Anzeige
Dieser Artikel ist vor mehr als fünf Jahren erschienen.
Musik

Laibach denken gern unsozial

Laibach geben normalerweise nur schriftliche Interviews. Trifft man sie direkt, geben sie sich äußerst wortkarg.

von Rod Glacial
14 August 2012, 7:15am

„Laibach geben nur schriftliche Interviews“, war die Antwort des Managers, als ich angefragt hatte, ob ich die Band nach ihrer einzigen Frankreich-Show letzten April im The Machine in Paris treffen kann. Die slowenische Band gibt sich nach wie vor ziemlich privat. Vielleicht ist genau das das Geheimnis ihrer Beständigkeit. Sie sind andauernd auf Tour und trotzdem immer noch bei MUTE Records unter Vertrag. Symbolismus und brauner Humor waren immer schon das Steckenpferd der Band. Goran Gajic (Victory Under the Sun, 1988) hat in einer berüchtigten und maßgeblichen Dokumentation analysiert, wie eine Band, die aus einer sowjetischer Diktatur stammt, die westliche Kultur mit totalitären Taktiken und hegemonialer Politik als ihre größte Kunst durchwandern konnte. Nach der anfänglichen Härte und der Kälte, mit der sie auf der Klaviatur der Kontroverse spielen und der Einführung ihrer provokativen zweite Stufe, hat die Band auch nach ihrem rasanten Aufstieg ihren ikonoklastischen Status beibehalten. So auch auf der Show in Paris. Die Band, die immer martialisch auftritt, die Popkultur-Klassiker militarisiert (Gainsbourg, Dylan) oder die Marseillaise romantisiert, spielte mit ihrem Publikum genauso sehr wie sie mit mir spielten, als sie die folgenden Fragen beantworteten. LAIBACH ist eben noch immer eine Mission, die viel Aufmerksamkeit beansprucht.

Noisey: Wer sind im Moment die Mitglieder von Laibach?
Laibach: Eber, Saliger, Dachauer and Keller.

Lebt ihr immer noch in Slowenien? Und warum?
Natürlich. In dem Land gibt’s die besten Plätze (um Ferien zu machen).

Wie kam es dazu, dass ihr den Soundtrack für Iron Sky aufgenommen habt? Habt ihr dem Projekt von Timo Vuorensola sofort vertraut? Ich weiß, dass sein Film im Internet finanziert wurde.
Die Entscheidung ist echt leicht gefallen, nachdem wir ein paar erste Aufnahmen des Films gesehen haben. Und ja, wir haben dem Projekt von Timo Vuorensola sofort vertraut. Iron Sky ist revolutionär.

Eigentlich ist Laibach auch nicht so weit von einer „düsteren Science-Fiction-Komödie mit schwarzem Humor“ entfernt, oder?
Von einer „düsteren Science-Fiction-Komödie mit schwarzem Humor“ sind wir ebenso weit entfernt wie von einer „klassischen wagnerischen Gesamtkunst-Oper“.

Für manche Leute wird es wohl ein Schock sein, eure Musik in einem Film zu hören. Denkt ihr, der Film wird dauerhaft erfolgreich? Es ist irgendwie komisch zu sehen, dass der Film in Finnland von Walt Disney vertrieben wird.
Warum ist das komisch? Das ist ein erzieherischer Film, der für Kinder gemacht wurde. Eigentlich sollte Disney diesen Film überall auf der Welt vertreiben.

Was würdet ihr tun, wenn die Nazis tatsächlich zurückkommen?
Wir würden das tun, was wir sowieso schon tun. Schließlich sind die Nazis schon längst hier.

Lest den Rest des Interviews auf Noisey!