Nationen buhlen. Man kann diesem Konzept gegenüberstehen, wie man will, Fakt ist, dass der ESC durchaus seine Fans hat, und wenn man diesen Fans die Möglichkeit der Wahl einer für sie genehmen Volkskehle vorenthält, kann bereits das zu Missmut bei den Enthusiasten führen. Wenn sich aber dann noch der eingesetzte Volksvertreter in der Vergangenheit der Kritik ausgesetzt sah, homophobe, antisemitische und verschwörungstheoretische Tendenzen zu offenbaren, dann sollte man von den Reaktionen nicht wirklich überrascht sein.

„Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht" und „(a)us diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten", konsternierte der konstatierte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber am Wochenende. Til Schweiger hat zu der ganzen Angelegenheit natürlich auch eine Meinung und bescheinigt den Leitmedien „eine Form von Terrorismus" mit seinem Buddy Xavier zu betreiben. „Gute Nacht Deutschland!!!!"

„Sie zahlen Prämien, wenn Frauen Kopftuch tragen"

CC0 Public Domain.

Jungen Musliminnen im Umfeld der An'Nur-Moschee in Winterthur (Schweiz) soll Geld bezahlt worden sein, damit sie sich verschleiern. „Sie bezahlen junge Frauen, wenn sie sich mit einem Kopftuch bedecken und ganz verschleiern", sagte Stadtparlamentarier Blerim Bunjaku (SP) zur NZZ am Sonntag. Belohnt würden auch Verwandte, wenn sie das Niqab-Tragen förderten. Laut Politiker Bunjaku werden Prämien für neue Gefolgsleute angeboten—200 Franken und mehr.

Offenbar werden selbst Kinder mit der Propaganda der Terrorgruppe Islamischer Staat konfrontiert. Gemäss dem SonntagsBlick würde bereits jungen Buben die Terror-Videos des IS gezeigt. Aus dem Umfeld der Winterthurer Moschee sollen in den letzten Monaten ein halbes Dutzend Jugendliche und junge Erwachsene in den Krieg nach Syrien gereist sein. Letzten Freitag markierte die Polizei Präsenz und kontrollierte alle Nummernschilder der Autos, die zur Moschee fuhren.

In Myanmar kostet ein Erdrutsch in einer JADEMINE mindestens 100 Menschenleben

Foto: Imago | Xinhua

„Gold hat einen Wert, Jade ist unbezahlbar", lautet ein chinesisches Sprichwort. Doch ähnlich wie bei afrikanischen Blutdiamanten schuften sich auch in Myanmar einige der geschätzt 200.000 Jademinen-Arbeiter zu Tode. Das verarmte Land besitzt das größte Jadevorkommen der Welt, Berichten der Organisation Global Witness zufolge, wird allein der Jahresumsatz von 2014 auf 31 Milliarden geschätzt. Aber von dem Geld sehen die Arbeiter und sogar das Land Myanmar so gut wie nichts, denn die Einnahmen gehen größtenteils in die Taschen einer kleinen Elite rund um den ehemalige Staatschef Than Shwe, der den gesamten Jadehandel kontrolliert. Diese Raffgier forderte allein am Samstag rund 100 Menschenleben, als ein Abraum-Hügel einer Jademine in der Kachin-Region abgerutscht war. Etwa 100 Menschen werden weiterhin vermisst.

Brüssel befindet sich im Ausnahmezustand

Foto: Imago | Reporters

Seit Samstagmorgen gilt im Großraum Brüssel die höchste Alarmbereitschaft, Terrorwarnstufe 4. Schulen, Universitäten, Kinos, Museen, selbst die U-Bahnen blieben außer Betrieb—auch für den Montag gelten diese Vorsichtsmaßnahmen. Die Behörden haben Grund zur Annahme, dass ähnliche Anschläge wie in Paris verübt werden könnten. Auch der an den Pariser Anschlägen beteiligte Salah Abdeslam soll sich nach Brüssel abgesetzt haben. Seiner habhaft zu werden, hofften die Sondereinsatzkommandos während der Razzien am späten Sonntag in Brüssel und Umgebung. 19 Häuser wurden durchsucht, dabei gingen den Einheiten 16 Verdächtige ins Netz. Es fielen auch Schüsse, bei einem Fluchtversuch mit einem Auto wurde der schließlich doch Gefasste verletzt. Sprengstoffe oder andere Waffen wurden bei keiner der Razzien gefunden, im Laufe des Montags wird der Haftrichter entscheiden, ob die Verdächtigen in Gewahrsam bleiben werden. Salah Abdeslam befand sich nicht unter den Verhafteten.

Zwei gesprengte Strommasten sorgen für Notstand und Dunkelheit auf der Krim

Foto: Imago | Blickwinkel

1,9 Millionen Menschen waren in der Nacht zum Sonntag auf der Krim plötzlich ohne Strom. Grund hierfür war die Sprengung zweier Starkstrommasten, jedoch nicht auf der Halbinsel selbst, sondern auf dem ukrainischen Festland in der Region Cherson—die Stromversorgung der Krim hängt nämlich bis zu 70 Prozent von der Ukraine ab. Russischen Medien zufolge sollen an dem Anschlag ukrainische Nationalisten im Verbund mit Krim-Tataren verantwortlich sein. Nach der russischen Annexion der Halbinsel waren viele Krim-Tataren in die Ukraine geflohen, weil sie sich in ihren Freiheitsrechten beschnitten sahen.

Die Sprengung ist ein Zeichen des Protestes, Russland hat den Notstand für die Krim ausgerufen. Das russische Katastrophenministerium hat nach eigener Aussage alle größere Städte wieder an die Energieversorgung angeschlossen. Dabei wird auf Treibstoffvorräte zurückgegriffen: „30 Tage können wir mit dem, was wir als Reserven haben, auskommen", heißt es von einem Sprecher des Ministeriums.

Russland schenkt Frankreich als Geste des Trostes einen Welpen

Dieser Welpe ist nicht Dobrynya, bei beiden sehen sich aber recht ähnlich. Foto: Imago | Imagebroker

Anti-Terror-Einsätze kosten nicht nur Menschenleben, auch Tiere können sich unter den Opfern befinden. So geschehen letzten Mittwoch, als beim Einsatz in Saint-Denis die Polizeihündin Diesel erschossen wurde. Russland möchte Frankreich nun als Zeichen der Solidarität und Mitleidsbekundung einen Schäferhund-Welpen schenken. Er soll auf den Namen Dobrynya hören, angelehnt an einen ritterlichen Drachentöter aus einem russischen Märchen.