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Das Internet kämpft auf eine sehr internetzige Weise gegen Terror

Um Terroristen zu übergehen, wurden Info-Tweets zum Ausnahmezustand in Brüssel mit Katzenbildern geschwängert.

von Franz Lichtenegger
23 November 2015, 9:04am

Screenshot via Twitter

Am Samstag wurde in Brüssel der Ausnahmezustand ausgerufen. Es besteht Grund zur Annahme, dass ähnliche terroristische Anschläge wie die in Paris verübt werden könnten. Bei Razzien am Sonntag wurden 16 mögliche Verdächtige verhaftet.

Um Mitmenschen auf dem Laufenden zu halten, werden seither von Einwohnern Brüssels unter dem Hashtag #BrusselsLockdown aktuelle Infos zum Einsatz gepostet. Weil davon aber auch mögliche Täter profitieren könnten, musste das Internet reagieren. Und das Internet tat, was das Internet am Besten kann: Süß sein.

Verteidigungsminister Steven Vandeput bat öffentlich darum, keine Informationen über die Aufenthaltsorte der Polizei zu twittern. Um Terroristen also nicht unfreiwillig zu helfen, indem wichtige Hinweise gepostet werden, streut man jetzt einfach Fotos von Tieren—hauptsächlich Katzen, selbstverständlich—in den Tweet-Strom. Gebt ihnen!

Die Aktion soll es Verdächtigen erschweren, Infos zu beziehen, die ihnen womöglich zugute kommen könnten. So müssen sich die Terroristen also erst durch Tausende Fotos von niedlichen Katzenbabys wühlen, um wirklich wichtige Nachrichten herausfiltern zu können.

Dieser ominöse Cat-Content, von dem immer alle reden, scheint plötzlich total sinnvoll. Und eigentlich war er das schon immer—obwohl er im Grunde genommen eher ein Mythos ist. Cat-Content gibt es nämlich meistens immer nur da, wo darüber geredet wird, dass es Cat-Content gibt. Diese Initiative aber lässt die Muzis endlich so richtig aufleben.

Inzwischen werden auch andere Tiere in das Anti-Terror-Internet-Sonderkommando aufgenommen. „Geht auch mein Meerschweinchen?", twittert jemand. Ja, ja es geht. So sehr. Es ging noch nie so sehr wie jetzt gerade. Auch dein Hamster geht. Fick den Terror.

Folgt auf Twitter: @FranzLicht