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Fragen, die Lugners Abschieds-Wahlkampfsong aufwirft

Vergesst die AfD, die APPD und Die Partei. Liebe Österreicher: WAS.ZUR.HÖLLE?
18.4.16
Alle Screenshots: YouTube

Gut, eines muss vorweg gesagt werden: Wirklich eloquenter als die zusammengestückelten Samples „abababgeschafft", „bautscha bautscha bautscha bautscha Scheiße bauen" war Lugners Antrittsvideo auch nicht unbedingt. Aber wenn man denkt, es geht nicht tiefer, dann kommt einer derer, die Bundespräsident werden wollen und macht ein Video, das noch schlimmer ist als alles bisher Dagewesene. Und das war einiges bei Richard Lugner.

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Was nun passiert ist, ist aber eine kreative Höchstleistung—eine Mischung aus Nachtschicht und Gigi D'Agostino. Wie bringt man Wladimir Putin, die FPÖ, große Brüste, Minderjährige, Macarena und einen toten Bären in ein 3:17 Minuten langes Video? Richard Lugner hat es gezeigt. Wir hätten da trotzdem—oder genau deswegen—noch ein paar Fragen.

Wieso ist allen so egal, dass man sieht, wie unfähig Richard Lugner ist?

Wieder sieht man im Video, wie Lugner den Text von einem Zettel abliest. Das ist nicht schlimm, wenn man es wie zum Beispiel Strache gut versteckt oder in sein Video einbaut. Aber bei Lugner ist eh schon alles wurscht.

Kann Gigi D'Agostino klagen?

Die Ähnlichkeit ist dann doch eher vorhanden.

War Lugners Pressesprecher musikalisch beteiligt?

Lugners PR-Manager ist ja nicht nur das Mastermind hinter Mörtels derzeitiger Vermarktung, sondern auch selbst musikalisch zumindest auf YouTube unterwegs. Die Musikrichtung ist zwar eher eine andere, aber eine Beteiligung an Lugners Hit scheint doch naheliegend.

Kann der Hammer in der Kammer klagen?

Das mit den Frauen und den Hämmern hat es in der Vergangenheit schon einmal gegeben. Damals hat Bernhard Rösch, der damalige Spitzenkandidat der Freiheitlichen Arbeitnehmer, als „Hammer in der Kammer" für die Wahl kandidiert und ein dem Namen entsprechendes Video veröffentlicht. Ist damals schon nicht ganz so gut angekommen.

Ist das Video eine Abrechnung mit Armin Wolf?

Vermutlich soll es eine sein. Aber nein, ist es nicht. Dass die Parteien Schweine sind, ist da schon ein bisschen dreister. Können die Parteien klagen?

Was machen die Mädchen in diesem Video sonst so im Leben?

Kann man in einem Lugner-Video mitspielen und danach noch ein normales Leben führen? Das muss ja wie bei der Lutz-Familie sein. Nie wieder in Ruhe einkaufen, nie wieder ernstgenommen werden, nie wieder mit etwas anderem assoziiert als mit Richard Lugners letztem verzweifelten Schrei nach Wählerstimmen. Außerdem: Wieso spricht das Mädchen bei Minute 1:13 mit einer Männerstimme? Dürfen Frauen nichts sagen? Sind diese Mädchen überhaupt freiwillig dort? Hat sie eigentlich um Hilfe geschrien? Wie hat außerdem die Kleiderwahl stattgefunden? Oder die Ausschreibung? Bitte in Sportunterwäsche kommen? Ich möchte bitte in Erinnerung rufen, dass Lugner bei der Elefantenrunde auf Puls 4 gesagt hat, er sei Feminist.

Ist es Menschen unter 16 überhaupt erlaubt, bei so etwas mitzumachen?

OK, vielleicht ist das Mädchen gerade 16. Aber älter ist sie bestimmt nicht. Aber was ist dann, erlauben Eltern dann ihren Kindern, in einem Lugner-Video mitzuspielen? Was sind das für Eltern? Menschen, denen egal ist, was mit ihrem Kind passiert, wenn es erwachsen ist? Menschen, die ihr Kind auch Missy nennen?

Wollte Cathy nicht mitmachen?

Der Beitrag von „Wir treten gemeinsam an"-Cathy zum Video ist eher bescheiden und bleibt bei einem Foto vom Wahlplakat, auf dem die beiden zu sehen sind, und einem anderen Foto von ihr, auf dem sie halbnackt am Strand zu sehen ist. Vielleicht gibt es bei Cathy tatsächlich Grenzen der Peinlichkeit. Wer hätte das gedacht.

Kann Putin klagen?

Vielleicht nicht. Aber ihm zu unterstellen, er habe im Kleiderschrank (der sehr nach einem Spind in der Schule aussieht) ein Foto von Cathy hängen, ist dann vermutlich doch an den Haaren herbeigezogen. Aber vielleicht ist es wie bei Robert Luger vom Team Stronach bei im Zentrum am Sonntag, das eher ein Bewerbungsgespräch bei der FPÖ war. Auch dieses Schiff sinkt seit längerem und nun ist wirklich der letzte Zeitpunkt, es zu verlassen. Will Lugner jetzt die diplomatischen Beziehungen zu Russland verbessern? Findet der nächste Opernball in Moskau statt?

Hat Lugner aufgegeben?

Der letzte Satz im Video ist: „Wir sehn uns dann auf jeden Fall / nächstes Jahr am Opernball". Also ja.

Können Los del Rio klagen?

Ich weiß es nicht. Es ist mir auch egal. Ich will über all das nicht mehr nachdenken. Ich mochte „Macarena" einmal. Danke für nichts, Richard Lugner.

Wird das der diesjährige Sommerhit?

Vermutlich.

Hanna leidet auf Twitter: @HHumorlos