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Hangover-News, 23. November 2015

Xavier Naidoo ist raus, Brüssel befindet sich im Ausnahmezustand, in Myanmar sind 100 Menschen bei einem Erdrutsch gestorben und in Münchenbernsdorf haben Einbrecher versucht, mit einem Bagger eine Bank auszurauben.

von Paul Garbulski
23 November 2015, 3:53am

Xavier Naidoo wird beim ESC nun doch nicht die goldene Stimme Deutschlands sein

Foto: Imago | Bernd Müller

Der Eurovision Song Contest ist eines der medialen Großereignisse der Unterhaltungsindustrie, bei dem die nationalen Repräsentanten auf europäischer Bühne musisch ihr Volk vertreten und gleichzeitig um die Gunst der konkurrierenden Nationen buhlen. Man kann diesem Konzept gegenüberstehen, wie man will, Fakt ist, dass der ESC durchaus seine Fans hat, und wenn man diesen Fans die Möglichkeit der Wahl einer für sie genehmen Volkskehle vorenthält, kann bereits das zu Missmut bei den Enthusiasten führen. Wenn sich aber dann noch der eingesetzte Volksvertreter in der Vergangenheit der Kritik ausgesetzt sah, homophobe, antisemitische und verschwörungstheoretische Tendenzen zu offenbaren, dann sollte man von den Reaktionen nicht wirklich überrascht sein. „Es war klar, dass er polarisiert, aber die Wucht der Reaktionen hat uns überrascht" und „(a)us diesem Grund wird Xavier Naidoo nicht für Deutschland starten", konsternierte der konstatierte ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber am Wochenende. Til Schweiger hat zu der ganzen Angelegenheit natürlich auch eine Meinung und bescheinigt den Leitmedien „eine Form von Terrorismus" mit seinem Buddy Xavier zu betreiben. „Gute Nacht Deutschland!!!!"

In Myanmar kostet ein Erdrutsch in einer JADEMINE mindestens 100 Menschenleben

Foto: Imago | Xinhua

„Gold hat einen Wert, Jade ist unbezahlbar", lautet ein chinesisches Sprichwort. Doch ähnlich wie bei afrikanischen Blutdiamanten schuften sich auch in Myanmar einige der geschätzt 200.000 Jademinen-Arbeiter zu Tode. Das verarmte Land besitzt das größte Jadevorkommen der Welt, Berichten der Organisation Global Witness zufolge, wird allein der Jahresumsatz von 2014 auf 31 Milliarden geschätzt. Aber von dem Geld sehen die Arbeiter und sogar das Land Myanmar so gut wie nichts, denn die Einnahmen gehen größtenteils in die Taschen einer kleinen Elite rund um den ehemalige Staatschef Than Shwe, der den gesamten Jadehandel kontrolliert. Diese Raffgier forderte allein am Samstag mindestens 100 Menschenleben, als ein Abraum-Hügel einer Jademine in der Kachin-Region abgerutscht war. Etwa 100 Menschen werden weiterhin vermisst.

Brüssel befindet sich im Ausnahmezustand

Foto: Imago | Reporters

Seit Samstagmorgen gilt im Großraum Brüssel die höchste Alarmbereitschaft, Terrorwarnstufe 4. Schulen, Universitäten, Kinos, Museen, selbst die U-Bahnen blieben außer Betrieb—auch für den Montag gelten diese Vorsichtsmaßnahmen. Die Behörden haben Grund zur Annahme, dass ähnliche Anschläge wie in Paris verübt werden könnten. Auch der an den Pariser Anschlägen beteiligte Salah Abdeslam soll sich nach Brüssel abgesetzt haben. Seiner habhaft zu werden, hofften die Sondereinsatzkommandos während der Razzien am späten Sonntag in Brüssel und Umgebung. 19 Häuser wurden durchsucht, dabei gingen den Einheiten 16 Verdächtige ins Netz. Es fielen auch Schüsse, bei einem Fluchtversuch mit einem Auto wurde der schließlich doch Gefasste verletzt. Sprengstoffe oder andere Waffen wurden bei keiner der Razzien gefunden, im Laufe des Montags wird der Haftrichter entscheiden, ob die Verdächtigen in Gewahrsam bleiben werden. Salah Abdeslam befand sich nicht unter den Verhafteten.

Zwei gesprengte Strommasten sorgen für Notstand und Dunkelheit auf der Krim

Foto: Imago | Blickwinkel

1,9 Millionen Menschen waren in der Nacht zum Sonntag auf der Krim plötzlich ohne Strom. Grund hierfür war die Sprengung zweier Starkstrommasten, jedoch nicht auf der Halbinsel selbst, sondern auf dem ukrainischen Festland in der Region Cherson—die Stromversorgung der Krim hängt nämlich bis zu 70 Prozent von der Ukraine ab. Russischen Medien zufolge sollen an dem Anschlag ukrainische Nationalisten im Verbund mit Krim-Tataren verantwortlich sein. Nach der russischen Annexion der Halbinsel waren viele Krim-Tataren in die Ukraine geflohen, weil sie sich in ihren Freiheitsrechten beschnitten sahen. Die Sprengung ist ein Zeichen des Protestes, Russland hat den Notstand für die Krim ausgerufen. Das russische Katastrophenministerium hat nach eigener Aussage alle größere Städte wieder an die Energieversorgung angeschlossen. Dabei wird auf Treibstoffvorräte zurückgegriffen: „30 Tage können wir mit dem, was wir als Reserven haben, auskommen", heißt es von einem Sprecher des Ministeriums.

Russland schenkt Frankreich als Geste des Trostes einen Welpen

Dieser Welpe ist nicht Dobrynya, bei beiden sehen sich aber recht ähnlich. Foto: Imago | Imagebroker

Anti-Terror-Einsätze kosten nicht nur Menschenleben, auch Tiere können sich unter den Opfern befinden. So geschehen letzten Mittwoch, als beim Einsatz in Saint-Denis die Polizeihündin Diesel erschossen wurde. Russland möchte Frankreich nun als Zeichen der Solidarität und Mitleidsbekundung einen Schäferhund-Welpen schenken. Er soll auf den Namen Dobrynya hören, angelehnt an einen ritterlichen Drachentöter aus einem russischen Märchen.

In Münchenbernsdorf haben Einbrecher versucht, mit einem Bagger Geld zu klauen

Nicht Münchenbernsdorf und nicht besagte Bank | Foto: Imago | Imagebroker | Bodox Schieren

Mit dem Einbrechen ist es wie beim Liebemachen: Auf die Technik kommt's an. Es gibt die filigran-feinfühligen Meister, es gibt die konventionellen Arbeiter und dann gibt es noch jene, die mit der groben Kelle einfach blind draufhalten. Vergangenen Sonntagmorgen müssen in Münchenbernsdorf wohl Anhänger der letztgenannten Technik am Werk gewesen sein. Ziel war es, Geld aus einem Bankautomaten zu erbeuten. Hierzu wurde ein Bagger vom Hof einer Hoch- und Tiefbaufirma geklaut, um mit dessen Schaufelarm eine ortsansäßige Volksbankfiliale zu penetrieren. Die komplette Fassade wurde eingerissen, die Hauswand zu den sich darüber befindenden Wohnungen wurde derart ramponiert, dass alle Einwohner des Haus vorerst ausziehen mussten, die Statik des gesamten Gebäudes befindet sich in einem zweifelhaften Zustand, selbst der Bagger erlitt Blessuren, wobei das Hydrauliköl in die Bankfiliale auslief. Nur der Bankautomat als solches blieb bis auf ein paar „Staubablagerungen" jungfräulich unberührt.

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